MINT lernen

Übung AFB III

Zehn Aufgaben zum Beurteilen und Stellungnehmen — hier entscheiden sich die Spitzenpunkte der Klausur.

Dein Fortschritt:
0 / 0 Aufgaben
1

Aufgabenblock — AFB III

Zehn Aufgaben zum Beurteilen, Planen und Stellungnehmen. Lösen Sie zuerst die Auswahl, formulieren Sie Ihre Antwort dann in eigenen Worten und vergleichen Sie erst danach mit der Musterlösung.

A1
Belege für gemeinsame Abstammung
AFB III

Beurteilen Sie, wie stark jeder Befund für eine gemeinsame Abstammung der genannten Lebewesen spricht.

Wählen Sie für jede Zeile eine Stufe von 1 (kein Beleg) bis 5 (starker Beleg). Mit der Tastatur: Tab zur Zeile, ←/→ zwischen den Stufen, Enter setzt.
1 = kein Beleg5 = starker Beleg
Fast alle Lebewesen verwenden denselben genetischen Code (Kapitel 3).
Vögel und Fledermäuse können fliegen.
Menschliche Embryonen legen vorübergehend Schlundtaschen an, die bei Fischembryonen zu Kiemenspalten werden.
Hai und Delfin haben eine Rückenflosse.
Die Basensequenz der ribosomalen RNA stimmt bei Bakterien, Pflanzen und Tieren in vielen Abschnitten überein.
Starke Belege sind komplexe Übereinstimmungen ohne funktionelle Notwendigkeit (Code, rRNA) und Zwischenstadien der Keimesentwicklung. Gleiche Funktion bei ähnlicher Lebensweise (Fliegen, Flossen) beruht auf Konvergenz.
Strategie: Fragen Sie bei jedem Befund: Könnte er auch durch gleiche Anpassung entstanden sein?Warum so? Nur Homologien belegen Abstammung; Analogien entstehen unabhängig.
Lösungsskizze: Code und rRNA → 5 · Schlundtaschen → 4 · Fliegen, Rückenflosse → 1.
Musterlösung anzeigen

Musterlösung: Der genetische Code ist willkürlich: Dieselbe Zuordnung von Codons zu Aminosäuren wäre bei unabhängiger Entstehung äußerst unwahrscheinlich — ein sehr starker Beleg. Ähnliche rRNA-Sequenzen sind molekulare Homologien und erlauben sogar abgestufte Vergleiche aller Lebewesen.

Die Schlundtaschen menschlicher Embryonen sind nach dem Kriterium der Stetigkeit homolog zu den Kiemenspalten der Fische, allerdings über Entwicklungsstadien und nicht als fertige Organe — ein guter, etwas indirekterer Beleg. Fliegen und Rückenflosse sind Anpassungen an gleiche Bewegungsweisen; sie entstanden konvergent und belegen keine nähere Verwandtschaft.

A2
Uhr und Fossilien widersprechen sich
AFB III

Material: Zwei Nagetier-Linien

Nach der molekularen Uhr, geeicht an der Trennung von Vögeln und Säugetieren vor rund 310 Mio. Jahren, trennten sich zwei Nagetier-Linien vor etwa 60 Mio. Jahren. Die ältesten Fossilien der beiden Linien sind nur etwa 25 Mio. Jahre alt (Modellwerte). Nagetiere haben kurze Generationszeiten.

Beurteilen Sie die Aussagekraft beider Befunde: Markieren Sie alle fachlich haltbaren Aussagen.

Mehrere Antworten sind richtig. Markieren Sie alle zutreffenden und klicken Sie dann auf „Prüfen“.
Beide Methoden haben Grenzen: Fossilfunde sind lückenhaft (Mindestalter), die Uhr setzt eine konstante Rate voraus, die bei kurzen Generationszeiten verletzt sein kann. Mehrfachmutationen führen zur Unterschätzung, nicht zur Überschätzung.
Strategie: Prüfen Sie für jede Methode, welche Annahmen sie macht.Warum so? Ein Urteil über zwei widersprüchliche Befunde braucht die Grenzen beider Methoden.
Lösungsskizze: Fossil = Mindestalter · schnellere Rate → d groß → t überschätzt · Eichung näher an der Frage · Mehrfachtreffer → Unterschätzung.
Musterlösung anzeigen

Musterlösung: Fossilien entstehen selten; der älteste bekannte Fund zeigt, dass die Linien spätestens vor 25 Mio. Jahren getrennt waren, nicht aber, wann genau. Die molekulare Uhr nimmt eine konstante Rate an. Nagetiere mit kurzen Generationszeiten sammeln je Jahr mehr Mutationen; wird mit der langsameren Rate gerechnet, ergibt \(t=d:(2r)\) ein zu hohes Alter.

Eine Eichung an einer näheren, gut datierten Trennung verringert diesen Fehler. Mehrfachmutationen an einer Position bleiben unerkannt und führen zu einer Unterschätzung. Der Widerspruch betrifft nur den Zeitpunkt, nicht die Verwandtschaft: Er ist ein Anlass, die Methoden zu verbessern, kein Beleg gegen die Evolution.

A3
Blinde Höhlenfische
AFB III

In Höhlen Mexikos leben Populationen des Mexikanischen Salmlers, die fast keine Augen und kein Pigment haben; im Fluss vor der Höhle lebt dieselbe Art mit Augen. Beurteilen Sie verschiedene Erklärungen Schritt für Schritt.

Spielen Sie den Weg Schritt für Schritt durch: Was ist jetzt richtig? Nur die richtige Karte bringt Sie weiter.
    LAMARCKs Vorstellung scheitert daran, dass erworbene Eigenschaften nicht in die Keimzellen gelangen. Die synthetische Evolutionstheorie erklärt die Augenlosigkeit durch zufällige Mutationen und Selektion (oder fehlende Selektion) in mehreren Höhlen unabhängig.
    Strategie: Prüfen Sie jede Aussage: Wie entsteht die Variation, und was entscheidet über den Fortpflanzungserfolg?Warum so? LAMARCK, synthetische Theorie und Intelligent Design unterscheiden sich genau in diesen beiden Punkten.
    Lösungsskizze: A = LAMARCK, widerlegt durch Keimbahn · zufällige Mutation + Selektion · Kreuzung → verschiedene Gene · Design nicht überprüfbar.
    Musterlösung anzeigen

    Musterlösung: Aussage A entspricht LAMARCK: Nichtgebrauch soll die Augen verkleinern und diese Veränderung vererbt werden. Das widerspricht der Genetik, denn Veränderungen von Körperzellen erreichen die Keimzellen nicht. Nach der synthetischen Evolutionstheorie traten in der Höhlenpopulation zufällig Mutationen auf, die die Augenentwicklung störten; im Dunkeln war das kein Nachteil, eher sparte es Energie, sodass solche Fische mindestens ebenso viele Nachkommen hatten.

    Dass Nachkommen aus Kreuzungen zweier Höhlen wieder Augen haben, zeigt: In den Höhlen sind verschiedene Gene betroffen, die Augenlosigkeit entstand mehrfach unabhängig. Die Erklärung durch einen Planer ist nicht überprüfbar und deshalb keine naturwissenschaftliche Erklärung.

    A4
    Gendrift im Experiment
    AFB III

    Sie sollen nachweisen, dass sich Allelfrequenzen in kleinen Populationen allein durch Zufall verändern. Planen Sie ein Experiment mit Taufliegen, indem Sie die Schritte in eine sinnvolle Reihenfolge bringen.

    Ziehen Sie die Karten in die richtige Reihenfolge — mit der Tastatur: ↑/↓ verschiebt, Shift+↑/↓ wechselt nur den Fokus.
    1Hypothese formulieren: In kleinen Populationen ändern sich die Frequenzen eines selektionsneutralen Allels zufällig, bis es fixiert oder verloren ist.
    2Viele Zuchtgläser mit je 16 Fliegen ansetzen, in allen die Startfrequenz 0,5 eines Allels für eine Augenfarbe, die das Überleben nicht beeinflusst.
    3In jeder Generation zufällig 8 Männchen und 8 Weibchen als Eltern der nächsten Generation auswählen.
    4Über rund 20 Generationen in jedem Glas die Allelfrequenz bestimmen.
    5Die Verteilung der Frequenzen über alle Gläser auswerten und mit der Hypothese vergleichen.
    Das Experiment entspricht dem klassischen Versuch von BURI (1956): Anfangs liegen alle Gläser bei 0,5, nach 20 Generationen ist das Allel in vielen Gläsern fixiert oder verloren — in welchen, entscheidet der Zufall.
    Strategie: Ein Experiment beginnt mit einer prüfbaren Hypothese und endet mit dem Vergleich der Ergebnisse.Warum so? Viele gleich behandelte Ansätze zeigen, was der Zufall bewirkt.
    Lösungsskizze: Hypothese → Ansatz (klein, neutral, 0,5, viele Gläser) → zufällige Eltern je Generation → Messen → Auswerten.
    Musterlösung anzeigen

    Musterlösung: Zuerst wird die Hypothese formuliert. Dann werden viele gleiche, kleine Populationen mit derselben Startfrequenz eines selektionsneutralen Allels angesetzt — so kann Selektion als Ursache ausgeschlossen werden. Konstante Populationsgröße und zufällige Auswahl der Eltern in jeder Generation machen die Drift zur einzigen Ursache.

    Über viele Generationen wird die Allelfrequenz je Glas gemessen. Stützt das Ergebnis die Hypothese, weichen die Gläser immer stärker voneinander ab, und in vielen ist das Allel fixiert oder verloren. Ein Kontrollansatz mit größeren Populationen würde zeigen, dass die Schwankungen dort geringer bleiben.

    A5
    Raben- und Nebelkrähe
    AFB III

    Material: Zwei Krähen an der Elbe

    Die schwarze Rabenkrähe lebt in West-, die grau-schwarze Nebelkrähe in Osteuropa. Etwa entlang der Elbe treffen sie in einer schmalen Zone aufeinander, die seit Jahrzehnten kaum wandert. Dort entstehen Mischlinge, die fruchtbar sind. Die Vögel verpaaren sich aber bevorzugt mit Partnern gleicher Färbung. Ihr Erbgut unterscheidet sich nur in wenigen Abschnitten, vor allem in Genen für die Gefiederfärbung.

    Nehmen Sie Stellung zur Aussage „Raben- und Nebelkrähe sind zwei Arten.“ Legen Sie für jedes Argument fest, ob es fachlich haltbar ist.

    6 Aussagen nacheinander. Eine falsche Einschätzung reicht — dann starten Sie die Serie mit „Neue Runde“ neu.
    Aussage 1 von 6

    Die Krähen sind ein Übergangsfall: Partnerwahl und stabile Mischzone sprechen für beginnende reproduktive Isolation, fruchtbare Mischlinge dagegen. Ein begründetes Urteil wägt beide Seiten ab.
    Strategie: Sammeln Sie zuerst Argumente für und gegen reproduktive Isolation — erst dann urteilen.Warum so? Eine Stellungnahme wägt Befunde ab, statt nur einen Befund gelten zu lassen.
    Lösungsskizze: Pro: Partnerwahl, stabile schmale Zone · Contra: fruchtbare Mischlinge · Aussehen = falscher Maßstab · Urteil: Grenzfall.
    Musterlösung anzeigen

    Musterlösung: Für zwei Arten sprechen die bevorzugte Paarung mit gleich gefärbten Partnern (ethologische Isolation) und die über Jahrzehnte schmale, stabile Mischzone: Der Genfluss ist offensichtlich eingeschränkt. Gegen zwei Arten spricht, dass Mischlinge fruchtbar sind und Allele zwischen den Formen ausgetauscht werden können; das Erbgut unterscheidet sich nur in wenigen Abschnitten.

    Das unterschiedliche Aussehen allein ist nach dem populationsgenetischen Artbegriff kein Kriterium. Mein Urteil: Raben- und Nebelkrähe sind Formen in einem frühen Stadium der Artbildung; ob man sie als Arten oder Unterarten führt, hängt von der Gewichtung ab — ein Beispiel dafür, dass Artgrenzen unscharf sein können.

    A6
    Resistente Kopfläuse
    AFB III

    Viele Kopfläuse überleben heute eine Behandlung mit dem Insektizid Permethrin. Formulieren Sie eine fachlich korrekte, nicht finale Erklärung, indem Sie den Lückentext vervollständigen — zwei Wörter bleiben übrig.

    Wort anklicken, dann Lücke anklicken (oder umgekehrt) — mit Tab und Enter geht es genauso. Ein Klick auf eine gefüllte Lücke legt das Wort zurück.

    Schon vor dem ersten Einsatz des Mittels gab es in der Lauspopulation durch zufällige einzelne Läuse mit einem veränderten in der Nervenmembran, an dem Permethrin schlechter bindet. Bei den Behandlungen überlebten diese Läuse und hinterließen mehr . So stieg die des Resistenz-Allels über viele .

    Die Resistenz-Allele entstanden vor der Behandlung zufällig; das Insektizid wirkte als Selektionsfaktor und verschob die Allelfrequenz. „Gewöhnung“ und „gezielte“ Mutationen wären lamarckistische bzw. finale Vorstellungen.
    Strategie: Eine ultimate Erklärung folgt der Kette Variation → Selektion → Fortpflanzungserfolg → Allelfrequenz.Warum so? So vermeiden Sie finale Formulierungen wie „um zu überleben“.
    Lösungsskizze: zufällige Mutation vorher · Insektizid selektiert · mehr Nachkommen · Allelfrequenz steigt.
    Musterlösung anzeigen

    Musterlösung: Durch zufällige Mutationen gab es schon vor der Behandlung Läuse mit einem veränderten Natriumkanal, an dem Permethrin schlechter bindet. Das Insektizid wirkte als Selektionsfaktor: Resistente Läuse überlebten häufiger und hatten mehr Nachkommen.

    Dadurch stieg die Frequenz des Resistenz-Allels über viele Generationen — gerichtete Selektion. Die Läuse wurden nicht resistent, „um zu überleben“, und einzelne Tiere gewöhnen sich nicht an das Gift; die Population veränderte sich.

    A7
    Bakterien gegen Phagen
    AFB III

    Material: Ein Laborversuch zum Wettrüsten (Modellwerte)

    Bakterien und Phagen — Viren, die Bakterien befallen und töten — werden 30 Tage gemeinsam gehalten. Alle 5 Tage werden Proben eingefroren. Anschließend testet man Bakterien von Tag 15 gegen Phagen verschiedener Tage.

    Phagen von …Tag 5Tag 15Tag 25
    Anteil resistenter Bakterien (Tag 15)95 %50 %10 %
    Bewerten Sie die Schlussfolgerungen: Werden sie durch die Daten gestützt, widerlegt, oder lässt sich das nicht entscheiden?

    Wählen Sie in jedem Menü den passenden Eintrag. Alle Felder müssen stimmen.
    SchlussfolgerungBewertung
    Bakterien und Phagen haben sich im Versuch wechselseitig verändert.
    Die Bakterien sind gegen Phagen aus ihrer Vergangenheit besser geschützt als gegen Phagen aus ihrer Zukunft.
    Ab Tag 15 können die Phagen die Bakterien nicht mehr befallen.
    Die Ergebnisse passen zur Rote-Königin-Hypothese.
    In Tieren als Wirten verläuft das Wettrüsten mit Krankheitserregern genauso schnell.
    Frühere Phagen werden fast immer abgewehrt, spätere kaum: Beide Seiten veränderten sich fortlaufend, keine gewann dauerhaft — Rote Königin. Über Tiere sagt ein Bakterienversuch nichts aus.
    Strategie: Lesen Sie die Tabelle als Zeitreise: Was bedeutet es, dass die Resistenz gegen Phagen aus der Zukunft sinkt?Warum so? Eine Bewertung prüft, ob die Daten eine Aussage wirklich tragen — und wo sie enden.
    Lösungsskizze: Vergangenheit 95 % > Gegenwart 50 % > Zukunft 10 % → Phagen veränderten sich weiter → wechselseitig, Rote Königin · Tag-25-Phagen infizieren → nicht chancenlos · Tiere: nicht untersucht.
    Musterlösung anzeigen

    Musterlösung: Bakterien von Tag 15 widerstehen den älteren Phagen fast vollständig, den späteren kaum: Die Bakterien haben sich an frühere Phagen angepasst, die Phagen haben sich danach weiter verändert und überwinden die Resistenz wieder. Das stützt wechselseitige Anpassung und die Rote-Königin-Hypothese.

    Dass Phagen ab Tag 15 keine Bakterien mehr befallen könnten, widerlegen die Werte: 90 % der Bakterien sind gegen Phagen von Tag 25 empfindlich. Aussagen über Tiere und ihre Erreger lassen sich aus diesem Versuch nicht ableiten.

    A8
    Lohnt sich das Helfen?
    AFB III

    Ein Tier kann auf eigene Nachkommen verzichten (Kosten K) und stattdessen einem Verwandten helfen, der dadurch zusätzliche Nachkommen hat (Nutzen N); beide in Nachkommen gemessen (Modellwerte). Legen Sie mit der HAMILTON-Regel für jeden Fall, ob sich das Helfen ausbreiten kann.

    Setzen Sie in jeder Zeile das passende Kreuz — hier ist es genau eins pro Zeile. Enter setzt und löscht.
    FallHelfen breitet sich ausHelfen breitet sich nicht aus
    Halbbruder (r = 0,25), N = 3, K = 1
    Vollschwester (r = 0,5), N = 3, K = 1
    Cousin (r = 0,125), N = 6, K = 0,5
    Vollbruder (r = 0,5), N = 1,6, K = 0,8
    nicht verwandtes Tier (r = 0), N = 10, K = 0,1
    Halbbruder: 0,75 < 1 · Vollschwester: 1,5 > 1 · Cousin: 0,75 > 0,5 · Vollbruder: 0,8 = 0,8, also nicht größer · Nichtverwandte: 0 < 0,1.
    Strategie: Berechnen Sie für jeden Fall r · N und vergleichen Sie mit K.Warum so? Die Regel verlangt „größer als“ — ein Gleichstand reicht nicht.
    Lösungsskizze: r · N: 0,75 · 1,5 · 0,75 · 0,8 · 0 — jeweils mit K vergleichen.
    Musterlösung anzeigen

    Musterlösung: Nach HAMILTON breitet sich Helfen aus, wenn \(r\cdot N>K\). Beim Halbbruder ist \(0{,}25\cdot3=0{,}75<1\), bei der Vollschwester \(0{,}5\cdot3=1{,}5>1\), beim Cousin \(0{,}125\cdot6=0{,}75>0{,}5\): Auch entfernte Verwandte können profitieren, wenn der Nutzen groß und die Kosten klein sind.

    Beim Vollbruder ist \(0{,}5\cdot1{,}6=0{,}8\), genau so groß wie K — die Gesamtfitness steigt nicht. Bei Nichtverwandten ist \(r=0\); Verwandtenselektion kann Helfen hier nicht erklären, dafür bräuchte es einen direkten Vorteil für den Helfer.

    A9
    Bunte Giftfrösche
    AFB III

    Pfeilgiftfrösche sind giftig und leuchtend gefärbt. Entwickeln Sie eine ultimate Erklärung für die Warnfärbung, indem Sie die passenden Bausteine in eine schlüssige Reihenfolge bringen. Zwei Bausteine sind fachlich falsch.

    Klicken Sie die Bausteine in der richtigen Reihenfolge an — sie wandern nacheinander in die Plätze. Ein Klick auf einen belegten Platz gibt den Baustein zurück.
    Variation → Lernen der Feinde → höheres Überleben → mehr Nachkommen → Allelfrequenz steigt. Die beiden falschen Bausteine enthalten eine finale Begründung bzw. die Vorstellung gerichteter Mutationen.
    Strategie: Beginnen Sie mit der erblichen Variation und enden Sie mit der Allelfrequenz.Warum so? Diese Kette ist das Grundgerüst jeder ultimaten Erklärung.
    Lösungsskizze: erbliche Variation · Feinde lernen · weniger Angriffe · mehr Nachkommen · Allel häufiger.
    Musterlösung anzeigen

    Musterlösung: In der Population gab es erbliche Unterschiede in der Färbung. Fressfeinde, die einen auffälligen, giftigen Frosch erbeutet hatten, mieden solche Frösche danach. Deshalb wurden auffällige Frösche seltener angegriffen, überlebten häufiger und hatten mehr Nachkommen; die Allele für die Warnfärbung wurden häufiger.

    Die Färbung entstand nicht, „damit“ Feinde die Frösche erkennen, und Angriffe lösen keine gezielten Mutationen aus. Proximat wäre dagegen zu erklären, wie Pigmente gebildet werden.

    A10
    Die Krone der Schöpfung?
    AFB III

    In einem Zeitschriftenartikel steht: „Die Evolution strebt nach Vollkommenheit — ihr Ziel und Höhepunkt ist der Mensch.“ Nehmen Sie Stellung, indem Sie die Argumente einordnen.

    Ziehen Sie jede Karte in den passenden Korb — oder wählen Sie sie mit Enter aus und drücken Sie dann die Ziffer des Korbs (0 legt sie zurück).
    1fachlich haltbares Gegenargument
    2fachlich falsches Argument
    Die Aussage ist unhaltbar: Evolution hat kein Ziel, Angepasstheit ist relativ zur Umwelt, und alle heutigen Linien sind gleich alt. Mutation und Gendrift sind ungerichtet.
    Strategie: Prüfen Sie jedes Argument an den Evolutionsfaktoren: Wirkt einer davon zielgerichtet?Warum so? Die Aussage steht und fällt mit der Annahme eines Ziels.
    Lösungsskizze: kein Ziel · gleich lange Stammesgeschichte · Rudimente · relative Angepasstheit — dagegen: Gehirn als Ziel, Drift als Optimierer, gerichtete Mutation.
    Musterlösung anzeigen

    Musterlösung: Die Aussage ist fachlich nicht haltbar. Evolution hat kein Ziel: Mutationen entstehen zufällig, Gendrift ist ungerichtet, und Selektion begünstigt nur die Varianten, die unter den gerade herrschenden Bedingungen mehr Nachkommen haben. Ändern sich die Bedingungen, kann ein Vorteil zum Nachteil werden.

    Alle heutigen Arten stammen von gemeinsamen Vorfahren ab und haben seitdem eine gleich lange Evolution durchlaufen; ein Bakterium ist an seine Umwelt nicht schlechter angepasst als der Mensch an seine. Rudimente zeigen, dass Organismen Spuren ihrer Stammesgeschichte tragen, statt vollkommen geplant zu sein.