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Übung AFB III

Werbeversprechen, Nervenleitmessung, Gegenbeispiele — hier zählt Ihr eigenes Urteil, gestützt auf Fachwissen.

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Aufgabenblock — AFB III

Zehn Aufgaben zum Beurteilen, Planen und Stellungnehmen. Lösen Sie zuerst die Auswahl, formulieren Sie Ihre Antwort dann in eigenen Worten und vergleichen Sie erst danach mit der Musterlösung.

A1
Kapseln für schnelle Nerven?
AFB III
Material: Ein Werbetext

„Neuro-Kalium forte: Kalium ist das wichtigste Ion Ihrer Nerven! Zwei Kapseln täglich sorgen für mehr Kalium an Ihren Nervenzellen — für blitzschnelle Nervenleitung und spürbar kürzere Reaktionszeiten.“ Studien werden nicht genannt.

Beurteilen Sie das Werbeversprechen: Markieren Sie alle zutreffenden Urteile.

Mehrere Antworten sind richtig. Markieren Sie alle zutreffenden und klicken Sie dann auf „Prüfen“.
Maßstab: Fachwissen und Belege. Entscheidend für die Geschwindigkeit sind Myelinisierung und Durchmesser; die K⁺-Konzentration im Blut hält der Körper in engen Grenzen, weil schon eine Verschiebung das Ruhepotenzial verändert.
Strategie: Prüfen Sie jedes Urteil an dem, was die Leitungsgeschwindigkeit tatsächlich bestimmt.Warum so? Ein Urteil braucht einen Maßstab — hier Fachwissen über Erregungsleitung und die Frage nach Belegen.
Lösungsskizze: Geschwindigkeit: Myelin + Durchmesser · mehr K⁺ außen: depolarisiert · APs: gleich hoch · Belege: fehlen.
Musterlösung anzeigen

Musterlösung: Das Versprechen verwechselt die Bedeutung von K⁺ für das Ruhepotenzial mit der Leitungsgeschwindigkeit. Wie schnell ein AP läuft, hängt von der Myelinscheide (saltatorische Leitung) und vom Axondurchmesser ab. Die Höhe der APs ist nach dem Alles-oder-Nichts-Prinzip ohnehin fest.

Stiege die K⁺-Konzentration außen tatsächlich, würde das K⁺-Gefälle kleiner, die Zellen würden depolarisiert — mit Risiken für Nerven und Herz. Weil zudem keine kontrollierte Studie genannt wird, ist das Versprechen fachlich nicht haltbar und als Werbung ohne Beleg abzulehnen.

A2
Stimmt die Schlussfolgerung?
AFB III

Überprüfen Sie, ob die Schlussfolgerung jeweils aus dem Befund folgt.

6 Aussagen nacheinander. Eine falsche Einschätzung reicht — dann starten Sie die Serie mit „Neue Runde“ neu.
Aussage 1 von 6

Ein Schluss ist nur gültig, wenn der Befund keine andere Erklärung zulässt. Häufige Fehler: Auslöser mit Überträger verwechseln (Ca²⁺), eine hinreichende mit einer notwendigen Bedingung (Axondurchmesser) und normale Anpassung mit Schaden (Adaptation).
Strategie: Fragen Sie bei jedem Schluss: Gibt es eine andere Erklärung für denselben Befund?Warum so? Ein Befund kann eine Hypothese stützen, aber nur ausschließen, was ihm widerspricht.
Lösungsskizze: gültig: TTX, Frequenz, Curare · ungültig: Durchmesser (Myelin!), Ca²⁺ als Transmitter, Schaden statt Adaptation.
Musterlösung anzeigen

Musterlösung: Gültig sind die Schlüsse zu TTX, zur Frequenzcodierung und zu Curare: Jeweils schließt der Befund die Alternativen aus — bei Curare zeigt die direkte Reizung, dass die Muskelfaser selbst noch erregbar ist.

Ungültig ist der Schluss auf einen großen Durchmesser, weil auch dünne markhaltige Axone 80 m/s erreichen. Ca²⁺ ist nur der Auslöser der Exocytose, nicht der Transmitter. Eine sinkende AP-Frequenz bei gleichbleibendem Reiz ist Adaptation und kein Hinweis auf einen Schaden.

A3
Schneller bremsen durch Nerventraining?
AFB III
Material: Reaktionszeit im Straßenverkehr (Modellwerte)

Taucht plötzlich ein Hindernis auf, vergehen bis zum Tritt auf die Bremse im Mittel etwa 0,7 s. Die Erregung für den Fuß läuft über Axone von insgesamt rund 1,2 m Länge mit etwa 60 m/s. Ein Anbieter wirbt: „Mit unserem Nerven-Training leiten Ihre Nerven schneller — so bremsen Sie viel früher!“

Nehmen Sie Stellung zu der Behauptung. Berechnen Sie dazu zuerst die Größen in der Tabelle.

Füllen Sie alle Felder aus und prüfen Sie dann. Enter in einem Feld prüft ebenfalls. Dezimalzahlen mit Komma oder Punkt.
GrößeErgebnis
Leitungszeit vom Gehirn zum Fuß in ms
Anteil der Leitungszeit an der Reaktionszeit in %
Restzeit für Wahrnehmen, Verarbeiten und Entscheiden in ms
Zeitgewinn, wenn die Axone 10 % schneller leiteten, in ms
1,2 m : 60 m/s = 0,02 s = 20 ms, das sind 20 : 700 ≈ 2,9 % der Reaktionszeit. 680 ms bleiben für Verarbeitung. Bei 66 m/s dauerte die Leitung 18,2 ms — ein Gewinn von nur 1,8 ms.
Strategie: Rechnen Sie zuerst, welchen Anteil die Leitung überhaupt ausmacht.Warum so? Eine Stellungnahme braucht Zahlen: Ein Vorteil, der nur einen winzigen Anteil betrifft, kann kaum viel bewirken.
Lösungsskizze: 20 ms · 2,9 % · 680 ms · 1,8 ms → Die Leitung ist nicht der Engpass; entscheidend ist die Verarbeitung im Gehirn.
Musterlösung anzeigen

Musterlösung: Die Leitung vom Gehirn zum Fuß dauert nur etwa 20 ms, knapp 3 % der Reaktionszeit von 0,7 s. Selbst 10 % schnellere Axone brächten weniger als 2 ms — beim Bremsen aus 50 km/h entspricht das rund 2,5 cm Weg.

Die übrigen rund 680 ms entfallen auf Wahrnehmen, Erkennen, Entscheiden und Bewegungsplanung im Gehirn, also auf die Verarbeitung an sehr vielen Synapsen. Die Behauptung ist daher nicht haltbar: Training kann die Reaktionszeit verkürzen, aber über schnellere Verarbeitung und Übung, nicht über schnellere Nervenleitung. Zudem nennt die Werbung keinen Beleg.

A4
Wo wirkt Stoff Y?
AFB III

Planen Sie einen Versuch, der klärt, ob Stoff Y am Axon, an der Endplatte oder an der Muskelfaser angreift. Bringen Sie die Schritte in eine sinnvolle Reihenfolge.

Ziehen Sie die Karten in die richtige Reihenfolge — mit der Tastatur: ↑/↓ verschiebt, Shift+↑/↓ wechselt nur den Fokus.
1Hypothesen aufstellen: Y wirkt am Axon, an der Endplatte oder an der Muskelfaser.
2Nerv-Muskel-Präparat in Nährlösung vorbereiten und Messelektroden an Nerv und Muskelfaser anbringen.
3Kontrolle ohne Y: Nerv reizen und Nerven-AP, Endplattenpotenzial und Zuckung registrieren.
4Y zugeben und den Nerv mit gleicher Reizstärke erneut reizen.
5Bleibt die Zuckung aus: Nerven-AP und Endplattenpotenzial prüfen und die Muskelfaser direkt reizen.
6Befunde mit der Kontrolle vergleichen und den Angriffsort ableiten.
Erst Hypothesen, dann Präparat und Kontrollmessung, dann die Behandlung unter gleichen Bedingungen. Die gezielte Prüfung der drei Orte (Nerven-AP, Endplattenpotenzial, direkte Reizung) grenzt den Angriffsort ein.
Strategie: Ein Versuch braucht eine Kontrolle unter sonst gleichen Bedingungen, bevor der Stoff wirkt.Warum so? Nur der Vergleich mit der Kontrolle zeigt, was Y verändert.
Lösungsskizze: Hypothesen → Präparat → Kontrolle → Y → Orte prüfen → Vergleich und Schluss.
Musterlösung anzeigen

Musterlösung: Nach den Hypothesen wird ein Nerv-Muskel-Präparat vorbereitet. Die Kontrollmessung ohne Y zeigt normales Nerven-AP, Endplattenpotenzial und Zuckung. Dann wird Y zugegeben und mit gleicher Reizstärke gereizt.

Bleibt die Zuckung aus, wird geprüft, wo die Kette abreißt: Fehlt schon das Nerven-AP, wirkt Y am Axon. Läuft das AP, fehlt aber das Endplattenpotenzial, wirkt Y an der Endplatte. Ist beides vorhanden, doch die Faser zuckt auch bei direkter Reizung nicht, liegt der Angriffsort in der Muskelfaser.

A5
Kribbeln in den Füßen
AFB III
Material: Nervenleitmessung bei Frau K.

Frau K. klagt über Kribbeln und Taubheit in beiden Füßen. Ein Beinnerv wird nacheinander an zwei Stellen gereizt, die Antwort wird jeweils an einem Fußmuskel abgeleitet. Aus Abstand und Zeitdifferenz ergibt sich die Leitungsgeschwindigkeit. Die Messung erfasst die Summe der APs vieler Axone des Nervs (Summenpotenzial).

Entwickeln Sie Schritt für Schritt eine begründete Hypothese zur Ursache der Beschwerden.

Spielen Sie den Weg Schritt für Schritt durch: Was ist jetzt richtig? Nur die richtige Karte bringt Sie weiter.
    Die Leitungsgeschwindigkeit zeigt den Zustand der Myelinscheiden, die Größe des Summenpotenzials die Zahl der leitenden Axone. Die Messung zwischen zwei Reizorten schließt Endplatte und Muskel als Ursache der Verlangsamung aus.
    Strategie: Trennen Sie zwei Messgrößen: Wie schnell? und Wie viel?Warum so? Eine Hypothese muss beide Befunde zugleich erklären.
    Lösungsskizze: langsam + normale Größe → Myelinschaden · Differenzmessung → Endplatte fällt heraus · klein + normal schnell → Axonverlust.
    Musterlösung anzeigen

    Musterlösung: Die halbierte Leitungsgeschwindigkeit bei normal großem Summenpotenzial spricht für eine Schädigung der Myelinscheiden: Die Axone sind vorhanden, leiten aber langsamer, weil die Ausgleichsströme unter der geschädigten Hülle versickern und die Schnürringe verspätet den Schwellenwert erreichen.

    Weil die Geschwindigkeit aus der Zeitdifferenz zweier Reizorte berechnet wird, spielen Endplatte und Muskel keine Rolle. Ein Verlust ganzer Axone zeigte sich dagegen vor allem an einem kleineren Summenpotenzial. Zur Absicherung wären weitere Nerven und Verlaufsmessungen nötig.

    A6
    Vier Allaussagen
    AFB III

    Widerlegen Sie jede Aussage, indem Sie das passende Gegenbeispiel wählen.

    Wählen Sie in jedem Menü den passenden Eintrag. Alle Felder müssen stimmen.
    AussageGegenbeispiel
    „Jedes elektrische Signal im Nervensystem folgt dem Alles-oder-Nichts-Prinzip.“
    „Von Zelle zu Zelle wird die Erregung immer elektrisch weitergegeben.“
    „Ein dünneres Axon leitet immer langsamer als ein dickeres.“
    „Sinneszellen melden einen gleichbleibenden Reiz, solange er andauert, gleich stark.“
    Eine Allaussage fällt schon durch ein Gegenbeispiel: EPSP sind abgestuft, an Synapsen wird chemisch übertragen, Myelin schlägt Durchmesser, und phasische Rezeptoren adaptieren rasch.
    Strategie: Ein Gegenbeispiel ist ein Fall, in dem die Voraussetzung gilt, die Behauptung aber nicht.Warum so? Eine Allaussage fällt schon durch ein einziges überzeugendes Gegenbeispiel.
    Lösungsskizze: EPSP · Endplatte/ACh · markhaltig gegen Riesenaxon · phasischer Rezeptor.
    Musterlösung anzeigen

    Musterlösung: „Alles-oder-Nichts“: Das EPSP ist abgestuft und wächst mit der Transmittermenge — es gilt nur für APs. „Immer elektrisch“: An der Endplatte überträgt ACh die Erregung chemisch über den Spalt.

    „Dünner = langsamer“: Ein 10 µm dünnes markhaltiges Axon leitet mit saltatorischer Leitung schneller als das marklose Riesenaxon des Tintenfischs (≈ 25 m/s). „Gleich starke Meldung“: Phasische Rezeptoren adaptieren rasch und melden vor allem Änderungen.

    A7
    Ist Myelin immer besser?
    AFB III

    Diskutieren Sie die These „Markhaltige Axone sind marklosen in jeder Hinsicht überlegen.“, indem Sie die Argumente zuordnen.

    Ziehen Sie jede Karte in den passenden Korb — oder wählen Sie sie mit Enter aus und drücken Sie dann die Ziffer des Korbs (0 legt sie zurück).
    1spricht für die These
    2spricht gegen die These
    Für die These sprechen Geschwindigkeit, Energie- und Platzersparnis; gegen „in jeder Hinsicht“ sprechen der Aufwand für die Gliazellen, die Anfälligkeit bei Entmarkung und der geringe Nutzen auf kurzen Strecken.
    Strategie: Prüfen Sie jedes Argument: Stützt es die Überlegenheit oder zeigt es einen Nachteil?Warum so? Eine Diskussion wägt beide Seiten ab — das Wort „jeder“ macht die These angreifbar.
    Lösungsskizze: für: schnell, sparsam, platzsparend · gegen: Aufwand, Anfälligkeit, wenig Nutzen auf kurzen Wegen.
    Musterlösung anzeigen

    Musterlösung: Für die These sprechen die hohe Geschwindigkeit, der geringere ATP-Bedarf, weil Ionen nur an den Schnürringen strömen, und der Platzvorteil dünner, schneller Axone. Deshalb sind lange Bahnen, die rasch leiten müssen, bei Wirbeltieren markhaltig.

    Gegen „in jeder Hinsicht“ spricht, dass Myelin von Gliazellen gebildet und erhalten werden muss, dass die Leitung bei Entmarkung ganz ausfallen kann und dass sich auf sehr kurzen Wegen der Aufwand kaum lohnt. Fazit: Myelin ist dort überlegen, wo schnelle Leitung über weite Strecken zählt — nicht überall.

    A8
    Taube Finger im Eiswasser
    AFB III
    Material: Beobachtung

    Hält man eine Hand einige Minuten in Eiswasser, fühlen sich die Finger taub an. Messungen zeigen: Sinkt die Temperatur eines Nervs, sinkt auch seine Leitungsgeschwindigkeit; nach dem Aufwärmen ist alles wie vorher.

    Formulieren Sie eine Hypothese zur Beobachtung, indem Sie die Lücken füllen.

    Wort anklicken, dann Lücke anklicken (oder umgekehrt) — mit Tab und Enter geht es genauso. Ein Klick auf eine gefüllte Lücke legt das Wort zurück.

    Wenn die des Nervs sinkt, dann öffnen sich die spannungsgesteuerten -Kanäle , weil in der Kälte alle Bewegungen von Proteinen verlangsamt sind. Der nächste erreicht deshalb später den , sodass die abnimmt.

    Wenn-dann-weil: Die Kälte verlangsamt Proteine — auch das Öffnen der Na⁺-Kanäle. So dauert es länger, bis am nächsten Schnürring ein AP entsteht, und die Leitung wird langsamer.
    Strategie: Eine Hypothese nennt Ursache und Wirkung und begründet den Zusammenhang.Warum so? Aus der Hypothese muss sich eine prüfbare Vorhersage ableiten lassen.
    Lösungsskizze: Temperatur ↓ → Na⁺-Kanäle öffnen langsamer → Schwellenwert am nächsten Schnürring später → Geschwindigkeit ↓.
    Musterlösung anzeigen

    Musterlösung: Hypothese: Wenn die Temperatur eines Nervs sinkt, öffnen seine spannungsgesteuerten Na⁺-Kanäle langsamer, weil Konformationsänderungen von Proteinen — wie Enzymreaktionen — in der Kälte verlangsamt sind. Der nächste Schnürring erreicht später den Schwellenwert, die Leitungsgeschwindigkeit nimmt ab.

    Prüfen ließe sich das mit der Leitungsgeschwindigkeit desselben Nervs bei verschiedenen Temperaturen: Sie müsste mit sinkender Temperatur abnehmen und nach dem Aufwärmen wieder den Ausgangswert erreichen. Die Taubheit entsteht zusätzlich, weil auch die Sinneszellen der Haut in der Kälte schwächer reagieren.

    A9
    Gibt es eine Refraktärzeit?
    AFB III

    Entwickeln Sie eine vollständige Versuchslogik, indem Sie die Bausteine in die richtige Reihenfolge bringen. Zwei Bausteine gehören nicht dazu.

    Klicken Sie die Bausteine in der richtigen Reihenfolge an — sie wandern nacheinander in die Plätze. Ein Klick auf einen belegten Platz gibt den Baustein zurück.
    Beobachtung → Hypothese → Vorhersage → Versuch → Ergebnis → Schluss. Die Ablenker widersprechen dem Alles-oder-Nichts-Prinzip bzw. den Zeitskalen im Millisekundenbereich.
    Strategie: Folgen Sie dem Weg der Erkenntnisgewinnung: erst beobachten, dann vermuten, vorhersagen, prüfen, auswerten.Warum so? Nur eine Vorhersage, die scheitern kann, macht die Hypothese prüfbar.
    Lösungsskizze: Beobachtung · Hypothese · Vorhersage · Versuch mit zwei Reizstärken · Ergebnis mit 2 und 5 ms · Schluss absolut/relativ.
    Musterlösung anzeigen

    Musterlösung: Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass ein zweiter Reiz nach 1 ms wirkungslos bleibt. Die Hypothese einer kurzen Unerregbarkeit führt zur Vorhersage, dass es einen Mindestabstand gibt und knapp darüber ein stärkerer Reiz nötig ist. Der Versuch variiert Abstand und Reizstärke systematisch.

    Das Ergebnis (Modellwerte) unterscheidet zwei Bereiche: Unter 2 ms entsteht nie ein zweites AP — absolute Refraktärzeit durch inaktivierte Na⁺-Kanäle; zwischen 2 und 5 ms nur bei stärkerem Reiz — relative Refraktärzeit. Ermüdung über Sekunden oder höhere zweite APs widersprächen den Befunden und dem Alles-oder-Nichts-Prinzip.

    A10
    Welche Messung klärt die Frage?
    AFB III

    Legen Sie für jede Frage fest, welche Messung sie am besten beantwortet.

    Setzen Sie in jeder Zeile das passende Kreuz — hier ist es genau eins pro Zeile. Enter setzt und löscht.
    FrageMembranpotenzial mit Mikroelektrode ableitenLeitungsgeschwindigkeit mit zwei Elektroden messenMuskelfaser direkt elektrisch reizen
    Verändert ein Stoff das Ruhepotenzial?
    Ist ein Axon myelinisiert?
    Wirkt ein Gift an der Endplatte oder an der Muskelfaser?
    Schädigt eine Krankheit das Myelin im Beinnerv?
    Löst ein Transmitter an einem Neuron eine Hyperpolarisation aus?
    Spannungen an einer einzelnen Membran misst die Mikroelektrode. Myelin verrät sich über die Leitungsgeschwindigkeit. Ob die Muskelfaser selbst erregbar ist, zeigt nur die direkte Reizung.
    Strategie: Überlegen Sie für jede Frage, welche Größe sich ändern müsste.Warum so? Eine Messmethode ist nur geeignet, wenn sie genau die Größe erfasst, auf die es ankommt.
    Lösungsskizze: Mikroelektrode: Ruhepotenzial, Hyperpolarisation · Geschwindigkeit: Myelin (2×) · direkte Reizung: Endplatte oder Faser.
    Musterlösung anzeigen

    Musterlösung: Ob ein Stoff das Ruhepotenzial verändert oder ob ein Transmitter hyperpolarisiert, zeigt nur die Ableitung des Membranpotenzials mit einer Mikroelektrode. Myelinisierung und Myelinschäden verraten sich über die Leitungsgeschwindigkeit, die mit zwei Elektroden aus Abstand und Zeitdifferenz bestimmt wird.

    Ob ein Gift an der Endplatte oder an der Muskelfaser wirkt, klärt die direkte Reizung: Zuckt die Faser dann, ist sie selbst intakt, und der Angriffsort liegt an der Endplatte.