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Probeklausur

Fünf Aufgaben, 50 Punkte, 90 Minuten — eine komplette Klausur zur Fotosynthese mit Auswertung in Notenpunkten.

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Bearbeitungszeit90 Minuten

Hilfsmittel: Taschenrechner. Alle Zahlenwerte in den Materialien sind Modellwerte, sofern nicht anders angegeben. Geben Sie Zahlen mit Komma ein. Die Lösungen werden nach dem Auswerten freigeschaltet.

AFB I

Wissen und Reproduzieren

16 Punkte
A1
Das Blatt der Stechpalme
AFB I 8 Punkte
Material 1: Die Stechpalme

Die Stechpalme (Ilex aquifolium) ist immergrün. Ihre ledrigen Blätter bleiben auch im Winter am Strauch, wenn der Boden gefroren ist und die Wurzeln kaum Wasser nachliefern.

123456
Blattquerschnitt der Stechpalme (Schema, nicht maßstäblich)
a) Nennen Sie die Strukturen 1 bis 6. 3 P
b) Geben Sie die Nummer des Gewebes an, in dem der größte Teil der Fotosynthese abläuft. (eine Antwort richtig) 1 P
c) Beschreiben Sie den Weg des CO₂ bis in die Chloroplasten: Welche Aussagen treffen zu? (mehrere Antworten richtig) 2 P
d) Ordnen Sie jedem Merkmal der Stechpalme seine Wirkung zu. 2 P
Lösung anzeigen (nach Auswerten freigeschaltet)

Erwartungshorizont: a) 1 Kutikula, 2 obere Epidermis, 3 Palisadengewebe, 4 Schwammgewebe, 5 Leitbündel, 6 Schließzellen einer Spaltöffnung (3 P). b) 3, das Palisadengewebe mit den meisten Chloroplasten (1 P). c) CO₂ strömt durch den Spalt in Atemhöhle und Interzellularen, löst sich an den feuchten Zellwänden und diffundiert zu den Chloroplasten; die Kutikula ist kaum durchlässig, das Xylem leitet Wasser (2 P). d) dicke Kutikula → weniger kutikuläre Transpiration; Spaltöffnungen unten → weniger Sonne und Wind, geringerer Wasserverlust; mehrschichtiges Palisadengewebe → mehr Chloroplasten; immergrün → Fotosynthese an milden Wintertagen (2 P).

A2
Pigmente und Fotolyse
AFB I 8 Punkte
Material 2: Blattpigmente
400450500550600650700Wellenlänge in nmAbsorption (relativ)Chlorophyll aCarotinoide
Absorptionsspektren in Aceton (schematisch)

Bei der Dünnschichtchromatografie eines Stechpalmen-Extrakts steigt das Fließmittel 7,5 cm über die Startlinie. Die orange Bande liegt 7,2 cm über der Startlinie.

a) Lesen Sie das rote Absorptionsmaximum von Chlorophyll a ab. 2 P
nm
b) Bestimmen Sie den Rf-Wert der orangen Bande. 3 P
c) Berechnen Sie die Anzahl der Wassermoleküle, die bei der Fotolyse gespalten werden müssen, damit das NADPH für drei Glucose-Moleküle bereitsteht. 3 P
Moleküle
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Erwartungshorizont: a) etwa 662 nm (2 P). b) \(R_f=7{,}2\,\mathrm{cm}:7{,}5\,\mathrm{cm}=0{,}96\) — die orange Bande ist Carotin (3 P). c) 3 Glucose → \(3\cdot12=36\) NADPH → 72 Elektronen; je \(\ce{H2O}\) 2 Elektronen (\(\ce{2 H2O -> O2 + 4 H+ + 4 e-}\)) → 36 Wassermoleküle (3 P).

AFB II

Zusammenhänge herstellen

22 Punkte
A3
Wasserpest bei zwei Temperaturen
AFB II 12 Punkte
Material 3: O₂-Bilanz eines Wasserpest-Sprosses in µmol O₂ · h⁻¹ (Modellwerte)

Der Spross steht in Wasser mit reichlich Natriumhydrogencarbonat (CO₂-Quelle); positive Werte bedeuten O₂-Abgabe, negative O₂-Aufnahme.

Licht in klx025102040
15 °C−204899
25 °C−4−2281617
a) Ermitteln Sie die Bruttofotosyntheserate bei 25 °C und 20 klx. 2 P
µmol O₂/h
b) Vergleichen Sie die Nettoraten beider Temperaturen. 3 P
c) Erklären Sie die Unterschiede: Welche Aussagen treffen zu? (mehrere Antworten richtig) 3 P
d) Deuten Sie die Lage des Lichtkompensationspunkts bei 25 °C. (eine Antwort richtig) 2 P
e) Werten Sie die Messreihe aus: Welcher Faktor begrenzt bei 15 °C und 40 klx? (eine Antwort richtig) 2 P
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Erwartungshorizont: a) \(P_\text{brutto}=P_\text{netto}+R=16+4=20\,\mu\mathrm{mol\,O_2\,h^{-1}}\); R aus der Dunkelmessung (2 P). b) 0 und 5 klx: bei 15 °C höher (Atmung kleiner), 10 klx: gleich, 40 klx: bei 25 °C höher (3 P). c) Schwaches Licht: Licht ist Minimumfaktor, Brutto kaum temperaturabhängig, aber die Atmung steigt mit der Temperatur → Nettorate bei 25 °C kleiner. Starkes Licht: die Enzyme des Calvin-Zyklus begrenzen und arbeiten bei 25 °C schneller (3 P). d) Der Kompensationspunkt liegt bei 25 °C höher (zwischen 2 und 5 klx statt bei 2 klx): Die stärkere Atmung muss durch mehr Licht ausgeglichen werden (2 P). e) Bei 15 °C bringt mehr Licht (20 → 40 klx) nichts, CO₂ ist reichlich vorhanden; bei 25 °C ist die Rate höher → die Temperatur begrenzt (2 P).

A4
Ein Herbizid im Chloroplasten
AFB II 10 Punkte
Material 4: Das Herbizid Diuron

Diuron verhindert, dass Fotosystem II seine angeregten Elektronen an die Elektronentransportkette (Plastochinon) weitergibt. Beobachtungen an Blattstücken (Modellwerte):

(1) Vor der Behandlung gibt ein Blattstück im Licht netto 12 µmol O₂ pro Stunde ab; im Dunkeln nimmt es 3 µmol O₂ pro Stunde auf.
(2) Nach der Behandlung nimmt es auch im Licht 3 µmol O₂ pro Stunde auf. Unbehandelte Kontrollstücke geben weiter 12 µmol O₂ pro Stunde ab.
(3) In den folgenden Stunden nimmt die Stärkemenge in den Chloroplasten der behandelten Stücke ab.

a) Erläutern Sie die Wirkung von Diuron auf die Primärreaktionen: Welche Aussagen treffen zu? (mehrere Antworten richtig) 3 P
b) Begründen Sie Beobachtung 3, obwohl Rubisco nicht gehemmt wird. (eine Antwort richtig) 2 P
c) Leiten Sie aus Beobachtung 1 her, wie viel NADPH das Blattstück vor der Behandlung pro Stunde bildete. 3 P
µmol/h
d) Interpretieren Sie Beobachtung 2. 2 P
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Erwartungshorizont: a) Diuron unterbricht den Elektronenfluss hinter PS II: PS II bleibt „besetzt“ und entzieht dem Wasser keine Elektronen mehr → keine Fotolyse, kein O₂; PS I erhält keine Elektronen → kein NADPH; der H⁺-Transport über Plastochinon ruht → kaum Gradient, wenig ATP (3 P). b) Ohne ATP und NADPH aus den Primärreaktionen läuft der Calvin-Zyklus nicht; die Zellatmung baut weiter Kohlenhydrate (auch Stärke) ab (2 P). c) Brutto: \(12+3=15\,\mu\mathrm{mol\,O_2\,h^{-1}}\); je O₂ werden 4 Elektronen frei, je NADPH 2 Elektronen nötig → \(15\cdot2=30\,\mu\mathrm{mol}\) NADPH pro Stunde (3 P). d) −3 µmol/h entspricht genau der Atmungsrate: Die Fotosynthese ist vollständig blockiert, die Atmung läuft weiter. Die Kontrollen zeigen, dass der Effekt vom Herbizid stammt (2 P).

AFB III

Verallgemeinern und Reflektieren

12 Punkte
A5
Algen für die Raumstation
AFB III 12 Punkte
Material 5: Ein Photobioreaktor

Ein Astronaut verbraucht pro Tag etwa 0,84 kg Sauerstoff (\(M(\ce{O2})=32\,\mathrm{g\,mol^{-1}}\)). Ein Reaktor mit der Grünalge Chlorella gibt bei Dauerbeleuchtung (Lichtsättigung, 30 °C) netto 1,0 mol O₂ pro Stunde ab; im Dunkeln verbraucht er 0,2 mol O₂ pro Stunde. Je abgegebenem O₂ nehmen die Algen ein CO₂ auf (Modellwerte).

a) Überprüfen Sie rechnerisch, ob der Reaktor bei Dauerbeleuchtung einen Astronauten versorgen kann: Berechnen Sie zuerst den Tagesbedarf und legen Sie dann das Ergebnis fest. 3 P
mol O₂ pro Tag
b) Beurteilen Sie den Vorschlag, das Licht zum Stromsparen nur 12 Stunden am Tag einzuschalten. (mehrere Antworten richtig) 3 P
c) Nehmen Sie Stellung zur Aussage „Die Algen entfernen zugleich das gesamte CO₂ des Astronauten und liefern Nahrung.“ Welche Argumente sind fachlich richtig? (mehrere Antworten richtig) 3 P
d) Entwickeln Sie Maßnahmen, mit denen der Reaktor mehr O₂ liefert: Welche sind unter den genannten Bedingungen geeignet? (mehrere Antworten richtig) 3 P
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Erwartungshorizont: a) \(n=840\,\mathrm{g}:32\,\mathrm{g\,mol^{-1}}=26{,}25\,\mathrm{mol}\) pro Tag; der Reaktor liefert \(24\cdot1{,}0=24\,\mathrm{mol}\) → reicht nicht (3 P). b) \(12\cdot1{,}0-12\cdot0{,}2=9{,}6\,\mathrm{mol}\): Nachts atmen die Algen und fixieren kein CO₂, der Calvin-Zyklus steht ohne ATP/NADPH still → Vorschlag ablehnen (3 P). c) Richtig ist, dass die CO₂-Aufnahme der O₂-Abgabe entspricht und Biomasse entsteht. „Gesamtes CO₂“ stimmt aber nur, wenn der Reaktor mindestens so viel O₂ bildet, wie der Astronaut verbraucht; nachts wird kein CO₂ fixiert. Position: Die Aussage ist nur bei ausreichend großem, dauerhaft beleuchtetem Reaktor zutreffend (3 P). d) Bei Lichtsättigung hilft mehr Licht nicht; geeignet sind mehr Algen (Volumen) und mehr CO₂; 45 °C würde Enzyme denaturieren, grünes Licht wird kaum absorbiert (3 P).

Ergebnis

Erreicht
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Prozent
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Notenpunkte
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AufgabeThemaPunkte

Bewertung in Notenpunkten

PunkteNotenpunkteBeurteilung
48 – 50 P15sehr gut
45 – 47 P14sehr gut
43 – 44 P13sehr gut
40 – 42 P12gut
38 – 39 P11gut
35 – 37 P10gut
33 – 34 P9befriedigend
30 – 32 P8befriedigend
28 – 29 P7befriedigend
25 – 27 P6ausreichend
23 – 24 P5ausreichend
20 – 22 P4ausreichend
17 – 19 P3mangelhaft
14 – 16 P2mangelhaft
10 – 13 P1mangelhaft
0 – 9 P0ungenügend