Aufgabenblock — AFB III
Zehn Aufgaben zum Beurteilen, Planen und Stellungnehmen. Lösen Sie zuerst die Auswahl, formulieren Sie Ihre Antwort dann in eigenen Worten und vergleichen Sie erst danach mit der Musterlösung.
Der Bestand der Äsche, eines Fisches kühler, sauerstoffreicher Flüsse mit Kiesgrund, ist an einem Fluss stark zurückgegangen. Ein Angelverein fordert, die Hälfte der überwinternden Kormorane abzuschießen. Gutachten zeigen außerdem: Die Sommertemperatur des Wassers ist in 30 Jahren um 2 °C gestiegen, und viele Kiesbänke sind durch Feinsediment aus angrenzenden Äckern verschlammt. Kormorane fressen viele verschiedene Fischarten.
Beurteilen Sie die Forderung: Markieren Sie alle zutreffenden Urteile.
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Musterlösung: Der Kormoran frisst Äschen und kann einen bereits geschwächten Bestand weiter verringern; ein Abschuss senkt den Fraßdruck aber nur kurzfristig, da neue Vögel zuwandern. Er beseitigt nicht die Ursachen: Die Äsche ist auf kühles, sauerstoffreiches Wasser angewiesen — 2 °C Erwärmung verschieben ihre Lebensbedingungen Richtung Pessimum. Verschlammte Kiesbänke verhindern die Fortpflanzung.
Das Lotka-Volterra-Modell ist nicht übertragbar, weil der Kormoran viele Fischarten frisst und nicht von der Äsche abhängt. Urteil: Die Forderung greift zu kurz; nachhaltiger sind Beschattung durch Ufergehölze, Gewässerrandstreifen gegen Feinsediment und freigelegte Kiesbänke — ergänzend allenfalls Vergrämung an besonders sensiblen Stellen.
In einem Zeitungsartikel heißt es: „Je mehr Arten ein Ökosystem hat, desto stabiler ist es.“ Nehmen Sie Stellung zur These: Prüfen Sie zuerst jede Aussage, die in Ihre Stellungnahme eingehen soll.
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Musterlösung: Für die These spricht, dass in artenreichen Ökosystemen viele Nahrungsbeziehungen bestehen: Fällt eine Beuteart aus, können Räuber ausweichen, und Störungen werden abgepuffert. Dagegen spricht, dass auch artenarme Systeme wie Hochmoore über Jahrtausende stabil sind, weil extreme Bedingungen sie prägen.
Zudem kann in einem artenreichen System der Verlust einer Schlüsselart das Gefüge stark verändern. Artenzahl ist außerdem nur ein Teil der Biodiversität. Stellungnahme: Die These beschreibt eine Tendenz, gilt aber nicht uneingeschränkt; Stabilität hängt von Vielfalt, Schlüsselarten und den abiotischen Bedingungen ab.
Ein Kabeljaubestand umfasst 200 000 t. Durch Fortpflanzung und Wachstum nimmt seine Biomasse jährlich um 15 % des jeweiligen Bestands zu (nach Abzug der natürlichen Sterblichkeit). Der Zuwachs wird am Jahresende berechnet, danach wird der Fang abgezogen.
Legen Sie die Fangmenge fest, die den Bestand konstant hält, und berechnen Sie den Bestand, falls stattdessen jedes Jahr 50 000 t gefangen werden.
| Festlegung | Ihre Angabe in t |
|---|---|
| Fangmenge pro Jahr, die den Bestand konstant hält | |
| Bestand nach 1 Jahr bei 50 000 t Fang | |
| Bestand nach 2 Jahren bei 50 000 t Fang |
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Musterlösung: Der Bestand wächst jährlich um 15 %, also um 30 000 t. Eine Fangmenge von höchstens 30 000 t pro Jahr hält ihn konstant — das ist hier die nachhaltige Nutzung im Sinne der Regenerationsfähigkeit.
Bei 50 000 t Fang sinkt der Bestand auf 180 000 t und im zweiten Jahr auf 157 000 t; weil der Zuwachs vom Bestand abhängt, beschleunigt sich der Rückgang. Festlegung: höchstens 30 000 t, wegen Messunsicherheiten und schwankender Nachwuchsjahrgänge besser deutlich weniger.
Eine Schülergruppe will untersuchen, ob in einem naturnahen Buchenwald mehr Arten der Krautschicht vorkommen als in einem benachbarten Fichtenforst. Planen Sie die Freilanduntersuchung — ordnen Sie dazu die Schritte.
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Musterlösung: Aus der Frage wird die Hypothese abgeleitet, dass die Krautschicht im Buchenwald artenreicher ist. Grundgesamtheit sind die Krautschichten beider Wälder; ausgewählt werden gleich große Flächen mit ähnlichem Boden und ähnlicher Neigung, damit sich die Flächen möglichst nur in der Baumart unterscheiden. In jeder Fläche werden 15 Quadrate zufällig festgelegt.
Am selben Tag werden Arten und Deckungsgrad erfasst sowie Licht und pH-Wert gemessen, um Unterschiede erklären zu können (unter Fichten ist es dunkler und saurer). Ausgewertet werden Artenzahl und Diversitätsindex; die Hypothese wird bestätigt oder verworfen.
Im Harz wurden im 19. und 20. Jahrhundert großflächig Fichten gepflanzt, auch in tieferen Lagen, wo natürlicherweise Buchenwälder wachsen. Nach den Dürresommern ab 2018 starben dort auf zehntausenden Hektar die Fichten ab, befallen vom Borkenkäfer Buchdrucker.
Diskutieren Sie, ob Fichten-Monokulturen eine nachhaltige Nutzung des Waldes sind — spielen Sie die Argumentation Schritt für Schritt durch.
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Musterlösung: Für Fichten-Monokulturen spricht der hohe, schnelle Holzertrag. Dagegen spricht, dass Fichten in tieferen Lagen am Rand ihres Toleranzbereichs wachsen: Flache Wurzeln und der Bedarf an kühlem, feuchtem Klima machen sie in Dürren anfällig. Geschwächte Bäume wehren Borkenkäfer schlechter ab, und in gleichartigen, dichten Beständen kann sich der Käfer massenhaft ausbreiten.
Das Absterben großer Flächen trifft die Forstwirtschaft (Preisverfall), die Gesellschaft (Erholung, Wasserschutz) und das Klima (Kohlenstoffspeicher). Ergebnis: Die Monokultur war nur kurzfristig ertragreich; nachhaltig ist ein standortgerechter Mischwald, der Risiken verteilt und dennoch genutzt werden kann.
Bewerten Sie Maßnahmen gegen die Überfischung eines Bestands, indem Sie in jeder Zeile genau ein Kreuz setzen.
| Maßnahme | wirkt nachhaltig | verlagert das Problem | verschärft das Problem |
|---|---|---|---|
| Die Maschenweite der Netze wird vergrößert, damit Jungfische entkommen. | |||
| Die Fangquote wird unterhalb des jährlichen Zuwachses festgelegt. | |||
| Laichgebiete werden als Schutzgebiete ausgewiesen. | |||
| Die Fangflotte fischt stattdessen vor der Küste eines anderen Landes. | |||
| Lachse werden in Aquakultur mit Fischmehl aus Wildfang gefüttert. | |||
| Der Bau größerer Fangschiffe wird staatlich gefördert. | |||
| Unerwünschter Beifang wird tot über Bord geworfen, um die Quote zu schonen. |
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Musterlösung: Größere Maschen lassen Jungfische heranwachsen und sich fortpflanzen, Quoten unter dem Zuwachs halten die Entnahme im Rahmen der Regeneration, Schutzgebiete sichern die Fortpflanzung — diese Maßnahmen wirken nachhaltig.
Das Fischen vor fremden Küsten und die Fütterung mit Fischmehl verlagern den Druck auf andere Bestände. Subventionen für größere Schiffe erhöhen die Fangkapazität, und tot zurückgeworfener Beifang erhöht die tatsächliche Entnahme — beides verschärft die Überfischung.
„Das aus Nordamerika eingeschleppte Grauhörnchen verdrängt das heimische Eichhörnchen in Großbritannien durch Konkurrenz um Nahrung.“
Überprüfen Sie die Hypothese, indem Sie jeden Befund einordnen.
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Musterlösung: Für Nahrungskonkurrenz sprechen Befunde, die einen Nachteil der Eichhörnchen bei der Nahrung zeigen, ohne dass Krankheit im Spiel ist: langsameres Wachstum und weniger Nachwuchs neben Grauhörnchen sowie die bessere Verwertung von Eicheln.
Das Pockenvirus beschreibt dagegen einen Parasiten, den Grauhörnchen übertragen — eine zweite Ursache. Der Rückgang nach Abholzung zeigt, dass auch Lebensraumverlust wirkt. Herkunft und Beliebtheit sind für die Ursache bedeutungslos. Ergebnis: Die Hypothese ist gestützt, erklärt den Rückgang aber nicht allein.
Widerlegen Sie jede Aussage, indem Sie das passende Gegenbeispiel wählen.
| Aussage | Gegenbeispiel |
|---|---|
| „Parasiten töten ihren Wirt immer.“ | |
| „In einer Symbiose profitieren beide Partner immer gleich stark.“ | |
| „Arten mit ähnlichen Ansprüchen können nie im selben Wald leben.“ | |
| „Destruenten sind ausschließlich Bakterien.“ |
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Musterlösung: „Parasiten töten ihren Wirt immer“: Der Fuchsbandwurm lebt jahrelang im Fuchs, ohne ihn deutlich zu schwächen — ein toter Wirt nützt dem Parasiten nicht. „Symbionten profitieren gleich“: In der Flechte ist der Pilz auf die Alge angewiesen, die Alge dagegen kann auch frei leben; der Nutzen ist ungleich verteilt.
„Ähnliche Arten können nicht zusammenleben“: Blau- und Kohlmeise nutzen verschiedene Bereiche der Baumkrone — Einnischung ermöglicht Koexistenz. „Destruenten sind nur Bakterien“: Auch Pilze sowie Tiere wie Regenwürmer und Asseln zersetzen tote Biomasse.
Eine Gruppe möchte die Toleranz von Wasserflöhen gegenüber der Wassertemperatur untersuchen und misst dazu die Herzschlagfrequenz. Entwickeln Sie das Experiment, indem Sie die Versuchsplanung vervollständigen — zwei Wörter bleiben übrig.
Die unabhängige Variable ist die , die abhängige Variable ist die . Wassermenge, Alter der Tiere und Beleuchtung werden in allen Ansätzen gehalten. Bei jeder Temperatur werden Tiere gemessen, und aus ihren Werten wird der gebildet. Die Ergebnisse werden in einem dargestellt, aus dem sich das Optimum und die Grenzen der Toleranz ablesen lassen.
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Musterlösung: Unabhängige Variable ist die Wassertemperatur, z. B. in Stufen von 5 °C bis 30 °C; abhängige Variable ist die Herzschlagfrequenz, unter dem Mikroskop pro 15 s gezählt. Kontrollvariablen wie Wassermenge, Alter der Tiere, Beleuchtung und Eingewöhnungszeit bleiben gleich.
Pro Temperatur werden mehrere Tiere gemessen und Mittelwerte gebildet; so fallen Zufallsschwankungen weniger ins Gewicht. Aus dem Diagramm Herzschlagfrequenz gegen Temperatur lassen sich Optimum und Toleranzgrenzen ablesen — aus Tierschutzgründen ohne Messungen bis zum Tod der Tiere.
Seit Jahrzehnten gelangen mit dem Regen Stickstoffverbindungen aus Landwirtschaft und Verkehr in die Heide. Auf vielen Flächen wird das Heidekraut von hochwüchsigen Gräsern wie dem Pfeifengras verdrängt. Heidekraut ist an sehr nährstoffarme Sandböden angepasst.
Formulieren Sie eine prüfbare Hypothese zur Beobachtung, indem Sie die Bausteine in die richtige Reihenfolge bringen.
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Musterlösung: Hypothese: Wenn der Boden durch Stickstoffeinträge nährstoffreicher wird, wächst das Pfeifengras schneller als das Heidekraut und beschattet es, weil das Heidekraut an nährstoffarme Böden angepasst ist und bei reichlich Stickstoff konkurrenzschwächer ist.
Prüfen ließe sich die Hypothese mit Versuchsflächen, auf denen Heidekraut und Pfeifengras gemeinsam mit und ohne Stickstoffdüngung wachsen, sowie mit Reinkulturen als Kontrolle. Die Heidepflege durch Schafe, Mahd oder Abplaggen entzieht dem Boden Nährstoffe und wirkt der Verdrängung entgegen.
