Das Ökosystem als Gefüge
Die Ökologie untersucht, wie Lebewesen miteinander und mit ihrer unbelebten Umwelt in Beziehung stehen. Dazu gliedert sie die belebte Natur in Ebenen, die ineinandergeschachtelt sind.
- Ökologie:Wissenschaft von den Wechselbeziehungen der Lebewesen untereinander und mit ihrer unbelebten Umwelt (Begriff von HAECKEL, 1866).
- Individuum:ein einzelnes Lebewesen, z. B. eine Rotbuche oder ein Reh.
- Art:Gruppe von Lebewesen, die sich untereinander fortpflanzen und dabei fruchtbare Nachkommen hervorbringen können.
- Population:alle Individuen einer Art, die zur selben Zeit im selben Gebiet leben und eine Fortpflanzungsgemeinschaft bilden.
- Biozönose:Lebensgemeinschaft: die Populationen aller Arten — Pflanzen, Tiere, Pilze und Mikroorganismen — in einem abgegrenzten Gebiet.
- Biotop:Lebensraum einer Biozönose mit seinen unbelebten Bedingungen wie Boden, Wasser, Klima und Licht, z. B. ein See oder ein Buchenwald.
- Ökosystem:Biotop und Biozönose mit allen Wechselbeziehungen zwischen ihnen; alle Ökosysteme der Erde zusammen bilden die Biosphäre.
Ökosystem: Biotop + Biozönose + ihre Wechselbeziehungen — Ebenen: Individuum → Population → Biozönose → Ökosystem → Biosphäre
Faktoren und Wechselwirkungen
Ob eine Art in einem Biotop leben kann, hängt von vielen Umweltfaktoren ab. Man unterscheidet sie danach, ob sie von der unbelebten Umwelt oder von anderen Lebewesen ausgehen.
- Abiotische Faktoren:Einflüsse der unbelebten Umwelt: Licht, Temperatur, Wasser, Wind, Boden (pH-Wert, Mineralsalze), im Wasser auch Sauerstoff- und Salzgehalt.
- Biotische Faktoren:Einflüsse, die von anderen Lebewesen ausgehen.
- Konkurrenz:Wettbewerb von Lebewesen um dieselbe knappe Ressource, z. B. Licht, Nahrung, Nistplätze oder Paarungspartner.
- Intraspezifisch:Beziehungen zwischen Individuen derselben Art: Konkurrenz um Reviere oder Partner, aber auch Brutpflege oder Schutz im Schwarm.
- Interspezifisch:Beziehungen zwischen Individuen verschiedener Arten: Konkurrenz, Räuber-Beute-Beziehung, Parasitismus (ein Partner nutzt den anderen aus, meist ohne ihn zu töten) und Symbiose (Zusammenleben zum Nutzen beider).
- Rückwirkung:Die Biozönose verändert auch ihr Biotop: Das Kronendach der Buchen beschattet den Boden und hält ihn feucht, aus der Laubstreu wird Humus.
- Offenes System:Ein Ökosystem nimmt ständig Energie als Sonnenlicht auf und gibt Wärme ab; Wasser, Gase und Mineralsalze werden ein- und ausgetragen.
- Fließgleichgewicht:Obwohl Energie und Stoffe ständig hindurchfließen, bleiben Artenzusammensetzung und Populationsgrößen über längere Zeit annähernd gleich.
Zwölf Beobachtungen aus einem Buchenwald: Ziehe jede Karte in das passende Feld — oder tippe sie an und dann das Feld. Mit der Tastatur wählst du eine Karte mit Tab und legst sie mit 1, 2 oder 3 ab (0 legt sie zurück). Nach „Prüfen“ erklärt ein Klick auf eine Karte die Einordnung.
Halte fest: Ein Umweltfaktor ist abiotisch, wenn er von der unbelebten Umwelt ausgeht. Bei biotischen Faktoren entscheidet nur die Frage „dieselbe Art oder verschiedene Arten?“ — ob die Beziehung schadet oder nützt, spielt dafür keine Rolle.
Umweltfaktoren: abiotisch (unbelebte Umwelt) · biotisch-intraspezifisch (dieselbe Art) · biotisch-interspezifisch (verschiedene Arten)
Allgemeine Hinweise
Das Biotop lebt nicht
Zum Biotop gehören nur der Raum und seine unbelebten Bedingungen. Frösche und Seerosen eines Teichs zählen zur Biozönose, auch wenn der ganze Teich im Alltag „Biotop“ heißt.
Erst nach der Art fragen
Gehören beide Partner zur selben Art, ist die Beziehung intraspezifisch — egal ob Konkurrenz oder Brutpflege. Erst danach lohnt die Frage, welcher Beziehungstyp vorliegt.
Gleichgewicht ist kein Stillstand
Im Fließgleichgewicht sterben ständig Individuen, andere werden geboren, und Stoffe fließen hindurch. Konstant bleibt nur das Gesamtbild über längere Zeit.
