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Übung — AFB I (Reproduzieren)

Zehn Grundaufgaben von der Wasserstoffbrücke bis zur Salzlösung — wer sie sicher löst, hat die ersten Punkte der Arbeit schon.

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Aufgabenblock — AFB I

Zehn Grundaufgaben aus dem Block 2.3 „Vorbereitung Klausur II“: Regel kennen, Begriff nennen, Wert einsetzen. Das sind die sicheren Punkte in jeder Arbeit — von der Wasserstoffbrücke über die Anomalie und das Lösen von Salzen bis zu Ionen- und Molekülverbindungen. Aufgaben ohne Eingabefeld löst du schriftlich und vergleichst dann mit der Lösung.

A1
Polarität der S–H-Bindung
AFB I

Schwefelwasserstoff \(\mathrm{H_2S}\) ist wie Wasser gewinkelt gebaut. Bestimme mit den Pauling-Werten aus der Skizze die Elektronegativitätsdifferenz \(\Delta\mathrm{EN}\) der S–H-Bindung.

Elektronegativitätsdifferenz: \(\Delta\mathrm{EN} = \mathrm{EN}(\text{größer}) - \mathrm{EN}(\text{kleiner})\). Faustregel: unter 0,5 unpolar, 0,5 bis 1,7 polar, über 1,7 ionisch.
Lösung anzeigen
\(\Delta\mathrm{EN} = 2{,}58 - 2{,}20\) = 0,38
Unter 0,5: Die S–H-Bindung ist praktisch unpolar, das H-Atom kaum \(\delta^+\). Zwischen \(\mathrm{H_2S}\)-Molekülen bilden sich deshalb keine Wasserstoffbrücken — ganz anders als bei O–H mit \(\Delta\mathrm{EN} = 1{,}24\).
SHHEN 2,58EN 2,20EN 2,20
Schwefelwasserstoff mit EN-Werten
A2
Brücken zählen: Wasserstoffperoxid
AFB I

Wasserstoffperoxid \(\mathrm{H{-}O{-}O{-}H}\) ist eine farblose Flüssigkeit. Gib an, wie viele Wasserstoffbrücken ein Molekül höchstens gleichzeitig eingehen kann.

Brücken
Zählregel: Jedes H-Atom an F, O oder N kann eine Brücke „spenden“, jedes freie Elektronenpaar an F, O oder N kann eine Brücke aufnehmen. Höchstzahl = geeignete H-Atome + freie Elektronenpaare.
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Zwei H-Atome sitzen an O-Atomen (2 Brücken), jedes der beiden O-Atome trägt zwei freie Elektronenpaare (4 Brücken): \(2 + 4\) = 6 Brücken
Deshalb siedet Wasserstoffperoxid erst bei etwa 150 °C.
OOHHWasserstoffperoxid H₂O₂
Lewis-Formel von H₂O₂
A3
Das Dichtemaximum
AFB I

Das Diagramm zeigt die Dichte \(\rho\) von flüssigem Wasser zwischen 0 °C und 12 °C. Lies ab, bei welcher Temperatur Wasser seine größte Dichte hat.

°C
Maximum ablesen: Suche den höchsten Punkt der Kurve und lies senkrecht darunter die Temperatur auf der Rechtsachse ab.
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Der höchste Punkt liegt bei ϑ = 4 °C mit \(\rho \approx 1{,}000\ \mathrm{g/cm^3}\). Unterhalb von 4 °C nimmt die Dichte beim Abkühlen wieder ab — das ist die Anomalie des Wassers.
0,99950,99960,99970,99980,99991,0000024681012ϑ in °Cρ in g/cm³
Dichte von Wasser (Messwerte)
A4
Eis aus der Eiswürfelschale
AFB I

Eine Eiswürfelschale wird mit 240 g Wasser gefüllt und ins Gefrierfach gestellt. Eis hat die Dichte \(\rho = 0{,}917\ \mathrm{g/cm^3}\). Berechne das Volumen des entstehenden Eises auf eine Nachkommastelle.

cm³
Dichte: \(\rho = \dfrac{m}{V}\), umgestellt \(V = \dfrac{m}{\rho}\). Die Masse ändert sich beim Gefrieren nicht. Setze ein: \(V = \dfrac{240\ \mathrm{g}}{0{,}917\ \mathrm{g/cm^3}}\).
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\(V = \dfrac{240\ \mathrm{g}}{0{,}917\ \mathrm{g/cm^3}}\) ≈ 261,7 cm³
Aus 240 cm³ Wasser werden rund 262 cm³ Eis — etwa 9 % mehr. Deshalb wölben sich Eiswürfel in der Mitte nach oben.
A5
Kräfte zwischen Molekülen
AFB I

Nenne die drei Arten von Anziehungskräften zwischen Molekülen, die du kennengelernt hast — geordnet von der schwächsten zur stärksten — und gib zu jeder einen Stoff als Beispiel an.

Rangfolge: Die schwächste Anziehung wirkt zwischen allen Molekülen, die mittlere braucht Dipolmoleküle, die stärkste ein H-Atom an F, O oder N.
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1. Van-der-Waals-Kräfte, z. B. zwischen Propanmolekülen \(\mathrm{C_3H_8}\).
2. Dipol-Dipol-Kräfte, z. B. zwischen Chlorwasserstoffmolekülen \(\mathrm{HCl}\).
3. Wasserstoffbrücken, z. B. zwischen Ethanolmolekülen \(\mathrm{C_2H_5OH}\).
Van-der-Waals-Kräfte wirken immer zusätzlich.
A6
Hydrathüllen skizzieren
AFB I

Strontiumiodid \(\mathrm{SrI_2}\) löst sich gut in Wasser. Zeichne in die Vorlage je vier Wassermoleküle um das \(\mathrm{Sr^{2+}}\)-Ion und um das \(\mathrm{I^-}\)-Ion richtig ausgerichtet ein und kennzeichne an einem Molekül die Teilladungen.

Ausrichtung: Das Wassermolekül zeigt dem Ion immer das Ende mit der entgegengesetzten Teilladung: O-Atom \((\delta^-)\) oder H-Atom \((\delta^+)\).
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Um \(\mathrm{Sr^{2+}}\) (Kation): die O-Atome zeigen zum Ion, die H-Atome nach außen.
Um \(\mathrm{I^-}\) (Anion): je ein H-Atom zeigt zum Ion.
Teilladungen: \(\delta^-\) am O-Atom, \(\delta^+\) an beiden H-Atomen. Das Iodid-Ion wird größer gezeichnet als das Strontium-Ion.
Sr²⁺I⁻Platz für je vier Wassermoleküle
Vorlage: Ionen ohne Hydrathülle
A7
Lösungsgleichung: Natriumsulfat
AFB I

Natriumsulfat \(\mathrm{Na_2SO_4}\) enthält das Sulfat-Ion \(\mathrm{SO_4^{2-}}\). Stelle die Lösungsgleichung auf und gib an, wie viele hydratisierte Ionen aus einer Formeleinheit entstehen.

Ionen
Lösungsgleichung: \(\text{Salz(s)} \xrightarrow{\mathrm{H_2O}} \text{Kationen(aq)} + \text{Anionen(aq)}\). Die Indexzahl wird zur Anzahl der Ionen; zusammengesetzte Ionen bleiben ganz.
Lösung anzeigen
\(\mathrm{Na_2SO_4(s)} \xrightarrow{\mathrm{H_2O}} 2\,\mathrm{Na^+(aq)} + \mathrm{SO_4^{2-}(aq)}\) = 3 Ionen
Ladungsbilanz rechts: \(2\cdot(+1) + (-2) = 0\).
A8
Lösungswärme von Caesiumchlorid
AFB I

Für Caesiumchlorid \(\mathrm{CsCl}\) gelten die Gitterenergie \(+659\ \tfrac{\text{kJ}}{\text{mol}}\) und die Hydratationsenergie \(-642\ \tfrac{\text{kJ}}{\text{mol}}\). Bestätige durch Rechnung, dass sich Caesiumchlorid endotherm löst. Gib die Lösungswärme mit Vorzeichen ein.

kJ/mol
Lösungswärme: \(E_\text{Lösung} = E_\text{Gitter} + E_\text{Hydratation}\). Setze ein: \(E_\text{Lösung} = +659 + (-642)\).
Lösung anzeigen
\(E_\text{Lösung} = +659\ \tfrac{\text{kJ}}{\text{mol}} + \left(-642\ \tfrac{\text{kJ}}{\text{mol}}\right)\) = +17 kJ/mol
Positiv: Der Vorgang ist endotherm, die Lösung kühlt sich ab.
CsCl(s)Cs⁺ + Cl⁻ (frei)Ionen (aq)+659−642Energien in kJ/mol (nicht maßstäblich)
Energiediagramm zum Lösen von CsCl
A9
Schmelzen auf Teilchenebene
AFB I

Schwefel besteht aus \(\mathrm{S_8}\)-Molekülen und schmilzt bei 115 °C, Calciumoxid \(\mathrm{CaO}\) aus \(\mathrm{Ca^{2+}}\)- und \(\mathrm{O^{2-}}\)-Ionen und schmilzt erst bei etwa 2600 °C. Beschreibe für beide Stoffe, was beim Schmelzen auf der Teilchenebene überwunden wird.

Struktur bestimmt Eigenschaft: Im Molekülkristall wirken zwischen den Molekülen nur schwache Kräfte, im Ionengitter zieht jedes Ion alle Nachbarn stark an.
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Schwefel: Überwunden werden nur die schwachen Van-der-Waals-Kräfte zwischen den \(\mathrm{S_8}\)-Molekülen; die Atombindungen in den Molekülen bleiben erhalten.
Calciumoxid: Überwunden wird die starke, allseitige Anziehung zwischen den zweifach geladenen Ionen im Ionengitter — dafür ist sehr viel Energie nötig.
A10
Wo leuchtet die Lampe?
AFB I

In fünf Gefäßen wird mit gleicher Spannung geprüft, ob eine Lampe im Stromkreis leuchtet (siehe Skizze). Ordne jedem Gefäß „leitet“ oder „leitet nicht“ zu und gib an, in wie vielen Gefäßen die Lampe leuchtet.

Gefäße
Leitfähigkeit: Strom braucht frei bewegliche Ladungsträger. Ionen sind im festen Salz unbeweglich, in Schmelze und Lösung beweglich; Moleküle sind ungeladen.
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Leitet: B (gelöste \(\mathrm{Li^+}\)- und \(\mathrm{Cl^-}\)-Ionen) und E (bewegliche Ionen in der Schmelze). Leitet nicht: A (Ionen fest im Gitter), C und D (nur ungeladene Moleküle). = 2 Gefäße
ALiClfestBLiClgelöstCEthanolreinDGlucosegelöstELiClSchmelze
Leitfähigkeitsprüfung, Elektroden grau