Hefe macht Alkohol
Seit Jahrtausenden lassen Menschen süße Säfte gären. Dabei wandeln Hefepilze Zucker in Ethanol um.
- Alkoholische Gärung:Hefe baut Glucose ohne Sauerstoff (anaerob) ab und gewinnt dabei Energie.
- Edukt:Glucose \(\ce{C6H12O6}\) (Traubenzucker) aus Obst, Honig oder aufgespaltener Stärke.
- Produkte:Ethanol \(\ce{C2H5OH}\) und Kohlenstoffdioxid \(\ce{CO2}\).
- Enzyme:Biokatalysatoren der Hefe — arbeiten nur in einem Temperaturbereich, Optimum etwa 30–35 °C.
Stelle Temperatur und Zuckergehalt ein und starte die Gärung (oder gehe mit „+ 1 Tag“ schrittweise vor). Vergleiche die Beispiele.
Halte fest: Die Gärung ist bei etwa 30 °C am schnellsten, stoppt in der Kälte und endet bei Hitze endgültig. Bei viel Zucker bleibt Restzucker übrig, weil ab etwa 15 Vol.-% Ethanol die Hefe gehemmt wird.
Grenzen und Nachweise
Aus der Reaktionsgleichung folgt, wie viel Ethanol höchstens entstehen kann.
Herleitung:
- Grenze:ab etwa 15 Vol.-% Ethanol stellt die Hefe die Arbeit ein — stärkere Getränke nur durch Destillation (Ethanol siedet bei 78 °C).
- Nachweis CO₂:das Gas aus dem Gärröhrchen trübt Kalkwasser.
- Nachweis Ethanol:das Destillat ist brennbar (Brennprobe, blassblaue Flamme).
- Verwendung:Getränke, Bioethanol im Benzin (E10), Desinfektions- und Lösemittel.
Alkoholische Gärung: \(\ce{C6H12O6 ->[Hefe] 2 C2H5OH + 2 CO2}\)
Allgemeine Hinweise
Gärung ist keine Atmung
Mit Sauerstoff baut die Hefe Glucose vollständig zu \(\ce{CO2}\) und Wasser ab — dann entsteht kaum Ethanol. Deshalb verschließt man den Ballon mit einem Gärröhrchen.
Atombilanz prüfen
Links C₆H₁₂O₆, rechts 2 C₂H₅OH + 2 CO₂: 6 C, 12 H und 6 O auf beiden Seiten. Ohne die Faktoren 2 stimmt die Gleichung nicht.
Vol.-% sind keine Gramm
12 Vol.-% heißt: 12 mL Ethanol in 100 mL Getränk. Wegen der Dichte 0,79 g/mL sind das nur etwa 9,5 g Ethanol.
