Protonen stauen sich im Lumen
Der Chloroplast ist in Räume gegliedert. Bei den Primärreaktionen (2.2.2) sammeln sich Protonen in einem davon an.
- Kompartimente:Die doppelte Hüllmembran umschließt das Stroma. Darin liegen die Thylakoide, deren Membran das Thylakoidlumen vom Stroma trennt.
- Fotolyse:Am Fotosystem II wird Wasser auf der Lumenseite gespalten: \(\ce{2 H2O -> O2 + 4 H+ + 4 e-}\). Die H⁺ bleiben im Lumen.
- Plastochinon:nimmt Elektronen und H⁺ aus dem Stroma auf und gibt die H⁺ am Cytochrom-b6f-Komplex ins Lumen ab.
- NADPH-Bildung:verbraucht im Stroma Protonen: \(\ce{NADP+ + 2 e- + H+ -> NADPH}\).
- Folge im Licht:Lumen pH ≈ 5, Stroma pH ≈ 8 — über der Thylakoidmembran liegt ein Protonengradient.
Der pH-Unterschied zwischen den beiden Räumen im Licht.
Eine pH-Stufe entspricht dem Faktor 10 in der H⁺-Konzentration.
Konzentrationen im Lumen und im Stroma ins Verhältnis setzen.
Im Lumen ist die H⁺-Konzentration rund 1000-mal höher als im Stroma.
Die ATP-Synthase nutzt das Gefälle
Die Thylakoidmembran ist für H⁺ kaum durchlässig. Der Weg zurück ins Stroma führt durch die ATP-Synthase.
- ATP-Synthase:Enzymkomplex der Thylakoidmembran. Der Membranteil (CF0) bildet einen Protonenkanal, der Kopf (CF1) ragt ins Stroma und bildet ATP.
- Protonenstrom:H⁺ fließen mit dem Gefälle vom Lumen ins Stroma. Dabei dreht sich ein Teil des Enzyms und verknüpft ADP mit Phosphat.
- Fotophosphorylierung:die lichtgetriebene ATP-Bildung — die Energie stammt aus dem Licht und ist im H⁺-Gradienten zwischengespeichert.
- Ort:ATP entsteht im Stroma, wo der Calvin-Zyklus es verbraucht.
- Mitochondrium:H⁺ werden in den Intermembranraum gepumpt und strömen in die Matrix zurück. Das Lumen entspricht dem Intermembranraum, das Stroma der Matrix.
Fotophosphorylierung: \(\ce{ADP + P_i -> ATP + H2O}\) · angetrieben vom \(\ce{H+}\)-Strom Lumen → Stroma
Wiederhole den Versuch von Jagendorf (1966): Isolierte Thylakoide liegen im Dunkeln in einem Säurebad und kommen dann in einen Puffer mit pH 8. Wähle einen Versuch, tippe, wie viel ATP entsteht, und starte mit ▶ — auf der Zeichnung geht das auch mit ←/→ und Enter.
Halte fest: ATP entsteht nur, wenn innen mehr H⁺ sind als außen, ADP und Phosphat bereitstehen und die H⁺ allein durch die ATP-Synthase zurückströmen können. Licht ist dafür nicht nötig — in der Zelle baut es nur den Gradienten auf.
Allgemeine Hinweise
Sauer ist das Lumen
Im Licht sinkt der pH-Wert im Lumen und steigt im Stroma. Viele H⁺ bedeuten einen kleinen pH-Wert — nicht umgekehrt.
Je pH-Stufe Faktor 10
Ein pH-Unterschied von 3 heißt 10 · 10 · 10 = 1000-mal mehr H⁺, nicht dreimal so viele.
Die ATP-Synthase pumpt nicht
Sie lässt H⁺ mit dem Gefälle hindurch und bildet dabei ATP. Den Gradienten bauen Fotolyse und Plastochinon auf.
