MINT lernen

Indikatoren zeigen es an

Heidelbeeren im Reagenzglas und drei Flaschen ohne Etikett — mit Indikatoren kommst du jedem Rätsel auf die Spur.

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Der Heidelbeer-Indikator

AFB I–II

Jonas zerdrückt eine Handvoll Heidelbeeren in etwas heißem Wasser und filtert den dunklen Saft ab. Er will testen, ob Heidelbeersaft wie Rotkohlsaft ein Indikator ist. In drei Reagenzgläser gibt er je eine Probe und dann ein paar Tropfen Heidelbeersaft. Zur Kontrolle prüft er jede Probe zusätzlich mit Universalindikator-Papier.

ProbeHeidelbeersaftUniversalindikator
Rhabarbersaftrotorange
destilliertes Wasserviolettgrün
Soda-Lösung (Waschsoda)grünviolett
  1. Nenne die Eigenschaft, die einen Farbstoff zu einem Indikator macht.
  2. Ordne jede der drei Proben den Begriffen sauer, neutral oder alkalisch zu. Nutze dafür die Spalte Universalindikator.
  3. Erkläre, wozu Jonas die Probe mit destilliertem Wasser braucht.
  4. Beurteile, ob Jonas mit Heidelbeersaft prüfen kann, ob roter Kirschsaft sauer ist.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Was passiert mit der Farbe, wenn die Lösung wechselt?
Hinweis zu Aufgabe b)
Universalindikator: sauer rot bis gelb, neutral grün, alkalisch blau bis violett.
Hinweis zu Aufgabe c)
Welche Farbe hat der Heidelbeersaft, wenn gar nichts Saures oder Alkalisches dabei ist?
Hinweis zu Aufgabe d)
Welche Farbe hat Kirschsaft schon von sich aus?

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Ein Indikator ist ein Farbstoff, dessen Farbe sich ändert und dadurch anzeigt, ob eine Lösung sauer, neutral oder alkalisch ist. Heidelbeersaft erfüllt das: Er zeigt in den drei Proben drei verschiedene Farben.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Rhabarbersaft: orange → sauer. Destilliertes Wasser: grün → neutral. Soda-Lösung: violett → alkalisch. Damit gilt für Heidelbeersaft: rot = sauer, violett = neutral, grün = alkalisch.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Das destillierte Wasser ist eine Vergleichsprobe: Es ist neutral. Die Farbe dort (violett) zeigt, wie der Heidelbeersaft ohne Säure oder Lauge aussieht. Nur im Vergleich damit erkennt man, ob sich die Farbe in den anderen Proben verändert hat.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Das ist kaum möglich: Kirschsaft ist selbst kräftig rot. Seine Eigenfarbe überdeckt die Farbe des Indikators, eine Rotfärbung wäre also nicht eindeutig. Besser eignet sich ein Teststreifen mit Universalindikator, bei dem man die Farbe am Papier abliest, oder man verdünnt den Saft vorher stark mit Wasser. Beide Wege sind als Begründung richtig.

2

Drei Flaschen ohne Etikett

AFB II–III

In der Chemiesammlung stehen drei farblose Flaschen A, B und C. Die Etiketten sind abgefallen. Auf dem Zettel daneben steht: „verdünnte Salzsäure, Kochsalzlösung, verdünnte Natronlauge“. Frau Kaya prüft mit Lackmuspapier: In Flasche A färbt sich das Papier rot, in Flasche B bleibt es violett, in Flasche C wird es blau.

  1. Gib an, welche Lösung in Flasche A, B und C ist.
  2. Beschreibe Schritt für Schritt, wie Frau Kaya beim Prüfen vorgeht. Denke dabei auch an die Sicherheit.
  3. Vergleiche Lackmuspapier und Universalindikator-Papier für diese Aufgabe.
  4. Nimm Stellung zu Toms Vorschlag: „Das geht schneller — ich rieche einfach an den Flaschen.“

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Salzsäure ist sauer, Natronlauge ist alkalisch, Kochsalzlösung ist neutral.
Hinweis zu Aufgabe b)
Schutzbrille, kleine Probe, Teststreifen, Farbskala, Ergebnis.
Hinweis zu Aufgabe c)
Wie viele Farben kennt jeder Indikator? Reicht das hier?
Hinweis zu Aufgabe d)
Welche Regeln aus „Sicher experimentieren“ gelten beim Riechen? Riecht man einer Lösung an, ob sie sauer ist?

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

A: verdünnte Salzsäure (rot → sauer). B: Kochsalzlösung (violett → neutral). C: verdünnte Natronlauge (blau → alkalisch).

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Schutzbrille aufsetzen (die Lösungen könnten ätzend sein). Aus jeder Flasche etwa 2 cm hoch in ein eigenes, beschriftetes Reagenzglas füllen. Einen Streifen Lackmuspapier kurz eintauchen oder einen Tropfen daraufgeben. Farbe vor weißem Hintergrund ablesen und mit der Farbskala vergleichen. Ergebnis notieren, Reste nicht zurück in die Flasche gießen, Flaschen neu beschriften.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Gemeinsam: Beide zeigen sauer, neutral und alkalisch zuverlässig an. Unterschied: Lackmus kennt nur drei Farben (rot, violett, blau), Universalindikator hat viele Farbstufen und zeigt zusätzlich, wie stark sauer oder alkalisch eine Lösung ist. Für diese Aufgabe genügt Lackmus, weil nur drei verschiedene Lösungen zu unterscheiden sind.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Der Vorschlag ist abzulehnen. Man darf nie direkt an einer Flasche riechen, höchstens vorsichtig zufächeln — und nur, wenn die Lehrkraft es erlaubt. Außerdem riechen alle drei Lösungen fast gleich (kaum), der Geruch verrät also nicht, ob sie sauer, neutral oder alkalisch sind. Sicher und eindeutig ist nur der Nachweis mit einem Indikator.