Die 12 häufigsten Fehler
1„Beim Verbrennen verschwindet Stoff.“
So wird oft gedacht: Nach dem Lagerfeuer bleibt nur Asche — der Rest des Holzes hat sich in Luft aufgelöst.
Richtig ist: Das Holz wurde in unsichtbare Gase umgewandelt, vor allem Kohlenstoffdioxid, das davonzieht. Seine Masse gibt es weiterhin.
Nichts verschwindet — es wird nur umgewandelt.
2„Im offenen Gefäß gilt das Gesetz nicht.“
So wird oft gedacht: Die Waage zeigt nach dem Verbrennen weniger an — also stimmt die Erhaltung der Masse hier nicht.
Richtig ist: Das Gesetz gilt immer. Im offenen Gefäß wird nur nicht alles gewogen: Ein Gas ist entwichen oder aus der Luft hinzugekommen.
Nicht das Gesetz ist falsch, sondern die Messung unvollständig.
3„Schwerer heißt: Masse ist entstanden.“
So wird oft gedacht: Eisenwolle wird beim Verbrennen schwerer, also entsteht bei dieser Reaktion Masse.
Richtig ist: Das Edukt Sauerstoff kommt aus der Luft hinzu und wird gebunden. Im geschlossenen Gefäß bleibt die Anzeige gleich.
Mehr auf der Waage = ein Stoff aus der Luft ist dazugekommen.
4„Das Produkt wiegt so viel wie alle Edukte.“
So wird oft gedacht: Aus 10 g Eisen und 10 g Schwefel entstehen immer 20 g Eisensulfid.
Richtig ist: Ist von einem Edukt zu viel da, bleibt ein Rest übrig. Erst Produkt plus Rest ergibt die Masse von vorher.
Den Rest nicht vergessen — er wird mitgewogen.
5„Das Volumen bleibt auch erhalten.“
So wird oft gedacht: Wenn die Masse gleich bleibt, muss auch das Volumen gleich bleiben.
Richtig ist: Erhalten bleibt nur die Masse. Aus wenigen Gramm eines Feststoffs kann ein Gas mit mehreren Litern Volumen entstehen.
Masse ja, Volumen nein.
6„Boyle hat richtig gemessen.“
So wird oft gedacht: Boyle wog verschlossene Gefäße — seine Feuerteilchen-Deutung war also gut begründet.
Richtig ist: Boyle öffnete die Gefäße vor dem Wiegen. Die einströmende Luft machte die Masse größer; Feuerteilchen gibt es nicht.
Erst wiegen, dann öffnen.
7„Ein Kupfer-Atom ist rotbraun.“
So wird oft gedacht: Ein Atom hat dieselben Eigenschaften wie der Stoff: Ein Kupfer-Atom glänzt rotbraun.
Richtig ist: Farbe, Glanz oder Geruch hat erst eine riesige Menge von Teilchen zusammen. Die Farben im Teilchenbild sind nur Hilfen.
Ein Atom ist kein Stoff.
8„Eisen heißt E oder FE.“
So wird oft gedacht: Das Atomsymbol ist der Anfangsbuchstabe des deutschen Namens, und man schreibt es groß.
Richtig ist: Die Symbole kommen meist aus dem Lateinischen: Eisen = Fe (Ferrum), Kupfer = Cu (Cuprum). Erster Buchstabe groß, zweiter klein.
Fe, Cu — nicht E, FE oder cu.
9„Zwei Atome im Teilchen — also Verbindung.“
So wird oft gedacht: Sauerstoff-Teilchen bestehen aus zwei Atomen, deshalb ist Sauerstoff eine Verbindung.
Richtig ist: Beide Atome gehören zur selben Sorte. Sauerstoff ist ein Element. Eine Verbindung braucht mindestens zwei Atomsorten.
Atomsorten zählen, nicht Atome.
10„Gemisch und Verbindung sind dasselbe.“
So wird oft gedacht: Eisenpulver und Schwefelpulver verrührt — das ist schon Eisensulfid.
Richtig ist: Im Gemisch liegen die Teilchen nur nebeneinander; ein Magnet trennt das Eisen heraus. Im Eisensulfid sind die Atome fest verbunden — erst eine Reaktion macht daraus eine Verbindung.
Gemisch: trennbar ohne Reaktion. Verbindung: nur durch Reaktion zerlegbar.
11„Was glänzt, ist ein Metall.“
So wird oft gedacht: Die Probe glänzt — also ist sie ein Metall. Und Salze leiten nie Strom.
Richtig ist: Auch Graphit glänzt und leitet, ist aber ein Nichtmetall. Salze leiten fest nicht, gelöst oder geschmolzen aber schon. Eingeordnet wird nach dem Gesamtbild.
Nie nach einer einzigen Eigenschaft einordnen.
12„Bei der Reaktion entstehen neue Atome.“
So wird oft gedacht: Aus Eisen und Schwefel entsteht ein neuer Stoff — also auch neue Atome. Und Kohlenstoff ist dasselbe wie Kohlenstoffdioxid.
Richtig ist: Atome werden nur neu verbunden: Atomsorten und Atomanzahl bleiben gleich. Kohlenstoff ist eine Atomsorte, Kohlenstoffdioxid ein Stoff aus Kohlenstoff- und Sauerstoff-Atomen.
Neue Stoffe ja — neue Atome nie.
