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Zusammenfassung

Atombindung, Lewis-Formel, EPA-Modell und Polarität auf einen Blick — mit den Regeln, die du in der Arbeit brauchst.

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1.1 Moleküle bauen

Nichtmetallatome geben keine Elektronen ab — sie teilen sich Elektronenpaare und erreichen so gemeinsam die Edelgaskonfiguration. Die Lewis-Formel zeigt, wie.

Atombindung

FF

Zwei Nichtmetallatome teilen ein Elektronenpaar, das von beiden Kernen angezogen wird. Es zählt für beide Außenschalen. Es entsteht ein Molekül.

\(\mathrm{F + F \longrightarrow F_2}\)

Energie und Abstand

MinimumAbstandE

Im Energieminimum liegt die Bindungslänge; seine Tiefe ist die Bindungsenergie. Bilden setzt sie frei, Spalten kostet genauso viel.

\(\mathrm{H_2}\): 74 pm · 436 kJ/mol

Lewis-Formel

OHHbindend blau · frei orange

Nur Valenzelektronen: Strich = Elektronenpaar, bindend zwischen zwei Atomen, frei an einem Atom. H steht immer außen.

Striche = Valenzelektronen : 2

Mehrfachbindungen

NNOO

Reicht das Gerüst nicht für das Oktett, wird ein freies Paar des Nachbarn bindend. Mehr gemeinsame Paare: kürzer und stärker.

C–C 154 · C=C 134 · C≡C 120 (pm)
Lewis-Formel in vier Schritten
Zählen → Gerüst → Verteilen → Prüfen
Bindigkeit = 8 − Valenzelektronen: C 4, N 3, O 2, Halogene 1, H 1. Oktett zählen: Elektronen eines Atoms = 2 · (freie Paare + alle Striche seiner Bindungen); H hat 2 (Duett). Kontrolle: alle Striche · 2 = Summe der Valenzelektronen.

Drei Namen, eine Bindung

Atombindung, Elektronenpaarbindung und kovalente Bindung meinen dasselbe. Bei der Ionenbindung gehen Elektronen über, bei der Atombindung werden sie geteilt.

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1.2 Der räumliche Bau

Die Lewis-Formel ist flach. Den Raum liefert das EPA-Modell: Die Elektronenpaare am Zentralatom stoßen sich ab und gehen so weit wie möglich auseinander.

2 Wolken: linear

Zwei Wolken liegen einander gegenüber. Eine Doppel- oder Dreifachbindung zählt als eine Wolke.

\(\mathrm{CO_2}\), HCN: 180°

3 Wolken: trigonal-planar

Drei Wolken in einer Ebene, zu den Ecken eines Dreiecks.

\(\mathrm{BF_3}\), \(\mathrm{CH_2O}\): 120°

4 Wolken: tetraedrisch

Vier Wolken zeigen in die Ecken eines Tetraeders. Keil: nach vorn, gestrichelt: nach hinten.

\(\mathrm{CH_4}\): 109,5°

Freie Paare: Pyramide und Knick

Freie Paare zählen als Wolken, sind in der Gestalt aber „unsichtbar“ und stauchen die Winkel.

\(\mathrm{NH_3}\) 107° · \(\mathrm{H_2O}\) 104,5°
EPA-Modell und Gestalt
2 Wolken → 180° · 3 Wolken → 120° · 4 Wolken → 109,5°
Vorgehen: Lewis-Formel → Wolken am Zentralatom zählen (jede Bindung eine Wolke, jedes freie Paar eine Wolke) → Gestalt ablesen. 4 Wolken mit 1 freien Paar: trigonal-pyramidal; mit 2 freien Paaren: gewinkelt.

Anordnung ist nicht Gestalt

Die Wolken von NH₃ stehen tetraedrisch, die Atome bilden aber eine Pyramide. Die Molekülgestalt beschreibt nur die Lage der Atome.

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1.3 Polare Bindungen

Zwei verschiedene Atome ziehen unterschiedlich stark am gemeinsamen Elektronenpaar. Daraus folgen Teilladungen, Dipole und die Bindungsart.

Elektronegativität

EN steigt →ENsteigtF

Maß für den Zug eines Atoms am bindenden Elektronenpaar, Pauling-Skala ohne Einheit. Steigt in der Periode nach rechts, sinkt in der Gruppe nach unten.

F 4,0 · O 3,4 · Cl 3,2 · N 3,0 · C 2,6 · H 2,2

Polare Atombindung

HClδ+δ−ΔEN = 3,2 − 2,2 = 1,0

Das Elektronenpaar rückt zum elektronegativeren Atom: dort δ−, beim Partner δ+. Das Molekül bleibt insgesamt neutral.

\(\Delta\mathrm{EN} = \mathrm{EN}_{\text{groß}} - \mathrm{EN}_{\text{klein}}\)

Dipolmolekül

OH₂O: DipolOCOCO₂: kein Dipol

Polare Bindungen und getrennte Ladungsschwerpunkte. Symmetrisch gebaute Moleküle heben ihre polaren Bindungen auf. Test: Flüssigkeitsstrahl am geladenen Stab.

Dipol: \(\mathrm{H_2O}\), \(\mathrm{NH_3}\) · kein Dipol: \(\mathrm{CO_2}\), \(\mathrm{BF_3}\)

Bindungsarten

00,51,73,3unpolarpolarionischΔEN

ΔEN sagt die Bindungsart vorher. Zwei Metalle bilden eine Metallbindung — dort gilt die Regel nicht.

\(\mathrm{NaCl}\) 2,3 · \(\mathrm{HCl}\) 1,0 · \(\mathrm{Cl_2}\) 0
Faustregel
ΔEN < 0,5 unpolar · 0,5 bis 1,7 polar · > 1,7 ionisch
ΔEN ist immer größere minus kleinere EN und nie negativ. δ− trägt das Atom mit der größeren EN. Die Grenzen sind Richtwerte: HF (1,8) und BF₃ (2,0) bestehen trotzdem aus Molekülen — im Zweifel entscheiden die Stoffeigenschaften.

Dipol in drei Schritten

1. ΔEN der Bindungen prüfen. 2. Form mit dem EPA-Modell bestimmen. 3. Fallen die Schwerpunkte von δ+ und δ− zusammen? Ein freies Paar am Zentralatom macht die Form fast immer unsymmetrisch.

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Die Regeln, an denen die Punkte hängen

Diese drei Stellen kosten in der Arbeit am häufigsten Punkte.

Ein Strich sind zwei Elektronen

Erst die Valenzelektronen addieren und halbieren, dann Striche verteilen. Am Ende zweimal kontrollieren: Summe der Striche · 2 = Valenzelektronen, und jedes Atom hat 8 Elektronen (H: 2).

Freie Paare nie vergessen

Beim EPA-Modell zählen freie Paare am Zentralatom als eigene Wolken — ohne sie wird aus dem gewinkelten Wasser ein lineares Molekül. In der Gestalt tauchen sie dann aber nicht mehr auf.

Polar ist nicht gleich Dipol

Erst die Bindung (ΔEN), dann die Form, dann die Schwerpunkte. CO₂ und BF₃ haben stark polare Bindungen und sind trotzdem keine Dipole.