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Übung AFB III

Beurteilen, widerlegen, planen — hier zählt Ihr eigenes Urteil, gestützt auf Fachwissen.

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Aufgabenblock — AFB III

Zehn Aufgaben zum Beurteilen, Planen und Stellungnehmen. Lösen Sie zuerst die Auswahl, formulieren Sie Ihre Antwort dann in eigenen Worten und vergleichen Sie erst danach mit der Musterlösung.

A1
Pflanzen für den Südbalkon
AFB III
Material: Drei Balkonpflanzen

A Springkraut: große, dünne Blätter, dünne Kutikula, viele Spaltöffnungen auf Höhe der Epidermis.
B Oleander: ledrige Blätter, dicke Kutikula, mehrschichtige Epidermis, Spaltöffnungen in behaarten Krypten.
C Hauswurz: dicke, fleischige Blätter mit Wasserspeichergewebe, kleine Oberfläche.

Ein Balkon liegt den ganzen Tag in der Sonne, gegossen wird nur am Wochenende. Beurteilen Sie die Eignung der drei Pflanzen: Markieren Sie alle zutreffenden Urteile.

Mehrere Antworten können richtig sein. Markieren Sie alle zutreffenden und klicken Sie dann auf „Prüfen“.
Das Urteil stützt sich auf Struktur und Funktion: Xeromorphe Merkmale (B) und Wasserspeicher (C) sichern die Wasserversorgung; das Mesophytenblatt (A) welkt. Haare verstopfen nichts, und erbliche Blattmerkmale ändern sich nicht in wenigen Tagen.
Strategie: Kriterium festlegen (Wasserverlust bzw. Wasservorrat) und jede Pflanze daran messen.Warum so? Ein Urteil braucht einen Maßstab — hier: Übersteht die Pflanze eine Woche Sonne ohne Wasser?
Lösungsskizze: A: Mesophyt, hohe Transpiration → ungeeignet · B: Xerophyt → geeignet · C: Sukkulente → geeignet.
Musterlösung anzeigen

Musterlösung: Kriterium ist, ob die Pflanze bei starker Sonne mehrere Tage ohne Wasser auskommt. Springkraut (A) besitzt ein typisches Mesophytenblatt: große, dünne Fläche, dünne Kutikula, Spaltöffnungen an der Oberfläche — es verliert viel Wasser und welkt. Oleander (B) senkt mit dicker Kutikula und Spaltöffnungen in behaarten Krypten die Transpiration; die Haare halten eine feuchte, windstille Luftschicht fest. Die Hauswurz (C) speichert Wasser und hat eine kleine Oberfläche.

Urteil: B und C sind geeignet, A nicht. Die Merkmale sind erblich (Angepasstheit) — keine der Pflanzen baut ihre Blätter in wenigen Tagen um.

A2
Blaue LEDs für Tomaten?
AFB III
Material: Werbung eines Gartencenters

„Unsere blauen Pflanzen-LEDs (450 nm) treiben die Fotosynthese stärker an als rote (680 nm): Blaue Photonen tragen viel mehr Energie. Pro Watt Strom wachsen Ihre Tomaten deshalb schneller.“

Nehmen Sie Stellung zur Werbung: Prüfen Sie zuerst jede Aussage, die in Ihre Stellungnahme eingehen soll.

5 Aussagen nacheinander. Eine falsche Einschätzung reicht — dann starten Sie die Serie mit „Neue Runde“ neu.
Aussage 1 von 5

Die Beobachtung der Werbung ist richtig (blaue Photonen sind energiereicher), die Folgerung falsch: Fotosynthese zählt Photonen, nicht Joule. Der Energieüberschuss blauer Photonen wird als Wärme frei; pro Watt liefern rote LEDs mehr Photonen und damit mehr Ladungstrennungen.
Strategie: Die Werbung in Beobachtung (Energie je Photon) und Folgerung (mehr Fotosynthese je Watt) zerlegen.Warum so? Entscheidend ist, was im Reaktionszentrum ankommt — und wie viele Photonen eine Lampe pro Watt liefert.
Lösungsskizze: blau energiereicher: ja · Überschuss → Wärme · gleiche Energie am P680 · Rot: mehr Photonen je Watt → Werbung falsch.
Musterlösung anzeigen

Musterlösung: Richtig ist, dass ein blaues Photon (450 nm, ≈ 2,76 eV) etwa 1,5-mal so viel Energie trägt wie ein rotes (680 nm, ≈ 1,82 eV). Das Chlorophyll gelangt dabei aber in den Zustand S₂ und fällt in Bruchteilen einer Pikosekunde strahlungslos auf S₁ zurück; der Überschuss wird Wärme. Über den Energietrichter erreicht das Reaktionszentrum je Photon dieselbe Anregungsenergie — eine Ladungstrennung pro Photon.

Bei gleicher elektrischer Leistung liefert eine rote LED deshalb mehr Photonen und damit mehr Ladungstrennungen. Meine Position: Die Werbung geht von einer richtigen Tatsache aus, zieht aber den falschen Schluss. Pro Watt ist rotes Licht mindestens ebenso wirksam; blaues Licht kann aus anderen Gründen (z. B. Wuchsform) sinnvoll ergänzt werden.

A3
Der richtige Standort
AFB III
Material: Grünlilie (Modellwerte)

Atmungsrate R = 1 µmol O₂ · h⁻¹ (Tag und Nacht gleich). Im Licht gilt bis 8 klx annähernd \(P_\text{netto}=0{,}5\cdot I-1\) (I in klx, P in µmol O₂ · h⁻¹), darüber Lichtsättigung. Die Pflanze steht täglich 12 h im Licht und 12 h im Dunkeln.

Mögliche Standorte: A Flur 1,5 klx · B Zimmermitte 3 klx · C Nordfenster 6 klx · D Südfenster 25 klx

Die Pflanze soll wachsen, aber möglichst wenig Platz am Fenster wegnehmen. Legen Sie die nötige Mindest-Lichtintensität fest und legen Sie sich auf den Standort mit dem geringsten Licht fest, an dem die Tagesbilanz noch positiv ist.

Füllen Sie alle Felder aus und prüfen Sie dann. Enter in einem Feld prüft ebenfalls. Dezimalzahlen mit Komma oder Punkt.
FestlegungIhre Angabe
Mindest-Lichtintensität für eine ausgeglichene Tagesbilanz in klx
gewählter Standort (Buchstabe)
Tagesbilanz: \(12\cdot(0{,}5I-1)-12\cdot1\ge0\Rightarrow0{,}5I\ge2\Rightarrow I\ge4\,\mathrm{klx}\). Standort B (3 klx) liefert −6 µmol pro Tag, C (6 klx) +12 µmol. D wäre auch geeignet, braucht aber den begehrten Südfensterplatz.
Strategie: Nicht nur den Lichtkompensationspunkt betrachten, sondern die ganze 24-h-Bilanz.Warum so? Nachts atmet die Pflanze weiter — der Überschuss des Tages muss das ausgleichen.
Lösungsskizze: Tag: 12 · (0,5 I − 1), Nacht: −12 · 1; Summe ≥ 0 → I ≥ 4 klx → Standort C.
Musterlösung anzeigen

Musterlösung: Am Lichtkompensationspunkt (hier 2 klx) wäre nur die Bilanz während der Lichtphase ausgeglichen; die nächtliche Atmung bliebe ungedeckt. Für die Tagesbilanz gilt \(12\,\mathrm{h}\cdot(0{,}5\cdot I-1)=12\,\mathrm{h}\cdot1\), also \(I=4\,\mathrm{klx}\).

Festlegung: Standort C (6 klx) — Tagesbilanz \(12\cdot2-12=+12\,\mu\mathrm{mol\,O_2}\). A und B liegen unter 4 klx (negative Bilanz), D wäre möglich, ist aber nicht der Standort mit dem geringsten ausreichenden Licht.

A4
Hat die Blutbuche Chlorophyll?
AFB III

Die Blätter der Blutbuche sehen dunkelrot aus. Entwickeln Sie ein Experiment, mit dem Sie prüfen, ob sie trotzdem Chlorophyll a enthalten — ordnen Sie dazu die Schritte.

Ziehen Sie die Karten in die richtige Reihenfolge — mit der Tastatur: ↑/↓ verschiebt, Shift+↑/↓ wechselt nur den Fokus.
1Blätter der Blutbuche und — zum Vergleich — einer grünen Rotbuche getrennt mit Sand und Aceton zerreiben
2beide Extrakte filtrieren
3Extrakte nebeneinander punktförmig auf die Startlinie einer Kieselgelplatte auftragen
4Platte in das Fließmittel stellen, die Startlinie liegt oberhalb des Flüssigkeitsspiegels
5Platte herausnehmen und die Fließmittelfront sofort markieren
6Banden vergleichen und Rf-Werte bestimmen: Eine blaugrüne Bande mit dem Rf-Wert der Rotbuchen-Bande zeigt Chlorophyll a
Die Rotbuche dient als Vergleich (Referenz): Gleiche Farbe und gleicher Rf-Wert unter gleichen Bedingungen sprechen für denselben Stoff. Ergebnis in der Praxis: Auch die Blutbuche enthält Chlorophyll a und b — der rote Farbstoff überdeckt sie nur.
Strategie: Vom Blatt über den Extrakt zum Chromatogramm denken — und an einen Vergleich denken.Warum so? Ohne Referenz lässt sich eine Bande nicht sicher einem Pigment zuordnen.
Lösungsskizze: Extrahieren → filtrieren → auftragen → entwickeln → Front markieren → mit Referenz vergleichen.
Musterlösung anzeigen

Musterlösung: Hypothese: Die Blutbuche enthält Chlorophyll a, das von einem roten Farbstoff überdeckt wird. Blätter von Blut- und Rotbuche werden getrennt mit Sand und Aceton zerrieben und filtriert. Beide Extrakte werden nebeneinander auf dieselbe Kieselgelplatte aufgetragen und im selben Fließmittel entwickelt; die Front wird sofort markiert.

Auswertung: Zeigt der Blutbuchen-Extrakt eine blaugrüne Bande auf gleicher Höhe (gleicher Rf-Wert) wie Chlorophyll a der Rotbuche, ist die Hypothese bestätigt. Der rote Farbstoff (ein wasserlösliches Pigment der Vakuole) wandert im unpolaren Fließmittel kaum und stört die Auswertung nicht.

A5
Eine „Dunkelreaktion“?
AFB III

Behauptung: „Der Calvin-Zyklus ist eine Dunkelreaktion — er läuft vor allem nachts ab.“ Widerlegen Sie die Behauptung, indem Sie die Argumentation Schritt für Schritt aufbauen.

Spielen Sie den Gedankengang Schritt für Schritt durch: Was ist jetzt richtig? Nur die richtige Karte bringt Sie weiter.
    Der Calvin-Zyklus braucht kein Licht direkt, läuft aber nur, solange die Primärreaktionen ATP und NADPH nachliefern — also tagsüber. Der Begriff „Dunkelreaktion“ führt in die Irre.
    Strategie: Die Behauptung über die Kopplung von Primär- und Sekundärreaktionen angreifen.Warum so? Wer zeigt, dass der Zyklus auf Stoffe aus dem Licht angewiesen ist, hat die Behauptung widerlegt.
    Lösungsskizze: ATP/NADPH nötig → nur aus Licht → nachts schnell verbraucht → Fixierung stoppt.
    Musterlösung anzeigen

    Musterlösung: Der Calvin-Zyklus verbraucht je CO₂ 3 ATP und 2 NADPH. Beide Stoffe entstehen ausschließlich in den Primärreaktionen an der Thylakoidmembran, die Licht benötigen. Nach dem Ausschalten des Lichts sind ATP und NADPH nach kurzer Zeit aufgebraucht, die CO₂-Fixierung kommt zum Stillstand.

    Der Zyklus läuft also tagsüber, nicht nachts. Richtig ist nur, dass Licht nicht unmittelbar auf seine Reaktionen wirkt — er ist indirekt lichtabhängig.

    A6
    Die grüne Lunge der Erde?
    AFB III

    These: „Der tropische Regenwald ist die grüne Lunge der Erde — er liefert uns den Sauerstoff zum Atmen.“ Diskutieren Sie die These: Ordnen Sie zuerst die Argumente.

    Setzen Sie in jeder Zeile das passende Kreuz — hier ist es genau eins pro Zeile. Enter setzt und löscht.
    Argumentstützt die Thesespricht gegen die Thesebetrifft eine andere Frage
    Regenwälder betreiben pro Fläche sehr viel Fotosynthese.
    Pflanzen bilden bei der Fotosynthese O₂ aus Wasser.
    Tiere, Pilze und Bakterien des Waldes veratmen fast die gesamte gebildete Biomasse wieder.
    Ein ausgewachsener Wald nimmt kaum noch an Biomasse zu; seine O₂-Bilanz ist nahezu ausgeglichen.
    Die Atmosphäre enthält einen riesigen O₂-Vorrat, der sich über Jahrtausende gebildet hat.
    Beim Roden und Verbrennen wird gespeicherter Kohlenstoff als CO₂ frei.
    Die Bruttoproduktion des Regenwalds ist riesig, doch Atmung und Zersetzung verbrauchen fast den gesamten gebildeten Sauerstoff wieder. Wichtig bleibt der Wald als Kohlenstoffspeicher und für die Artenvielfalt — das ist aber eine andere Frage als die nach dem Sauerstoff.
    Strategie: Pro- und Contra-Argumente sammeln, dann die Bilanz (Brutto gegen Atmung) als Maßstab nehmen.Warum so? Eine Diskussion endet mit einem begründeten Ergebnis — und trennt Argumente, die nur scheinbar zum Thema gehören.
    Lösungsskizze: Pro: viel Fotosynthese · Contra: Atmung/Zersetzung, ausgeglichene Bilanz, großer Vorrat · andere Frage: CO₂-Speicher.
    Musterlösung anzeigen

    Musterlösung: Für die These spricht, dass Regenwälder pro Fläche sehr viel Fotosynthese betreiben und dabei O₂ aus Wasser freisetzen. Dagegen spricht, dass die Organismen des Waldes den gebildeten Sauerstoff bei Atmung und Zersetzung fast vollständig wieder verbrauchen; ein ausgewachsener Wald hat eine nahezu ausgeglichene O₂-Bilanz. Außerdem ist der O₂-Vorrat der Atmosphäre so groß, dass unsere Atemluft nicht von einem einzelnen Ökosystem abhängt.

    Ergebnis: Als „Sauerstofflieferant“ ist das Bild der Lunge falsch. Schützenswert ist der Regenwald trotzdem — als großer Kohlenstoffspeicher, dessen Rodung CO₂ freisetzt, und wegen seiner Artenvielfalt.

    A7
    Analogien zwischen zwei Organellen
    AFB III

    Schülerinnen haben Chloroplast und Mitochondrium mit Analogie-Paaren verglichen. Bewerten Sie jedes Paar: Ist die Analogie fachlich tragfähig?

    Ziehen Sie jede Karte in den passenden Korb — oder wählen Sie sie mit Enter aus und drücken Sie dann die Ziffer des Korbs (1, 2; 0 legt sie zurück).
    1tragfähig
    2nicht tragfähig
    Tragfähig sind Analogien im Bauprinzip (Räume, chemiosmotische ATP-Bildung, Überträgerstoffe). Nicht tragfähig: Calvin- und Citratzyklus haben andere Enzyme und Zwischenprodukte; die Glykolyse spaltet Glucose, nicht Wasser; und nur im Chloroplasten werden die Elektronen mit Lichtenergie „bergauf“ gehoben — im Mitochondrium geben sie Energie ab.
    Strategie: Für jedes Paar prüfen: Stimmen Ort, Stoff und Energierichtung wirklich überein?Warum so? Eine Analogie ist nur so gut wie die Merkmale, die tatsächlich übereinstimmen.
    Lösungsskizze: tragfähig: Lumen/Intermembranraum, Stroma/Matrix, ATP-Synthase, NADPH/NADH · nicht: Zyklen, Fotolyse/Glykolyse, Energierichtung.
    Musterlösung anzeigen

    Musterlösung: Das gemeinsame Prinzip beider Organellen ist die chemiosmotische ATP-Bildung: Eine Elektronentransportkette baut einen H⁺-Gradienten auf (ins Thylakoidlumen bzw. in den Intermembranraum), die ATP-Synthase nutzt den Rückstrom, ATP entsteht im Stroma bzw. in der Matrix. Diese Analogien sind tragfähig, ebenso NADPH/NADH als Wasserstoffüberträger.

    Nicht tragfähig sind Analogien, die eine einfache Umkehrung behaupten (Calvin-Zyklus ≠ rückwärts laufender Citratzyklus) oder Vorgänge falsch gleichsetzen (Glykolyse spaltet Glucose). Die Energierichtung ist entgegengesetzt: Im Chloroplasten hebt Licht die Elektronen an, im Mitochondrium geben sie schrittweise Energie ab.

    A8
    Wirkungsspektrum mit Farbfiltern
    AFB III

    Mit einem Spross der Wasserpest, einer Lampe und einem roten, einem grünen und einem blauen Farbfilter soll untersucht werden, welches Licht die Fotosynthese antreibt. Planen Sie den Versuch, indem Sie die Elemente Ihrer Planung festlegen.

    Wählen Sie in jedem Menü den passenden Eintrag. Alle Felder müssen stimmen.
    Element der PlanungFestlegung
    unabhängige Variable
    abhängige Variable
    konstant zu halten
    erwartetes Ergebnis
    Nur die Lichtfarbe wird verändert; die Lichtintensität hinter den Filtern muss gleich sein (z. B. mit einem Luxmeter bzw. Lampenabstand nachregeln), sonst misst man den Einfluss der Helligkeit. Erwartung aus dem Absorptionsspektrum: Rot und Blau wirken, Grün kaum.
    Strategie: Variablen trennen: Was verändere ich, was messe ich, was halte ich konstant?Warum so? Farbfilter lassen unterschiedlich viel Licht durch — ohne Ausgleich wären Farbe und Helligkeit vermischt.
    Lösungsskizze: uV: Lichtfarbe · aV: Bläschen/min · konstant: Intensität, Temperatur, CO₂, Spross · Erwartung: Rot/Blau hoch.
    Musterlösung anzeigen

    Musterlösung: Ein Spross der Wasserpest steht in Wasser mit Natriumhydrogencarbonat bei konstanter Temperatur (Wasserbad). Nacheinander wird er durch den roten, grünen und blauen Filter beleuchtet; die Lichtintensität hinter jedem Filter wird gleich eingestellt. Nach einer Eingewöhnungszeit werden jeweils drei Minuten lang die O₂-Bläschen gezählt; jede Messung wird wiederholt. Ein Ansatz im Dunkeln dient als Kontrolle.

    Erwartung: Unter rotem und blauem Licht steigen deutlich mehr Bläschen auf als unter grünem, weil die Chlorophylle dort ihre Absorptionsmaxima haben (Grünlücke).

    A9
    Sind C4-Pflanzen immer besser?
    AFB III
    Material: Nettofotosynthese in µmol CO₂ · m⁻² · s⁻¹ bei starkem Licht und normaler Luft (Modellwerte)
    Temperatur in °C10203040
    Weizen (C3)1420179
    Mais (C4)6223436

    Hypothese: „C4-Pflanzen betreiben unter allen Bedingungen mehr Fotosynthese als C3-Pflanzen.“ Überprüfen Sie die Hypothese anhand der Daten, indem Sie den Lückentext vervollständigen — drei Wörter bleiben übrig.

    Wort anklicken, dann Lücke anklicken (oder umgekehrt) — mit Tab und Enter geht es genauso. Ein Klick auf eine gefüllte Lücke legt das Wort zurück.

    Bei °C fixiert der Weizen mehr CO₂ als der Mais. Die Hypothese ist damit . Einen deutlichen Vorsprung hat der Mais erst bei Temperaturen, wenn die Rubisco des Weizens zunehmend statt CO₂ umsetzt. In kühlen Regionen lohnt sich der zusätzliche Bedarf an für die Vorfixierung dagegen nicht.

    Ein einziges Gegenbeispiel reicht, um eine „immer“-Hypothese zu widerlegen: bei 10 °C (14 gegen 6). Der C4-Vorteil hängt von den Bedingungen ab — er wächst mit Hitze, Trockenheit und Licht, weil dort Rubisco bei C3-Pflanzen zunehmend O₂ umsetzt.
    Strategie: Suchen Sie eine Spalte, in der die C3-Pflanze vorne liegt.Warum so? Eine Allaussage („unter allen Bedingungen“) ist schon durch ein Gegenbeispiel widerlegt.
    Lösungsskizze: 10 °C: Weizen vorn → widerlegt; Vorteil des Maises bei hohen Temperaturen (O₂-Umsatz der Rubisco beim Weizen), Preis: ATP.
    Musterlösung anzeigen

    Musterlösung: Bei 10 °C erreicht der Weizen 14, der Mais nur 6 µmol CO₂ · m⁻² · s⁻¹; bei 20 °C sind beide etwa gleich. Erst bei 30 und 40 °C liegt der Mais klar vorn (34 bzw. 36 gegen 17 bzw. 9).

    Die Hypothese ist widerlegt. Der Vorteil der C4-Pflanze entsteht durch die CO₂-Anreicherung in den Bündelscheidenzellen: Sie verhindert, dass Rubisco bei Hitze und engem Spalt O₂ umsetzt. Diese Vorfixierung kostet zusätzliches ATP — bei kühlen Temperaturen überwiegt dieser Nachteil. Richtig wäre: „C4-Pflanzen sind C3-Pflanzen an heißen, hellen, trockenen Standorten überlegen.“

    A10
    Eine Hypothese für CALVIN
    AFB III

    CALVIN wollte herausfinden, welcher Stoff als erster aus dem fixierten CO₂ entsteht. Formulieren Sie eine überprüfbare Hypothese für seinen Tracer-Versuch mit ¹⁴CO₂, indem Sie sie aus Bausteinen zusammensetzen.

    Klicken Sie die Bausteine in der richtigen Reihenfolge an — sie wandern nacheinander in die Plätze. Vier Bausteine passen nicht. Ein Klick auf einen belegten Platz gibt den Baustein zurück.
    Die Hypothese nennt die veränderte Größe (Dauer der ¹⁴CO₂-Gabe, sehr kurz), die messbare Größe (welche Stoffe markiert sind) und eine Begründung. Ein Tracer reagiert chemisch wie das normale Isotop — sonst wäre er als Markierung wertlos. Im Dunkeln würde kaum CO₂ fixiert.
    Strategie: Wenn-dann-weil: Versuchsbedingung → erwartete Beobachtung → Begründung.Warum so? Je kürzer die Markierungszeit, desto näher liegt der markierte Stoff an der Fixierung — nur so lässt sich das erste Produkt erkennen.
    Lösungsskizze: „Wenn … nur wenige Sekunden ¹⁴CO₂ … abgetötet, dann ist fast nur das erste stabile Produkt markiert, weil …“
    Musterlösung anzeigen

    Musterlösung: „Wenn Grünalgen im Licht nur wenige Sekunden ¹⁴CO₂ erhalten und sofort abgetötet werden, dann ist fast nur das erste stabile Fixierungsprodukt radioaktiv markiert, weil die Markierung in so kurzer Zeit noch nicht an Folgeprodukte weitergegeben wurde.“

    Überprüfbar ist sie durch Chromatografie und Autoradiografie der Extrakte nach verschiedenen Markierungszeiten. CALVINS Befund: Nach etwa 5 s ist fast nur 3-PG markiert — die Hypothese wird bestätigt und 3-PG als erstes stabiles Produkt identifiziert.