Energie in Lebewesen
ATP überträgt Energie, jede Umwandlung setzt Wärme frei, und die Energie der Nährstoffe wird über Elektronen weitergereicht.
1.1.1Das ATP/ADP-System
- ATP = Adenin + Ribose + drei Phosphatgruppen
- Hydrolyse: ATP + H₂O → ADP + Pᵢ, exergonisch
- Kopplung treibt endergonische Reaktionen an
- kurzfristiger Überträger, kein Speicher
1.1.2Energieentwertung
- Energie bleibt erhalten, wird aber entwertet
- Wärme ist für Synthese und Bewegung nicht mehr nutzbar
- Zellatmung η ≈ 34 %, Muskelarbeit gesamt ≈ 17 %
- Thermogenese: Kältezittern, braunes Fett (UCP1)
1.1.3Redoxreaktionen
- Oxidation = Elektronenabgabe, Reduktion = Elektronenaufnahme
- Dehydrierung ist eine Oxidation
- NAD⁺ und FAD transportieren Elektronen
- C: 0 in Glucose → +IV in CO₂; O: 0 in O₂ → −II in H₂O
Energie wird nicht erzeugt
Zellen wandeln Energie nur um. Was nicht in ATP oder Bewegung landet, wird als Wärme frei — entwertet, aber nicht verschwunden.
Oxidativer Abbau von Glucose
Vier Teilschritte, drei Orte: Die Glucose wird zerlegt und oxidiert, ihre Elektronen treiben über den Protonengradienten die ATP-Synthase an.
1.2.1Die Glykolyse
- Cytoplasma, ohne Sauerstoff
- 2 ATP investiert, 4 gebildet → netto 2 ATP
- 2 NADH + H⁺ und 2 Pyruvat (C₃)
- PFK: Schlüsselenzym, ATP und Citrat hemmen, AMP aktiviert
1.2.2Der Citratzyklus
- Matrix: Pyruvat → Acetyl-CoA + CO₂ + NADH + H⁺
- Acetyl (C₂) + Oxalacetat (C₄) → Citrat (C₆)
- je Umlauf 2 CO₂, 3 NADH + H⁺, 1 FADH₂, 1 ATP (GTP)
- je Glucose zwei Umläufe, Oxalacetat wird regeneriert
1.2.3Die Atmungskette
- innere Mitochondrienmembran, Komplexe I–IV
- NADH → Komplex I, FADH₂ → Komplex II
- Ubichinon und Cytochrom c als bewegliche Überträger
- I, III und IV pumpen H⁺ in den Intermembranraum
- E°′: −0,32 V (NAD⁺/NADH) → +0,82 V (O₂/H₂O)
- Treppenmodell: Reihenfolge und Energie, nicht Ort und Tempo
1.2.4Das chemiosmotische Modell
- Protonengradient: ΔpH + Membranpotenzial
- Rückstrom nur durch die ATP-Synthase
- ≈ 2,5 ATP je NADH + H⁺, ≈ 1,5 ATP je FADH₂
- Cyanid, Oligomycin hemmen; DNP, UCP1 entkoppeln
1.2.5Die Energiebilanz
- 4 ATP aus Substratkettenphosphorylierung
- 10 NADH + H⁺ und 2 FADH₂ → 28 ATP
- Glycerinphosphat-Shuttle: nur 30 ATP
- ältere Bücher: 36–38 ATP (P/O = 3 und 2)
Je Glucose verdoppeln
Ab der Spaltung in der Glykolyse laufen alle Schritte zweimal ab: zwei Pyruvat, zwei Acetyl-CoA, zwei Umläufe des Citratzyklus.
Gärung
Ohne Sauerstoff bleibt nur die Glykolyse — Gärungen halten sie in Gang, indem sie NAD⁺ zurückgewinnen.
1.3.1Die Milchsäuregärung
- ohne O₂ wird NAD⁺ knapp
- Pyruvat + NADH + H⁺ → Lactat + NAD⁺ (LDH)
- nur die 2 ATP der Glykolyse
- Muskel bei O₂-Mangel, Erythrocyten, Milchsäurebakterien
1.3.2Die alkoholische Gärung
- Pyruvatdecarboxylase: Pyruvat → Ethanal + CO₂
- Alkoholdehydrogenase: Ethanal + NADH + H⁺ → Ethanol + NAD⁺
- Hefe: fakultativer Anaerobier
- Pasteur-Effekt: mit O₂ sinkt der Glucoseverbrauch
1.3.3Gärung auf Enzymebene
- Gärrate = CO₂-Volumen je Zeit
- RGT: +10 K → 2- bis 3-fache Rate bis zum Optimum
- Hitze denaturiert irreversibel, Kälte bremst reversibel
- Sättigung: v → vmax; bei [S] = KM gilt v = ½ vmax
Gärung dient dem NAD⁺
Der Schritt nach der Glykolyse liefert kein ATP. Er gibt nur das NAD⁺ zurück, ohne das die Glykolyse sofort stoppen würde.
Die Regeln, an denen die Punkte hängen
Regel 1 — Ort immer mitnennen
Jeder Teilschritt hat seinen Ort: Cytoplasma, Matrix, innere Membran. Wer den Ort nennt, zeigt, dass er die Kompartimentierung verstanden hat.
Regel 2 — Je Glucose rechnen
Bilanzen immer je Molekül Glucose angeben und Citratzyklus sowie Decarboxylierung verdoppeln.
Regel 3 — Annahmen offenlegen
Bei ATP-Zahlen die P/O-Werte (2,5 und 1,5) und den Shuttle nennen — dann ist 30 genauso richtig wie 32.
Regel 4 — Vorzeichen sichern
ΔE°′ = E°′(Akzeptor) − E°′(Donator) ist positiv, ΔG°′ = −z · F · ΔE°′ damit negativ. Einheiten: 1 C · 1 V = 1 J.
