Ein Blatt im Zielkonflikt
Durch dieselben Spaltöffnungen, durch die CO₂ ins Blatt gelangt, entweicht Wasserdampf.
- Spaltöffnungen (Stomata):Poren in der Epidermis, meist auf der Blattunterseite; zwei Schließzellen regeln die Spaltweite.
- CO₂-Aufnahme:CO₂ für die Fotosynthese diffundiert durch die offenen Spaltöffnungen in die Interzellularen und zu den Zellen des Palisaden- und Schwammgewebes.
- Transpiration:Abgabe von Wasserdampf — zum größten Teil stomatär über die Spaltöffnungen, zu einem kleinen Teil kutikulär über die Kutikula.
- Antrieb:Konzentrationsgefälle für Wasserdampf zwischen feuchten Interzellularen und Außenluft — Wind, Wärme und trockene Luft vergrößern es.
- Zielkonflikt:Offene Spaltöffnungen bringen viel CO₂, aber hohen Wasserverlust. Geschlossene sparen Wasser, bremsen aber die Fotosynthese.
Struktur–Funktion: Mesophytenblatt → viel Gasaustausch · Xerophytenblatt → wenig Transpiration
Blätter für trockene Standorte
Mesophyten wachsen bei ausgeglichener Wasserversorgung, Xerophyten an trockenen, heißen oder windigen Standorten.
- Mesophyt:z. B. Rotbuche — dünne Kutikula, einschichtige Epidermis, Spaltöffnungen auf Höhe der Epidermis, große, dünne Blattfläche.
- Xerophyt:z. B. Oleander, Kiefer, Strandhafer, Sukkulenten — dicke Kutikula, oft mehrschichtige Epidermis, kleine Oberfläche im Verhältnis zum Volumen (Nadelform).
- Krypten:eingesenkte Gruben mit Spaltöffnungen, oft mit Haaren — die Luft darin bleibt windstill und feucht, das Konzentrationsgefälle sinkt.
- Rollblatt:Beim Strandhafer rollt sich das Blatt bei Trockenheit ein; die Spaltöffnungen liegen dann innen in einem feuchten Hohlraum.
- Wasserspeichergewebe:große, wasserreiche Zellen bei Sukkulenten wie Agaven — ein Vorrat für lange Trockenzeiten.
- Angepasstheit:erblich festgelegtes Merkmal, in der Evolution entstanden — es bleibt auch bei guter Wasserversorgung erhalten.
- Modifikation:nicht erbliche, umweltbedingte Ausprägung im Rahmen der Reaktionsnorm — z. B. dickere Sonnen- und dünnere Schattenblätter an einem Baum.
Sortiere die Merkmalskarten: Was gehört zum Blatt der Rotbuche (Mesophyt), was zum Oleander (Xerophyt), was besitzen beide? Karte ins Feld ziehen oder antippen und dann das Feld antippen — mit der Tastatur Enter zum Auswählen, dann 1, 2 oder 3. Nach „Prüfen“ zeigt ein Klick auf eine grüne Karte ihre Funktion.
Halte fest: Die Sondermerkmale des Xerophytenblatts senken fast alle die Transpiration — Spaltöffnungen mit Schließzellen, Palisadengewebe und Leitbündel besitzen aber beide Blatttypen.
Allgemeine Hinweise
Immer Struktur und Funktion
Nenne zu jedem Merkmal seine Wirkung: dicke Kutikula → weniger kutikuläre Transpiration. Ein Merkmal allein ist noch keine Erläuterung.
Haare verstopfen nichts
Haare und Krypten verschließen die Spaltöffnungen nicht. Sie halten eine windstille, feuchte Luftschicht fest und verkleinern so das Konzentrationsgefälle.
Nicht „anpassen, weil nötig“
Eine Kiefer bildet ihre Nadeln nicht, weil es trocken ist — das Merkmal ist erblich. Nur Modifikationen hängen von den Bedingungen ab, unter denen die Pflanze wächst.
