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Typische Fehler

Sauerstoff, Photonen, Z-Schema — die zwölf Stolperfallen, die bei der Fotosynthese am meisten Punkte kosten.

Hier sind die 12 häufigsten Fehler aus Klausuren zur Fotosynthese — von der Herkunft des Sauerstoffs über Antenne und Z-Schema bis zu den C4-Pflanzen. Lesen Sie sie durch: Wer einen Fehler kennt, macht ihn seltener.

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Die 12 häufigsten Fehler

1O₂ stammt aus dem CO₂

H₂OO₂FotolyseCO₂GlucoseCalvin-Zyklus
Woher kommt der Sauerstoff?

So wird es oft notiert: „Bei der Fotosynthese wird CO₂ gespalten; der Kohlenstoff geht in den Zucker, der Sauerstoff wird frei.“

Richtig ist: Der freigesetzte Sauerstoff stammt aus dem Wasser (Fotolyse am PS II: \(\ce{2 H2O -> O2 + 4 H+ + 4 e-}\)). Der Sauerstoff des CO₂ landet in Glucose und Wasser.

Merksatz: O₂ kommt aus H₂O, C kommt aus CO₂.

2„Dunkelreaktion“ läuft nachts

ZeitRateLicht andunkelCO₂-FixierungPrimärreaktionen
Der Calvin-Zyklus braucht Nachschub.

So wird es oft notiert: „Der Calvin-Zyklus ist die Dunkelreaktion — er läuft vor allem nachts.“

Richtig ist: Der Zyklus braucht ATP und NADPH aus den Primärreaktionen. Im Dunkeln sind sie nach kurzer Zeit verbraucht; die CO₂-Fixierung stoppt. Er ist nur indirekt lichtabhängig.

Merksatz: Lichtunabhängig heißt nicht nachtaktiv.

3Wasser in der Gleichung gekürzt

6 CO₂ +12 H₂O→C₆H₁₂O₆ + 6 O₂ +6 H₂O12 O-Atome → 6 O₂neu gebildetnicht kürzen!
Die Wassermoleküle haben verschiedene Rollen.

So wird es oft notiert: Aus \(\ce{6 CO2 + 12 H2O -> C6H12O6 + 6 O2 + 6 H2O}\) wird „vereinfacht“ \(\ce{6 CO2 + 6 H2O -> C6H12O6 + 6 O2}\) — und daraus: „Für 6 O₂ werden 6 Wasser gespalten.“

Richtig ist: Für 6 O₂ werden 12 H₂O gespalten (je 2 H₂O ein O₂). Die 6 H₂O rechts entstehen neu im Calvin-Zyklus. Die gekürzte Form stimmt als Stoffbilanz, verschleiert aber die Herkunft des Sauerstoffs.

Merksatz: Links 12 H₂O gespalten, rechts 6 H₂O neu gebildet.

4Grün wird besonders gut genutzt

Grünlücke400 nm700 nmAbsorption
Die Farbe zeigt das Ungenutzte.

So wird es oft notiert: „Blätter sind grün, weil Chlorophyll grünes Licht absorbiert — grünes Licht ist also am wirksamsten.“

Richtig ist: Grünes Licht (≈ 500–600 nm) wird kaum absorbiert, sondern reflektiert und durchgelassen — deshalb sieht das Blatt grün aus. Wirksam sind Blau und Rot.

Merksatz: Man sieht die Farbe, die nicht absorbiert wird.

5Keine Bläschen = keine Fotosynthese

LichtNetto-O₂KompensationspunktAtmung > Fotosynthese
Die Messung zeigt nur die Nettorate.

So wird es oft notiert: „Bei schwachem Licht steigen keine Bläschen auf — die Pflanze betreibt also keine Fotosynthese.“

Richtig ist: Unterhalb des Lichtkompensationspunkts verbraucht die Zellatmung den gebildeten Sauerstoff vollständig. Die Bruttofotosynthese läuft trotzdem.

Merksatz: Netto = Brutto − Atmung.

6Die Antenne leitet Elektronen weiter

P680e⁻PhäoAntenne: Energie wanderterst hierein Elektron
Energie wandert, das Elektron erst am Reaktionszentrum.

So wird es oft notiert: „Die Pigmente im Lichtsammelkomplex geben ihre angeregten Elektronen von Molekül zu Molekül an das Reaktionszentrum weiter.“

Richtig ist: In der Antenne wird nur Anregungsenergie strahlungslos weitergereicht (Resonanzenergietransfer), stets zu Pigmenten mit gleicher oder geringerer Anregungsenergie. Erst das Reaktionszentrum (P680 bzw. P700) gibt ein Elektron ab — an den primären Akzeptor Phäophytin.

Merksatz: Antenne: Energie · Reaktionszentrum: Elektron.

7Lumen mit hohem pH-Wert

Stroma: pH ≈ 8Lumen: pH ≈ 5H⁺H⁺H⁺H⁺H⁺H⁺H⁺H⁺
Viele H⁺ bedeuten einen kleinen pH-Wert.

So wird es oft notiert: „Im Lumen sammeln sich viele H⁺ — dort ist der pH-Wert also hoch, etwa 8.“ Oder: „pH 5 gegen pH 8 heißt dreimal so viele H⁺.“

Richtig ist: Viele H⁺ → kleiner pH-Wert: Lumen pH ≈ 5, Stroma pH ≈ 8. Drei pH-Stufen bedeuten den Faktor \(10^3=1000\).

Merksatz: Je pH-Stufe Faktor 10.

8Blaues Licht bringt mehr

S₀S₁S₂BlauWärmeRotgenutzt
Genutzt wird nur der Zustand S₁.

So wird es oft notiert: „Ein blaues Photon trägt mehr Energie als ein rotes — also treibt es die Fotosynthese stärker an.“

Richtig ist: Blaues Licht hebt das Elektron in den Zustand S₂. Von dort fällt es in Bruchteilen einer Pikosekunde strahlungslos auf S₁; der Überschuss wird Wärme. Im Reaktionszentrum kommt je Photon dieselbe Energie an. Gezählt werden Photonen, nicht Joule.

Merksatz: Ein Photon — eine Anregung, egal welche Farbe.

9Rubisco reduziert CO₂

FixierungReduktionRegenerationCO₂ + RuBP→ 3-PGNADPH, ATP3-PG → G3P
Fixierung und Reduktion sind getrennte Phasen.

So wird es oft notiert: „Rubisco reduziert CO₂ direkt zu Zucker; 3-PG ist schon ein Zucker.“

Richtig ist: Rubisco bindet CO₂ nur an RuBP (Fixierung); es entsteht die Säure 3-PG. Erst danach wird 3-PG mit ATP und NADPH zum Zucker-Phosphat G3P reduziert.

Merksatz: Erst fixieren, dann reduzieren.

10Z-Schema falsch gelesen

0 VH₂OP680P680*P700P700*NADP⁺negativ (oben)positiv (unten)
Oben stehen die negativen Potenziale.

So wird es oft notiert: „Die Elektronen fließen im Z-Schema von selbst bergab vom Wasser zum NADP⁺, erst über PS I, dann über PS II.“

Richtig ist: H₂O/O₂ liegt bei +0,82 V, NADP⁺/NADPH bei −0,32 V: Die Elektronen müssen 1,14 V „bergauf“. Das schaffen nur zwei Lichtanregungen, erst an PS II (P680 → P680*), dann an PS I (P700 → P700*). Freiwillig bergab — zum positiveren Potenzial — fließen sie nur dazwischen, über Plastochinon, Cyt b6f und Plastocyanin.

Merksatz: Wasser → PS II → PS I → NADP⁺; bergauf nur mit Licht.

11C4-Pflanzen ohne Rubisco

MesophyllzelleCO₂ + PEPPEP-Carboxylase→ C4 (Malat)BündelscheideMalat → CO₂RubiscoCalvin-ZyklusC4 = Vorfixierung + Calvin-Zyklus
Die PEP-Carboxylase ist nur eine Vorstufe.

So wird es oft notiert: „Mais ist eine C4-Pflanze — er fixiert CO₂ mit der PEP-Carboxylase statt mit Rubisco und braucht keinen Calvin-Zyklus.“

Richtig ist: Die PEP-Carboxylase bindet CO₂ in den Mesophyllzellen vor (Oxalacetat, Malat). In den Bündelscheidenzellen wird das CO₂ wieder frei und von Rubisco im Calvin-Zyklus fixiert. Die Trennung ist räumlich; der Preis ist zusätzliches ATP.

Merksatz: C4 = Vorfixierung plus Calvin-Zyklus.

12Pflanzen atmen nicht (oder nur nachts)

Tag → NachtRateFotosyntheseZellatmung
Mitochondrien arbeiten immer.

So wird es oft notiert: „Pflanzen machen Fotosynthese statt Zellatmung“ oder „Pflanzen atmen nur nachts.“

Richtig ist: Pflanzenzellen besitzen Chloroplasten und Mitochondrien. Sie atmen Tag und Nacht; tagsüber überwiegt bei ausreichend Licht die Fotosynthese.

Merksatz: Atmung immer, Fotosynthese nur im Licht.