Beispiele für Koevolution erkennen, Selektion durch Bestäuber berechnen und finale Formulierungen in ultimate Erklärungen verwandeln.
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Übungsaufgaben
Zehn Übungen zum Klicken, Zuordnen, Rechnen und Knobeln — von AFB I bis AFB III, mit einer Mix-Aufgabe aus früheren Unterkapiteln und einer Trickaufgabe. Jede Übung gibt sofort Rückmeldung; bei Schwierigkeiten helfen die gestuften Tipps.
A1
Fachbegriffe der Koevolution
AFB I
Ordnen Sie jedem Fachbegriff die passende Beschreibung zu.
Klicken Sie links einen Eintrag an und dann rechts den passenden — es entsteht eine Verbindungslinie. Mit der Tastatur: Enter zum Auswählen, ↑/↓ zum Wandern.
Koevolution ist der Oberbegriff; das Wettrüsten ist ihre Form bei gegensätzlichen Interessen, die Rote-Königin-Hypothese beschreibt dessen Dauerzustand. Ultimate Erklärungen sind fachlich korrekt, finale Begründungen nicht.
Zwei Begriffe betreffen die Art, wie man Evolution erklärt.
Mimikry bedeutet Nachahmung.
A2
Voraussetzungen der Koevolution
AFB I
Nennen Sie alle Bedingungen, die erfüllt sein müssen, damit man von Koevolution zweier Arten sprechen kann.
Mehrere Antworten sind richtig. Markieren Sie alle zutreffenden und klicken Sie dann auf „Prüfen“.
Koevolution verlangt wechselseitige Selektion auf erblich variierende Merkmale über Generationen. Verwandtschaft ist nicht nötig (Orchidee und Falter). Veränderungen einzelner Individuen zu Lebzeiten werden nicht vererbt, und Anpassung an Klima ist einseitig.
Ohne erbliche Variation kann Selektion nichts verändern.
Drei Aussagen sind richtig.
A3
Feige und Feigenwespe
AFB I
Stellen Sie die Beziehung dar, indem Sie den Lückentext vervollständigen — zwei Wörter bleiben übrig.
Wort anklicken, dann Lücke anklicken (oder umgekehrt) — mit Tab und Enter geht es genauso. Ein Klick auf eine gefüllte Lücke legt das Wort zurück.
Viele Feigenarten werden nur von einer Art winziger Feigenwespen bestäubt. Ein Weibchen kriecht in den geschlossenen Blütenstand der Feige und legt dort seine ab; dabei überträgt es , den es aus seiner Geburtsfeige mitgebracht hat. Die Larven entwickeln sich in einem Teil der Blüten. Weil jede Art für die andere ein ist, haben sich Merkmale beider Partner verändert. Man spricht von .
Feige und Feigenwespe sind aufeinander angewiesen: Die Feige braucht die Wespe zur Bestäubung, die Wespe die Feige zur Fortpflanzung. Deshalb wirkt jede auf die andere als Selektionsfaktor — ein Beispiel für Koevolution mit wechselseitigem Nutzen.
Womit wird eine Blüte bestäubt?
Konvergenz betrifft nicht verwandte Arten mit ähnlicher Lebensweise, nicht Partner.
A4
Kaninchen und Myxomavirus
AFB II
In Australien wurde 1950 das Myxomavirus ausgebracht, um die eingeschleppten Kaninchen zu bekämpfen. Es wird von Stechmücken übertragen, die Blut von lebenden, infizierten Kaninchen saugen. Erläutern Sie den weiteren Verlauf, indem Sie die Schritte ordnen.
Ziehen Sie die Karten in die richtige Reihenfolge — mit der Tastatur: ↑/↓ verschiebt, Shift+↑/↓ wechselt nur den Fokus.
1Anfangs sterben über 99 % der infizierten Kaninchen innerhalb weniger Tage.
2Virusvarianten, die ihren Wirt schnell töten, werden seltener übertragen, weil tote Kaninchen keine Mücken mehr versorgen.
3Weniger tödliche Virusvarianten werden häufiger weitergegeben und nehmen in der Viruspopulation zu.
4Kaninchen mit erblich höherer Widerstandskraft überleben häufiger und haben mehr Nachkommen.
5Der Anteil widerstandsfähiger Kaninchen steigt — dadurch verschiebt sich die Selektion erneut auf Seiten des Virus.
Virus und Kaninchen sind füreinander Selektionsfaktoren: Die Übertragung über Mücken begünstigt weniger tödliche Viren, das Virus begünstigt widerstandsfähige Kaninchen. Beide Populationen haben sich seit 1950 messbar verändert.
Womit beginnt die Geschichte, und womit hört sie nicht auf?
Überlegen Sie, warum ein Virus, das seinen Wirt sofort tötet, sich schlecht verbreitet.
A5
Koevolution oder nicht?
MixAFB II
Ordnen Sie die Beispiele ein. Denken Sie auch an Kapitel 4.1: Wie entstehen Analogien?
Ziehen Sie jede Karte in den passenden Korb — oder wählen Sie sie mit Enter aus und drücken Sie dann die Ziffer des Korbs (0 legt sie zurück).
1Koevolution
2Konvergenz
3einseitige Anpassung
Koevolution setzt wechselseitige Selektion zwischen zwei Arten voraus. Konvergenz: ähnliche Merkmale bei nicht näher verwandten Arten durch ähnliche Lebensweise (analoge Organe). Einseitig: Das Antibiotikum und die Hitze verändern sich nicht durch Evolution.
Fragen Sie: Verändert sich auch der Gegenspieler durch Selektion?
Je zwei Beispiele gehören in jeden Korb.
A6
Welche Blüten hinterlassen mehr Samen?
AFB II
Eine Pflanzenpopulation (Modellwerte) besteht aus 240 Pflanzen mit langer und 160 Pflanzen mit kurzer Kronröhre. Die Bestäuber besuchen beide, bestäuben aber 50 % der langen und nur 20 % der kurzen Blüten. Berechnen Sie die Folgen.
Rechnen Sie die Kette Schritt für Schritt: Erst wenn ein Schritt stimmt, wird der nächste freigeschaltet. Enter prüft. Dezimalzahlen mit Komma oder Punkt.
Anzahl bestäubter Pflanzen mit langer Kronröhre
Anzahl bestäubter Pflanzen mit kurzer Kronröhre
Anteil der Pflanzen mit langer Röhre in der Ausgangspopulation in %%
Anteil der langen Röhren an allen bestäubten Pflanzen in % (ganze Zahl)%
240 · 0,5 = 120 und 160 · 0,2 = 32 bestäubte Pflanzen. Vorher: 240 : 400 = 60 % lange Röhren; unter den bestäubten: 120 : 152 ≈ 79 %. Ist die Röhrenlänge erblich, steigt ihr Anteil in der nächsten Generation — der Bestäuber wirkt als Selektionsfaktor.
Multiplizieren Sie die Anzahl mit dem Anteil bestäubter Blüten.
Für den letzten Schritt: 120 geteilt durch (120 + 32).
A7
Ein Protokoll mit Zielen
AFB II
Ein Schüler hat die Koevolution von Kolibris und Blüten protokolliert. Überprüfen Sie jede Aussage auf finale Begründungen und fachliche Fehler.
In diesem Text stecken Fehler. Klicken Sie genau die falschen Zeilen an — die richtigen müssen stehen bleiben.
Finale Formulierungen („damit“, „um … zu“) unterstellen ein Ziel. Die ultimate Erklärung beschreibt stattdessen, welche erblichen Varianten mehr Nachkommen hatten. Dass Gebrauch Merkmale vererbt, ist eine vorwissenschaftliche Vorstellung.
Achten Sie auf „damit“ und „um … zu“.
Drei Aussagen sind falsch.
A8
Ein Rüssel wird vorhergesagt
AFB III
In Südafrika wächst eine Blütenpflanze mit einer rund 8 cm langen, schmalen Kronröhre, an deren Grund Nektar steht (Modellwerte). Entwickeln Sie Schritt für Schritt eine überprüfbare Hypothese wie DARWIN.
Spielen Sie den Weg Schritt für Schritt durch: Was ist jetzt richtig? Nur die richtige Karte bringt Sie weiter.
Aus einem Bauplan eine Hypothese ableiten, eine prüfbare Vorhersage formulieren und Befunde kritisch deuten — so arbeitete DARWIN beim Stern von Madagaskar. Ein Nachweis von Koevolution verlangt Hinweise darauf, dass sich beide Arten wechselseitig verändert haben.
Wer kann Nektar am Grund einer 8 cm langen Röhre erreichen?
Unterscheiden Sie Passung und gemeinsame Veränderung.
A9
Wie stark stützt der Befund Koevolution?
AFB III
Beurteilen Sie, wie stark der jeweilige Befund dafür spricht, dass zwei Arten koevolviert sind — also sich wechselseitig verändert haben.
Wählen Sie für jede Zeile eine Stufe von 1 (spricht kaum dafür) bis 5 (spricht stark dafür). Mit der Tastatur: Tab zur Zeile, ←/→ zwischen den Stufen, Enter setzt.
1 = spricht kaum dafür5 = spricht stark dafür
Die Giftigkeit der Molche und die Widerstandskraft der Nattern steigen und fallen von Gebiet zu Gebiet gemeinsam.
Eine Blüte wird von über 30 verschiedenen Insektenarten besucht.
Saugwürmer infizieren Schnecken aus ihrem eigenen See besser als Schnecken aus anderen Seen.
Eine Pflanze bildet Dornen gegen Weidetiere; bei den Weidetieren ist keine Veränderung erkennbar.
Ein Falter und eine Blüte passen in einer einzigen Messung genau zusammen.
Stark sprechen Befunde, die gemeinsame, wechselseitige Veränderung zeigen — etwa räumlich gemeinsam variierende Merkmale oder lokale Anpassung eines Parasiten an „seine“ Wirte. Viele Besucher, eine einseitige Veränderung oder eine einzelne Passung belegen keine Wechselseitigkeit.
Fragen Sie: Verändern sich beide Seiten, und hängen die Veränderungen zusammen?
Eine einzelne Passung kann auch einseitig entstanden sein.
A10
Trickaufgabe: Wer gewinnt das Wettrüsten?
TrickAFB III
Legen Sie für jede Aussage fest, ob sie zutrifft.
5 Aussagen nacheinander. Eine falsche Einschätzung reicht — dann starten Sie die Serie mit „Neue Runde“ neu.
Aussage 1 von 5
Die Fallen: Im Wettrüsten „gewinnt“ niemand dauerhaft; Passung ist kein Beweis für Wechselseitigkeit; und eine Aussage mit „um … zu“ ist keine ultimate Erklärung, auch wenn sie plausibel klingt.
Gemessen wird der Erfolg im Vergleich zum Gegenspieler.