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Zusammenfassung

Wasserstoffbrücken, Anomalie, Hydratation, Lösungswärme sowie Ionen- und Molekülverbindungen auf einen Blick — und die Ideen dahinter.

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Wasserstoffbrücken

2.1: Zwischen Wassermolekülen wirken besonders starke Anziehungskräfte. Sie erklären das Dichtemaximum bei 4 °C und die hohe Siedetemperatur.

Die Bedingung

δ+δ−O–H···O

H an F, O oder N ist stark \(\delta^+\); es zieht ein freies Elektronenpaar an F, O oder N eines Nachbarmoleküls an. Die drei Atome liegen auf einer Linie.

O–H···O

Stärke und Zahl

HPaareBrückenH₂O22HF13NH₃31

Eine Brücke ≈ 20 kJ/mol, gut zwanzigmal schwächer als O–H (≈ 460 kJ/mol). Höchstzahl je Molekül: geeignete H-Atome + freie Paare.

\(n_\text{Brücken} = \min(n_\text{H},\ n_\text{Paare})\)

Anomalie des Wassers

max. bei 4 °C0 °C12 °CEis: 0,917 g/cm³ (viel tiefer)

Größte Dichte bei 4 °C. Im Eis bilden vier Brücken je Molekül ein Gitter mit Hohlräumen — Eis schwimmt, Volumen +9 %.

\(\rho_\text{Eis} = 0{,}917\ \mathrm{g/cm^3}\)

Siedetemperaturen

0 °CH₂OH₂SH₂SeH₂Te100 °Cerwartet

Van-der-Waals-Kräfte wachsen mit der Molekülgröße. \(\mathrm{NH_3}\), \(\mathrm{H_2O}\) und HF sieden viel höher als der Trend — wegen der Brücken.

VdW < Dipol-Dipol < H-Brücken
Wasserstoffbrücke
\(\mathrm{X{-}H\cdots Y}\) mit \(\mathrm{X, Y} \in \{\mathrm{F, O, N}\}\)
X–H stark polar (O–H: \(\Delta\mathrm{EN} = 3{,}44 - 2{,}20 = 1{,}24\)), Y mit freiem Elektronenpaar. Strich = Atombindung im Molekül, Punkte = Brücke zwischen den Molekülen.

Zwischen, nicht in den Molekülen

Beim Schmelzen und Sieden werden Wasserstoffbrücken gelöst, nie die O–H-Bindungen. Wasserdampf besteht weiter aus \(\mathrm{H_2O}\)-Molekülen — deshalb reichen 41 kJ, um 1 mol Wasser zu verdampfen.

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Salze lösen sich in Wasser

2.2.1 und 2.2.2: Wasserdipole bauen das Ionengitter ab und umhüllen die Ionen; die Energiebilanz entscheidet, ob die Lösung warm oder kalt wird.

Hydratation: Kation

Na⁺O-Seite zum Kation

Wassermoleküle ziehen Ionen von Ecken und Kanten aus dem Gitter und umhüllen sie. Zum Kation zeigt das O-Atom \((\delta^-)\).

\(\mathrm{Na^+(aq)}\)

Hydratation: Anion

Cl⁻H-Atom zum Anion

Zum Anion zeigt ein H-Atom \((\delta^+)\). Kleine, hoch geladene Ionen binden ihre Hülle besonders fest. Heptan hydratisiert nicht.

\(\mathrm{Cl^-(aq)}\)

Exotherm: warm

CaCl₂freie Ionen(aq)+2252−2333E(Lösung) = −81 kJ/mol

Gitter aufbrechen kostet Energie (+), Hydratation setzt Energie frei (−). Überwiegt die Hydratation, wird die Lösung warm.

\(E_\text{Lösung} < 0\)

Endotherm: kalt

KClfreie Ionen(aq)+717−700E(Lösung) = +17 kJ/mol

Überwiegt die Gitterenergie, wird die Lösung kalt — das Salz löst sich trotzdem, z. B. KCl oder \(\mathrm{NH_4NO_3}\) im Kühlpack.

\(E_\text{Lösung} > 0\)
Lösen eines Salzes
\(\text{Salz(s)} \xrightarrow{\mathrm{H_2O}} \text{Kationen(aq)} + \text{Anionen(aq)} \qquad E_\text{Lösung} = E_\text{Gitter} + E_\text{Hydratation}\)
Indexzahlen werden zu Anzahlen, z. B. \(\mathrm{CaCl_2(s)} \xrightarrow{\mathrm{H_2O}} \mathrm{Ca^{2+}(aq)} + 2\,\mathrm{Cl^-(aq)}\); Ladungsbilanz rechts = 0. Gitterenergie positiv, Hydratationsenergie negativ, Angaben in kJ/mol.

Lösen ist nicht Schmelzen

Kochsalz schmilzt erst bei 801 °C, löst sich aber schon bei Raumtemperatur: Beim Lösen ziehen Wassermoleküle die Ionen aus dem Gitter. Die Ionen bleiben dabei Ionen — es entstehen weder Atome noch neue Stoffe.

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Ionen- und Molekülverbindungen

2.2.3: Aus dem Aufbau der Teilchen folgen Schmelztemperatur, Härte, Leitfähigkeit und Löslichkeit.

Ionenverbindung

+−+−+−+−+−+−+−+allseitig starke Anziehung

Metall + Nichtmetall, \(\Delta\mathrm{EN} > 1{,}7\). Hohe Schmelztemperatur, hart und spröde: Verschobene Schichten bringen gleiche Ladungen nebeneinander.

z. B. NaCl: 801 °C

Molekülverbindung

schwache Kräfte zwischen I₂

Nur Nichtmetalle. Zwischen den Molekülen wirken nur schwache Kräfte — niedrige Schmelz- und Siedetemperatur; Atombindungen bleiben beim Schmelzen erhalten.

z. B. Iod: 114 °C

Leitfähigkeit

+−+−+−festleitet nicht+−+−+−Schmelzeleitet+−+−+−Lösungleitet

Strom braucht bewegliche Ladungsträger. Salze leiten als Schmelze und Lösung, fest nicht. Molekülverbindungen leiten nie.

bewegliche Ionen → Strom

Löslichkeit

WasserSalz, ZuckerpolarHeptanIod, Fettunpolar

„Ähnliches löst sich in Ähnlichem“: Salze und polare Stoffe in Wasser, unpolare Stoffe in Heptan. Achtung: Es gibt schwerlösliche Salze (Kalk).

polar ↔ polar
Bindungsart aus ΔEN (Kapitel 1)
\(\Delta\mathrm{EN} < 0{,}5\): unpolar \(\quad 0{,}5\) bis \(1{,}7\): polar \(\quad > 1{,}7\): ionisch
Pauling-Werte, z. B. H 2,20 · C 2,55 · N 3,04 · O 3,44 · F 3,98 · Cl 3,16. Faustregel für den ersten Blick; sicher wird die Einordnung erst mit den Eigenschaften.

Struktur bestimmt Eigenschaft

Im Ionengitter zieht jedes Ion alle Nachbarn stark an, im Molekülkristall halten nur schwache zwischenmolekulare Kräfte. Daraus folgen alle Unterschiede — auch dass Zucker (146 °C) und Kochsalz (801 °C) trotz gleichen Aussehens verschieden schmelzen.

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Die Regeln, an denen die Punkte hängen

Diese drei Stellen kosten in der Arbeit am häufigsten Punkte.

Woran hängt das H-Atom?

Nicht die Zahl der H-Atome zählt, sondern ob sie an F, O oder N sitzen — und ob der Partner ein freies Elektronenpaar hat. Methan, Ethan und Aceton bilden untereinander keine Brücken.

Vorzeichen mitnehmen

Gitterenergie +, Hydratationsenergie −. Für NaCl: \(788 + (-784) = +4\) kJ/mol, nicht 1572. Positiv heißt endotherm: Die Lösung wird kalt.

Lösungsgleichung mit Ladungen

Ionen behalten ihre Ladung, zusammengesetzte Ionen bleiben ganz, Indizes werden zu Koeffizienten. Immer mit (s), (aq) und \(\mathrm{H_2O}\) über dem Pfeil — und die Ladungsbilanz prüfen.