Fehler in der Basenfolge
Bei einer Genmutation ist die Basenfolge eines einzelnen Gens verändert. Was das für das Protein bedeutet, zeigt sich erst nach Transkription und Translation.
- Mutation:dauerhafte Veränderung der Erbinformation.
- Mutationstypen:Genmutation: Basenfolge eines Gens verändert · Chromosomenmutation: Struktur eines Chromosoms verändert, z. B. Verlust eines Abschnitts · Genommutation: Anzahl der Chromosomen verändert, z. B. Trisomie 21.
- Punktmutation:Genmutation, die ein einzelnes Basenpaar betrifft: Austausch (Substitution), Einfügen (Insertion) oder Verlust (Deletion).
- Stumme Mutation:Substitution, nach der das Codon dieselbe Aminosäure codiert — möglich, weil der genetische Code degeneriert ist.
- Missense-Mutation:Das Codon codiert eine andere Aminosäure; die Folge hängt davon ab, wie sich Eigenschaften und Lage der Aminosäure im Protein ändern.
- Nonsense-Mutation:Aus einem Aminosäure-Codon wird ein Stoppcodon; das Protein bricht vorzeitig ab und ist meist funktionslos.
- Rastermutation:Insertion oder Deletion einer Basenzahl, die kein Vielfaches von drei ist, verschiebt das Leseraster: Ab dieser Stelle entstehen andere Aminosäuren, oft bald ein Stoppcodon.
- Deletion von drei Basen:Das Leseraster bleibt erhalten; dem Protein fehlt eine Aminosäure.
Wähle in der Wildtyp-mRNA eine Base (Klick oder ←/→) und setze darunter eine Substitution, Insertion oder Deletion. Die Mutante erscheint unter dem Wildtyp — vergleiche DNA, mRNA und Protein. „Beispiel“ zeigt nacheinander alle Mutationstypen.
Halte fest: Entscheidend ist nicht, wie viele Basen sich ändern, sondern was im Protein ankommt: Eine Substitution kann folgenlos sein oder das Protein abbrechen; eine einzige eingefügte Base verändert alle folgenden Aminosäuren.
Genmutationen: Substitution → stumm, Missense oder Nonsense · Insertion/Deletion von 1, 2, 4 … Basen → Rastermutation · Deletion von 3 Basen → eine Aminosäure fehlt
Ursachen und Reparatur
Mutationen entstehen ständig — zufällig bei der Replikation oder ausgelöst durch äußere Einflüsse. Die meisten Schäden erkennt und behebt die Zelle, bevor sie weitergegeben werden.
- Spontane Mutationen:Einbaufehler der DNA-Polymerase oder chemischer Zerfall von Basen; dank Korrekturlesen der Polymerase und Reparatur bleibt nur etwa ein Fehler pro 10⁹–10¹⁰ eingebauten Nucleotiden.
- Mutagene:Faktoren, die die Mutationsrate erhöhen.
- UV-Strahlung:verknüpft im selben Strang benachbarte Thymine zu Thymin-Dimeren, die Replikation und Transkription behindern.
- Ionisierende Strahlung:Röntgen- und Gammastrahlung erzeugen Radikale und Strangbrüche.
- Chemische Mutagene:z. B. Benzo[a]pyren aus Tabakrauch oder salpetrige Säure verändern Basen, sodass sie bei der Replikation falsch gepaart werden.
- DNA-Reparatur:Enzyme erkennen den Schaden und schneiden den fehlerhaften Abschnitt eines Strangs heraus; die DNA-Polymerase ergänzt die Lücke am intakten Gegenstrang, die Ligase verschließt sie.
- Keimbahnmutation:entsteht in Keimzellen oder ihren Vorläufern, wird an Nachkommen vererbt und liegt dann in allen ihren Körperzellen vor.
- Somatische Mutation:entsteht in einer Körperzelle; betrifft nur die Zellen, die aus ihr hervorgehen, und wird nicht vererbt.
Vererbung von Mutationen: Keimbahnmutationen werden an Nachkommen weitergegeben · somatische Mutationen bleiben auf das betroffene Gewebe beschränkt
Allgemeine Hinweise
Erst mRNA, dann Code
Übersetzen Sie eine veränderte DNA immer zuerst in die mRNA und lesen Sie ab dem Startcodon in Tripletts. Wer direkt am codogenen Strang in der Codesonne sucht, erhält falsche Aminosäuren.
Durch drei teilbar?
Ob eine Insertion oder Deletion das Leseraster verschiebt, hängt nur davon ab, ob die Zahl der Basen durch drei teilbar ist. Bei 3, 6, 9 … Basen bleibt das Raster erhalten.
Nicht jede Mutation schadet
Viele Mutationen sind neutral, weil sie stumm sind oder außerhalb von Genen liegen. Wenige sind vorteilhaft und liefern das Rohmaterial der Evolution.
