Zwei Schritte, eine Bilanz
Das Lösen eines Salzes lässt sich gedanklich in zwei Teilschritte zerlegen — der eine kostet Energie, der andere setzt Energie frei.
- Gitter aufbrechen:die Ionen werden voneinander getrennt; dafür muss die Gitterenergie aufgewendet werden (endotherm).
- Hydratation:Wassermoleküle lagern sich an die freien Ionen an; dabei wird die Hydratationsenergie frei (exotherm).
- Lösungswärme:Summe beider Energien — sie entscheidet, ob sich die Lösung erwärmt oder abkühlt.
- Vorzeichen:\(+\) = vom System aufgenommen, \(-\) = an die Umgebung abgegeben; Angaben je Mol Salz in kJ/mol.
Klicke „Zerlegen“ und lege die beiden Energie-Balken an die richtige Stelle im Energiediagramm: erst das Gitter aufbrechen, dann hydratisieren. Vergleiche danach die vier Salze (gerundete Literaturwerte).
Halte fest: Die Lösungswärme ist die kleine Differenz zweier großer Energien — überwiegt die Hydratationsenergie, erwärmt sich die Lösung, überwiegt die Gitterenergie, kühlt sie ab.
Warm oder kalt?
Mit den beiden Teilenergien lässt sich die Lösungswärme vorhersagen.
Herleitung am Beispiel Kaliumchlorid:
- Exotherm:\(E_\text{Lösung}<0\), die Lösung wird warm, z. B. Calciumchlorid \((-81\ \tfrac{\text{kJ}}{\text{mol}})\).
- Endotherm:\(E_\text{Lösung}>0\), die Lösung wird kalt, z. B. Ammoniumnitrat in Kühlkompressen \((+26\ \tfrac{\text{kJ}}{\text{mol}})\).
- Ionengröße:kleine und hoch geladene Ionen haben eine große Gitter- und eine große Hydratationsenergie.
Lösungswärme: \(E_\text{Lösung}=E_\text{Gitter}+E_\text{Hydratation}\)
Allgemeine Hinweise
Vorzeichen mitnehmen
Die Hydratationsenergie ist negativ. Für Natriumchlorid gilt \(788+(-784)=+4\) kJ/mol — nicht \(788+784\).
Endotherm heißt nicht unlöslich
Kaliumchlorid kühlt beim Lösen ab und löst sich trotzdem gut (34 g in 100 g Wasser bei 20 °C). Die fehlende Energie kommt als Wärme aus der Umgebung.
Erst schätzen, dann rechnen
Welcher Balken ist länger? Ist der Hydratations-Balken länger als der Gitter-Balken, endet das Diagramm unter dem Start — die Lösung wird warm.
