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Die Transkription

Die DNA verlässt den Zellkern nie — trotzdem werden ihre Baupläne im Cytoplasma gelesen. Wer trägt die Abschrift nach draußen?

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Vom Gen zur mRNA

Die DNA bleibt im Zellkern. Für die Proteinsynthese schreibt die Zelle deshalb einzelne Gene in eine bewegliche Kopie aus RNA um.

  • Genexpression:Umsetzung der Information eines Gens in ein Protein: erst Transkription (DNA → RNA), dann Translation (RNA → Protein).
  • RNA:meist einzelsträngige Nucleinsäure mit dem Zucker Ribose und der Base Uracil (U) statt Thymin; U paart mit A.
  • mRNA:Boten-RNA (messenger-RNA): Abschrift eines Gens, die die Information aus dem Zellkern zu den Ribosomen bringt.
  • Promotor:Basenfolge vor dem Gen, an die die RNA-Polymerase mithilfe von Transkriptionsfaktoren bindet; legt Startpunkt und Leserichtung fest und wird selbst nicht abgeschrieben.
  • Codogener Strang:Matrizenstrang, den die RNA-Polymerase 3′→5′ abliest; der Gegenstrang heißt codierender Strang.
  • Initiation:Die RNA-Polymerase entwindet am Startpunkt die DNA lokal zur Transkriptionsblase — ein Primer ist nicht nötig.
  • Elongation:Die Polymerase knüpft komplementäre Ribonucleotide an das 3′-Ende; die RNA wächst 5′→3′, hinter ihr schließt sich die Helix.
  • Termination:Am Terminator löst sich die Polymerase ab und die RNA wird frei.
Herleitung:
3′-TAC CGT AAG-5′ codogener Strang
| gegeben

Gegeben ist der Matrizenstrang, den die Polymerase 3′→5′ abliest.

5′-ATG GCA TTC-3′ codierender Strang
| komplementär

Jede Base wird durch ihren Partner ersetzt, die Richtung kehrt sich um.

5′-AUG GCA UUC-3′ mRNA
Ergebnis

Die mRNA gleicht dem codierenden Strang, nur mit U statt T.

Merke

Transkription: codogener Strang (3′→5′ gelesen) → komplementäre mRNA (5′→3′ gebaut, U statt T)

Starte mit ▶ oder gehe schrittweise vor. Lege den Promotor einmal links und einmal rechts an und beobachte, welcher Strang zur Matrize wird. Schalte dann auf „Eukaryot“ und verfolge, wie aus der Prä-mRNA die reife mRNA wird.

RNA-Polymerase bei der Arbeit

Halte fest: Der Promotor legt fest, welcher Strang abgelesen wird — die mRNA wächst immer 5′→3′. Bei Eukaryoten fehlen der reifen mRNA die Introns, dafür trägt sie Cap und Poly-A-Schwanz.

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Die Prä-mRNA reift

Bei Eukaryoten ist das erste Transkript noch nicht fertig. Erst nach der Bearbeitung im Zellkern darf es als reife mRNA ins Cytoplasma.

  • Prokaryoten:Ohne Zellkern wird die mRNA sofort genutzt; die Translation beginnt schon, während die Transkription noch läuft.
  • Prä-mRNA:erstes Transkript bei Eukaryoten; es wird noch im Zellkern bearbeitet (Prozessierung).
  • 5′-Cap:abgewandeltes Guanin-Nucleotid, schon während der Transkription an das 5′-Ende gehängt; schützt vor Abbau und hilft beim Start der Translation.
  • Poly-A-Schwanz:rund 200 Adenin-Nucleotide, ohne DNA-Vorlage an das 3′-Ende gehängt; schützt vor Abbau.
  • Exons und Introns:Exons bleiben in der reifen mRNA; die dazwischen liegenden Introns werden entfernt.
  • Spleißen:Das Spleißosom, ein Komplex aus RNA und Proteinen, schneidet die Introns heraus und verknüpft die Exons.
  • Alternatives Spleißen:Je nach Zelltyp werden verschiedene Exons kombiniert: Aus einem Gen entstehen mehrere Proteine, beim Menschen aus rund 20 000 Genen weit mehr Proteinvarianten.
Merke

Prozessierung: Prä-mRNA + 5′-Cap + Poly-A-Schwanz − Introns = reife mRNA · alternatives Spleißen: ein Gen → mehrere Proteine

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Allgemeine Hinweise

Codogen ist nicht codierend

Die mRNA ist komplementär zum codogenen Strang, gleicht aber dem codierenden Strang mit U statt T. Wer den falschen Strang abschreibt, erhält eine völlig andere Basenfolge.

Enden immer mitschreiben

Jede Sequenz wird mit 5′- und 3′-Ende notiert. Matrize und mRNA liegen stets antiparallel zueinander.

Nicht alles landet in der mRNA

Der Promotor ist nur Bindestelle und wird nicht abgeschrieben. Introns werden zwar transkribiert, fehlen aber in der reifen mRNA.

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