Die 12 häufigsten Fehler
1Luft zwischen den Teilchen
So wird oft gemacht: Zwischen den Teilchen eines Gases ist Luft.
Richtig ist: Zwischen den Teilchen ist leerer Raum — dort ist gar nichts. Luft besteht selbst aus Teilchen.
Teilchenmodell: Teilchen, leerer Raum, Bewegung.
2Teilchen dehnen sich aus
So wird oft gemacht: Beim Erwärmen werden die Teilchen größer, deshalb dehnt sich der Stoff aus.
Richtig ist: Die Teilchen bleiben gleich groß. Sie bewegen sich schneller und brauchen mehr Platz: Die Abstände werden größer.
Wärmer = schneller und weiter auseinander, nicht größer.
3Teilchen mit Stoffeigenschaften
So wird oft gemacht: „Ein Kupferteilchen ist rotbraun und glänzt.“ — „Ein Eisteilchen ist kalt und hart.“
Richtig ist: Farbe, Glanz, Temperatur oder Härte hat nur der Stoff aus sehr vielen Teilchen. Ein einzelnes Teilchen hat diese Eigenschaften nicht.
Stoffeigenschaften entstehen erst durch sehr viele Teilchen.
4Teilchen im Feststoff stehen still
So wird oft gemacht: Im Eis sind die Teilchen fest und bewegen sich nicht.
Richtig ist: Auch im festen Zustand bewegen sich die Teilchen: Sie schwingen an ihrem festen Platz hin und her.
Teilchen sind immer in Bewegung — in jedem Aggregatzustand.
5Diffusion nur durch Rühren
So wird oft gemacht: Der Zucker verteilt sich im Tee nur, wenn man umrührt.
Richtig ist: Die Teilchen verteilen sich auch ohne Rühren durch ihre Eigenbewegung — das ist Diffusion. Rühren und Wärme beschleunigen sie nur.
Diffusion läuft immer von selbst ab, im Warmen schneller.
6Volumina einfach addiert
So wird oft gemacht: 50 mL Wasser + 50 mL Alkohol = 100 mL.
Richtig ist: Man misst nur etwa 96 mL. Die Teilchen sind verschieden groß; die kleineren rücken in die Lücken zwischen den größeren. Die Masse bleibt gleich.
Beim Mischen verschiedener Stoffe kann das Volumen abnehmen (Volumenkontraktion).
7Klar heißt rein
So wird oft gemacht: Leitungswasser ist klar, also ein Reinstoff.
Richtig ist: Leitungswasser enthält gelöste Mineralstoffe — es ist ein homogenes Gemisch. Beim Eindampfen bleibt ein weißer Rand.
Reinstoff = eine Teilchenart. Das Aussehen allein entscheidet nicht.
8Milch als homogen eingeordnet
So wird oft gemacht: Milch sieht überall gleich weiß aus, also ist sie homogen.
Richtig ist: Unter dem Mikroskop sieht man Fetttröpfchen im Wasser: Milch ist eine Emulsion und damit heterogen.
Homogen heißt: auch im Mikroskop einheitlich.
9Filter hält Salz zurück
So wird oft gemacht: Man filtriert Salzwasser, dann bleibt das Salz im Filter.
Richtig ist: Gelöste Teilchen sind winzig und gehen durch die Poren. Das Filtrat ist klar, aber salzig. Der Filter hält nur ungelöste Stoffe zurück.
Filtrieren trennt nur ungelöste Feststoffe ab.
10Eindampfen statt Destillieren
So wird oft gemacht: Um Trinkwasser aus Meerwasser zu gewinnen, dampft man das Meerwasser ein.
Richtig ist: Beim Eindampfen entweicht das Wasser in die Luft, nur das Salz bleibt. Wer das Wasser will, muss destillieren: den Dampf im Kühler kondensieren und auffangen.
Rest gesucht → eindampfen. Flüssigkeit gesucht → destillieren.
11Startlinie falsch angelegt
So wird oft gemacht: Die Startlinie wird mit Filzstift gezogen, und das Papier steht tief im Wasser.
Richtig ist: Die Startlinie wird mit Bleistift gezogen (er löst sich nicht) und liegt über dem Laufmittel. Sonst lösen sich die Farbstoffe ins Becherglas.
Bleistift-Startlinie, Laufmittel darunter.
12Schritte in falscher Reihenfolge
So wird oft gemacht: Sand-Salz-Gemisch: „Erst eindampfen, dann filtrieren.“
Richtig ist: Beim Eindampfen bleiben Sand und Salz zusammen zurück. Richtig: lösen → filtrieren → eindampfen.
Vor dem Planen fragen: Welcher Unterschied wird in welchem Schritt genutzt?
