Hilfsmittel: Taschenrechner (GTR oder CAS). Geben Sie Zahlen mit Komma ein und beachten Sie Vorzeichen. Die Lösungen werden nach dem Auswerten freigeschaltet.
Wissen und Reproduzieren
18 PunkteDas Schema zeigt einen Ausschnitt einer Leberzelle mit einem längs geschnittenen Mitochondrium. Vier Bereiche sind nummeriert.
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Erwartungshorizont: a) Glykolyse: Cytoplasma (1); Citratzyklus: Matrix (4); Elektronentransport: innere Membran (3); höchste H⁺-Konzentration: Intermembranraum (2) (4 P). b) Sauerstoff; er wird zu Wasser reduziert (1 P). c) 2 Umläufe · 2 CO₂ = 4 CO₂ (1 P). d) 10 NADH + H⁺ · 10 H⁺ + 2 FADH₂ · 6 H⁺ = 100 + 12 = 112 H⁺ (2 P). e) richtig: Energieüberträger zwischen exergonischen und endergonischen Vorgängen; Hydrolyse ist exergonisch. Falsch: Langzeitspeicher (ATP-Vorrat reicht Sekunden) und Energiefreisetzung bei der ATP-Bildung (diese ist endergonisch) (2 P).
| Schritt | Reaktion | Energieträger / Coenzym |
|---|---|---|
| 1 | Glucose → Glucose-6-phosphat | ATP → ADP |
| 2 | Fructose-6-phosphat → Fructose-1,6-bisphosphat (PFK) | ATP → ADP |
| 3 | Fructose-1,6-bisphosphat → 2 Glycerinaldehyd-3-phosphat | — |
| 4 | Glycerinaldehyd-3-phosphat + Pᵢ → 1,3-Bisphosphoglycerat | NAD⁺ → NADH + H⁺ |
| 5 | 1,3-Bisphosphoglycerat → 3-Phosphoglycerat | ADP → ATP |
| 6 | Phosphoenolpyruvat → Pyruvat | ADP → ATP |
Zwischenschritte sind weggelassen. Die Angaben gelten je umgesetztem Molekül; ab Schritt 4 läuft jeder Schritt je Glucose zweimal ab.
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Erwartungshorizont: a) Schritt 1 und 2 je 1 ATP: 2 ATP (1 P). b) Schritte 5 und 6 laufen je Glucose zweimal: 4 ATP gebildet − 2 ATP investiert = 2 ATP netto (2 P). c) hohe ATP-Konzentration: gehemmt; AMP-Anstieg: aktiviert; Citrat: gehemmt — allosterische Regulation, negative Rückkopplung (3 P). d) Substratkettenphosphorylierung: Die Phosphatgruppe wird von einem Zwischenprodukt direkt auf ADP übertragen (2 P).
Zusammenhänge herstellen
28 PunkteRotenon ist ein Pflanzenstoff, der früher als Fischgift eingesetzt wurde. Isolierte Mitochondrien erhalten entweder Pyruvat und Malat (liefern NADH + H⁺) oder Succinat (liefert FADH₂ an Komplex II) sowie ADP. Gemessen wird der O₂-Verbrauch ohne und mit Rotenon.
Alle Messwerte in diesem Material sind Modellwerte.
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Erwartungshorizont: a) Mit Pyruvat/Malat bricht der O₂-Verbrauch ein (80 → 6), mit Succinat kaum (90 → 88). Blockiert ist also ein Schritt, den nur NADH braucht: Komplex I (2 P). b) FADH₂ speist an Komplex II ein; Ubichinon, Komplex III und IV sind frei, die Elektronen erreichen den Sauerstoff (3 P). c) Substratkettenphosphorylierung 4 ATP + 2 FADH₂ · 1,5 ATP = 7 ATP (3 P). d) Bei Einstieg über Komplex II pumpt Komplex I nicht mit: ≈ 6 statt ≈ 10 H⁺ je Elektronenpaar, daher ≈ 1,5 statt ≈ 2,5 ATP (2 P).
Ein Radprofi bringt auf einer Bergetappe an den Pedalen eine mechanische Energie von 4200 kJ auf (Modellwert). Rechnen Sie mit: 32 ATP je Glucose, \(\Delta G^{\circ\prime}(\text{ATP}) = -30{,}5\,\mathrm{kJ\,mol^{-1}}\), \(\Delta G^{\circ\prime}(\text{Glucose}) = -2870\,\mathrm{kJ\,mol^{-1}}\), \(M(\text{Glucose}) = 180\,\mathrm{g\,mol^{-1}}\). Die Muskelfasern wandeln 50 % der Energie aus ATP in Bewegung um.
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Erwartungshorizont: a) \(\eta_\text{Z} = 32 \cdot 30{,}5 : 2870 = 976 : 2870 \approx 0{,}34 = 34\,\%\) (2 P). b) \(\eta_\text{ges} = 0{,}34 \cdot 0{,}50 = 0{,}17 = 17\,\%\) (2 P). c) \(E_\text{Glucose} = 4200 : 0{,}17 \approx 24\,700\,\mathrm{kJ}\); \(n = 24\,700 : 2870 \approx 8{,}61\,\mathrm{mol}\); \(m \approx 8{,}61 \cdot 180 \approx 1550\,\mathrm{g}\) (3 P). d) Rund 83 % werden Wärme (Energieentwertung, nicht Vernichtung); Wärme fällt bei beiden Umwandlungen an und muss über Haut und Schweiß abgegeben werden (3 P).
| Redoxpaar | \(E^{\circ\prime}\) in V |
|---|---|
| NAD⁺ / NADH + H⁺ | −0,32 |
| Ubichinon / Ubichinol | +0,05 |
| Cytochrom c (oxidiert / reduziert) | +0,25 |
| ½ O₂ / H₂O | +0,82 |
Gerundete Lehrbuchwerte. \(F = 96\,485\,\mathrm{C\,mol^{-1}}\); je Elektronenpaar \(z = 2\).
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Erwartungshorizont: a) \(\Delta E^{\circ\prime} = 0{,}82 - (-0{,}32) = 1{,}14\,\mathrm{V}\); \(\Delta G^{\circ\prime} = -2 \cdot 96\,485 \cdot 1{,}14\,\mathrm{J\,mol^{-1}} \approx -220\,\mathrm{kJ\,mol^{-1}}\) (2 P). b) \(\Delta E^{\circ\prime} = 0{,}82 - 0{,}25 = 0{,}57\,\mathrm{V}\); \(\Delta G^{\circ\prime} = -2 \cdot 96\,485 \cdot 0{,}57\,\mathrm{J\,mol^{-1}} \approx -110\,\mathrm{kJ\,mol^{-1}}\) — die Hälfte der Gesamtenergie wird auf dieser letzten Stufe frei (2 P). c) Vom negativeren zum positiveren Potenzial; jeder Akzeptor hat die höhere Elektronenaffinität (2 P). d) Grenzen: keine räumliche Information (Pumpen, Membran), Standardbedingungen; zudem keine Zeitinformation, ungleich hohe Stufen (2 P).
Verallgemeinern und Reflektieren
14 Punkte1933 kam 2,4-Dinitrophenol (DNP) in den USA als Schlankheitsmittel auf den Markt. DNP trägt Protonen durch die innere Mitochondrienmembran. Die Anwender nahmen rasch ab; es kam aber zu Todesfällen durch Überhitzung (Hyperthermie). 1938 wurde DNP als Arzneimittel verboten.
| Messgröße | ohne DNP | mit DNP |
|---|---|---|
| Energieumsatz in Ruhe in kJ/Tag | 7000 | 10 500 |
| Körpertemperatur in °C | 36,8 | 37,9 |
Alle Messwerte in diesem Material sind Modellwerte.
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Erwartungshorizont: a) Richtig: Gradient wird ohne ATP-Bildung abgebaut; mehr Nährstoffe werden oxidiert (Gewichtsverlust, Energieumsatz +50 %); die Energie wird Wärme (Temperaturanstieg im Material). Falsch: Hemmung von Komplex IV (der O₂-Verbrauch steigt) und höhere ATP-Bildung (3 P). b) 4 ATP aus Substratkettenphosphorylierung + 28 : 2 = 14 ATP aus der ATP-Synthase ≈ 18 ATP (2 P). c) Ablehnung, begründet mit nicht steuerbarer Thermogenese und geringer therapeutischer Breite (1 P).
Otto Warburg beobachtete in den 1920er-Jahren, dass viele Tumorzellen Glucose auch bei ausreichend Sauerstoff überwiegend zu Lactat abbauen.
| je Stunde, gleiche Zellzahl | Normalzelle | Tumorzelle |
|---|---|---|
| aufgenommene Glucose (Moleküle, relativ) | 100 | 1000 |
| davon zu Lactat vergoren | 10 % | 90 % |
| davon vollständig veratmet | 90 % | 10 % |
Modellwerte. Rechnen Sie mit 2 ATP je vergorener und 32 ATP je veratmeter Glucose.
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Erwartungshorizont: a) 10 · 2 + 90 · 32 = 20 + 2880 = 2900 ATP (2 P). b) 900 · 2 + 100 · 32 = 1800 + 3200 = 5000 ATP (2 P). c) Richtig: mehr ATP insgesamt durch hohen Glucosedurchsatz; LDH regeneriert NAD⁺ für die Glykolyse. Falsch: Sauerstoffmangel (laut M7 ausreichend O₂) und höhere Ausbeute der Gärung (2 statt 32 ATP) (2 P). d) LDH-Hemmung trifft die NAD⁺-Regeneration, von der die Tumorzelle abhängt; zusätzlicher O₂ ändert nichts (sie gärt trotz O₂), Cyanid schädigt alle Zellen, mehr Glucose fördert den Tumor (2 P).
Ergebnis
| Aufgabe | Thema | Punkte |
|---|
Bewertung in Notenpunkten
| Punkte | Notenpunkte | Beurteilung |
|---|---|---|
| 57 – 60 P | 15 | sehr gut |
| 54 – 56 P | 14 | sehr gut |
| 51 – 53 P | 13 | sehr gut |
| 48 – 50 P | 12 | gut |
| 45 – 47 P | 11 | gut |
| 42 – 44 P | 10 | gut |
| 39 – 41 P | 9 | befriedigend |
| 36 – 38 P | 8 | befriedigend |
| 33 – 35 P | 7 | befriedigend |
| 30 – 32 P | 6 | ausreichend |
| 27 – 29 P | 5 | ausreichend |
| 24 – 26 P | 4 | ausreichend |
| 20 – 23 P | 3 | mangelhaft |
| 16 – 19 P | 2 | mangelhaft |
| 12 – 15 P | 1 | mangelhaft |
| 0 – 11 P | 0 | ungenügend |
