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DNA-Struktur und Replikation

Zwei Meter DNA passen in jeden Zellkern — und vor jeder Teilung wird alles fehlerfrei verdoppelt. Wie schafft die Zelle das?

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Die DNA als Doppelhelix

Die DNA speichert die Erbinformation als Abfolge von vier Basen. Ihre Struktur erklärt, wie diese Information stabil gelagert und exakt kopiert werden kann.

  • Nucleotid:Baustein der DNA aus Phosphatrest, dem Zucker Desoxyribose und einer von vier Basen.
  • Basen:Adenin (A) und Guanin (G) sind Purine mit zwei Ringen, Cytosin (C) und Thymin (T) Pyrimidine mit einem Ring.
  • Rückgrat:Zucker und Phosphat wechseln sich ab, verbunden über Phosphodiesterbindungen; die Basen zeigen nach innen.
  • 5′- und 3′-Ende:Jeder Strang hat eine Richtung: am 5′-Ende ein freier Phosphatrest, am 3′-Ende eine freie OH-Gruppe am Zucker.
  • Antiparallel:Die beiden Stränge laufen gegenläufig — einer 5′→3′, der andere 3′→5′.
  • Komplementäre Basenpaarung:A paart mit T über zwei, G mit C über drei Wasserstoffbrücken; stets ein Purin mit einem Pyrimidin, daher ist die Leiter überall gleich breit.
  • Doppelhelix:Die Leiter ist rechtsgängig verdrillt (WATSON und CRICK 1953): etwa 10 Basenpaare je Windung, Durchmesser 2 nm.
  • CHARGAFF-Regel:In doppelsträngiger DNA gilt A = T und G = C — eine Folge der Basenpaarung.
Herleitung:
\(A = 30\,\% \;\Rightarrow\; T = 30\,\%\)
| A = T

Weizen-DNA enthält 30 % Adenin. Zu jedem A gehört ein T.

\(G + C = 100\,\% - 60\,\% = 40\,\%\)
| Rest

A und T zusammen machen 60 % aus, der Rest sind G–C-Paare.

\(G = C = 20\,\%\)
| : 2

G und C kommen gleich häufig vor.

\(A = T = 30\,\%,\; G = C = 20\,\%\)
Ergebnis

Aus einer einzigen Basenangabe folgt die ganze Zusammensetzung.

Merke

Basenpaarung: A–T (2 H-Brücken), G–C (3 H-Brücken) · die beiden Stränge sind antiparallel

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Semikonservativ verdoppeln

Vor jeder Zellteilung muss die gesamte DNA kopiert werden. Die komplementäre Basenpaarung macht jeden Einzelstrang zur Vorlage für seinen Partner.

  • Replikation:identische Verdopplung der DNA vor jeder Zellteilung (S-Phase des Zellzyklus).
  • Helicase:trennt die Wasserstoffbrücken und öffnet die Doppelhelix zur Replikationsgabel.
  • Primer:kurzes RNA-Stück der Primase; liefert das freie 3′-Ende, an dem die DNA-Polymerase ansetzt.
  • DNA-Polymerase:hängt komplementäre Nucleotide an und verlängert den neuen Strang nur in 5′→3′-Richtung.
  • Leit- und Folgestrang:Der Leitstrang wird durchgehend synthetisiert, der Folgestrang in Okazaki-Fragmenten, die die Ligase verknüpft.
  • Semikonservativ:Jede Tochter-DNA enthält einen alten und einen neuen Strang.
  • MESELSON und STAHL (1958):Bakterien wuchsen erst mit schwerem ¹⁵N, dann mit leichtem ¹⁴N; die DNA wurde im Dichtegradienten zentrifugiert und die Banden abgelesen.

Tippe für jede Generation an, welche Banden du erwartest — mehrere sind möglich. Starte dann mit ▶ die Zentrifuge und vergleiche. Über „Strangmodell“ siehst du, wie jede Hypothese die alten und neuen Stränge verteilt.

Meselson-Stahl-Versuch

Halte fest: Nach einer Generation liegt nur eine mittlere Bande vor — das schließt die konservative Replikation aus. Erst die zweite Generation mit mittlerer und leichter Bande widerlegt auch die dispersive Hypothese.

Merke

Semikonservative Replikation: Jede Tochter-DNA = ein alter Matrizenstrang + ein neu synthetisierter Strang

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Allgemeine Hinweise

Polymerase liest 3′→5′

Die DNA-Polymerase liest den Matrizenstrang in 3′→5′-Richtung und baut den neuen Strang in 5′→3′-Richtung. Wer die Richtungen verwechselt, kann Leit- und Folgestrang nicht erklären.

Chargaff nur im Doppelstrang

A = T und G = C gelten nur für doppelsträngige DNA. Innerhalb eines Einzelstrangs können die Basen beliebig verteilt sein.

Mittlere Bande heißt Hybrid

Die mittlere Bande besteht aus Doppelsträngen mit einem ¹⁵N- und einem ¹⁴N-Strang. Sie entsteht nicht durch Mischen schwerer und leichter DNA im Röhrchen.

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