Hilfsmittel: Taschenrechner. Alle Zahlenwerte in den Materialien sind Modellwerte, sofern nicht anders angegeben. Geben Sie Zahlen mit Komma ein. Die Lösungen werden nach dem Auswerten freigeschaltet.
Wissen und Reproduzieren
16 PunkteDie Stechpalme (Ilex aquifolium) ist immergrün. Ihre ledrigen Blätter bleiben auch im Winter am Strauch, wenn der Boden gefroren ist und die Wurzeln kaum Wasser nachliefern.
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Erwartungshorizont: a) 1 Kutikula, 2 obere Epidermis, 3 Palisadengewebe, 4 Schwammgewebe, 5 Leitbündel, 6 Schließzellen einer Spaltöffnung (3 P). b) 3, das Palisadengewebe mit den meisten Chloroplasten (1 P). c) CO₂ strömt durch den Spalt in Atemhöhle und Interzellularen, löst sich an den feuchten Zellwänden und diffundiert zu den Chloroplasten; die Kutikula ist kaum durchlässig, das Xylem leitet Wasser (2 P). d) dicke Kutikula → weniger kutikuläre Transpiration; Spaltöffnungen unten → weniger Sonne und Wind, geringerer Wasserverlust; mehrschichtiges Palisadengewebe → mehr Chloroplasten; immergrün → Fotosynthese an milden Wintertagen (2 P).
Bei der Dünnschichtchromatografie eines Stechpalmen-Extrakts steigt das Fließmittel 7,5 cm über die Startlinie. Die orange Bande liegt 7,2 cm über der Startlinie.
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Erwartungshorizont: a) etwa 662 nm (2 P). b) \(R_f=7{,}2\,\mathrm{cm}:7{,}5\,\mathrm{cm}=0{,}96\) — die orange Bande ist Carotin (3 P). c) 3 Glucose → \(3\cdot12=36\) NADPH → 72 Elektronen; je \(\ce{H2O}\) 2 Elektronen (\(\ce{2 H2O -> O2 + 4 H+ + 4 e-}\)) → 36 Wassermoleküle (3 P).
Zusammenhänge herstellen
28 PunkteDer Spross steht in Wasser mit reichlich Natriumhydrogencarbonat (CO₂-Quelle); positive Werte bedeuten O₂-Abgabe, negative O₂-Aufnahme.
| Licht in klx | 0 | 2 | 5 | 10 | 20 | 40 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 15 °C | −2 | 0 | 4 | 8 | 9 | 9 |
| 25 °C | −4 | −2 | 2 | 8 | 16 | 17 |
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Erwartungshorizont: a) \(P_\text{brutto}=P_\text{netto}+R=16+4=20\,\mu\mathrm{mol\,O_2\,h^{-1}}\); R aus der Dunkelmessung (2 P). b) 0 und 5 klx: bei 15 °C höher (Atmung kleiner), 10 klx: gleich, 40 klx: bei 25 °C höher (3 P). c) Schwaches Licht: Licht ist Minimumfaktor, Brutto kaum temperaturabhängig, aber die Atmung steigt mit der Temperatur → Nettorate bei 25 °C kleiner. Starkes Licht: die Enzyme des Calvin-Zyklus begrenzen und arbeiten bei 25 °C schneller (3 P). d) Der Kompensationspunkt liegt bei 25 °C höher (zwischen 2 und 5 klx statt bei 2 klx): Die stärkere Atmung muss durch mehr Licht ausgeglichen werden (2 P). e) Bei 15 °C bringt mehr Licht (20 → 40 klx) nichts, CO₂ ist reichlich vorhanden; bei 25 °C ist die Rate höher → die Temperatur begrenzt (2 P).
Diuron verhindert, dass Fotosystem II seine angeregten Elektronen an die Elektronentransportkette (Plastochinon) weitergibt. Beobachtungen an Blattstücken (Modellwerte):
(1) Vor der Behandlung gibt ein Blattstück im Licht netto 12 µmol O₂ pro Stunde ab; im Dunkeln nimmt es 3 µmol O₂ pro Stunde auf.
(2) Nach der Behandlung nimmt es auch im Licht 3 µmol O₂ pro Stunde auf. Unbehandelte Kontrollstücke geben weiter 12 µmol O₂ pro Stunde ab.
(3) In den folgenden Stunden nimmt die Stärkemenge in den Chloroplasten der behandelten Stücke ab.
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Erwartungshorizont: a) Diuron unterbricht den Elektronenfluss hinter PS II: PS II bleibt „besetzt“ und entzieht dem Wasser keine Elektronen mehr → keine Fotolyse, kein O₂; PS I erhält keine Elektronen → kein NADPH; der H⁺-Transport über Plastochinon ruht → kaum Gradient, wenig ATP (3 P). b) Ohne ATP und NADPH aus den Primärreaktionen läuft der Calvin-Zyklus nicht; die Zellatmung baut weiter Kohlenhydrate (auch Stärke) ab (2 P). c) Brutto: \(12+3=15\,\mu\mathrm{mol\,O_2\,h^{-1}}\); je O₂ werden 4 Elektronen frei, je NADPH 2 Elektronen nötig → \(15\cdot2=30\,\mu\mathrm{mol}\) NADPH pro Stunde (3 P). d) −3 µmol/h entspricht genau der Atmungsrate: Die Fotosynthese ist vollständig blockiert, die Atmung läuft weiter. Die Kontrollen zeigen, dass der Effekt vom Herbizid stammt (2 P).
Spinat-Thylakoide werden in CO₂-freier Pufferlösung mit dem blauen Redoxfarbstoff DCPIP gemischt und mit Rotlicht bestrahlt. Die Lösung entfärbt sich; zugleich wird O₂ frei. In 10 Minuten werden 0,40 µmol DCPIP zu farblosem DCPIPH₂ reduziert (Modellwerte).
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Erwartungshorizont: a) DCPIP nimmt zwei Elektronen und zwei Protonen auf: \(\ce{DCPIP + 2 e- + 2 H+ -> DCPIPH2}\) (blau → farblos) (2 P). b) Wasser ist der Elektronendonator (Fotolyse am PS II); das Licht hebt die Elektronen an P680 und P700 auf ein negativeres Potenzial; DCPIP übernimmt als künstlicher Akzeptor die Rolle des NADP⁺ — deshalb ist kein CO₂ nötig (2 P). c) 0,40 µmol DCPIP · 2 = 0,80 µmol Elektronen; je O₂ werden 4 Elektronen frei (\(\ce{2 H2O -> O2 + 4 H+ + 4 e-}\)) → \(0{,}80:4=0{,}20\,\mu\mathrm{mol}\) O₂ (2 P).
Verallgemeinern und Reflektieren
16 PunkteEin Astronaut verbraucht pro Tag etwa 0,84 kg Sauerstoff (\(M(\ce{O2})=32\,\mathrm{g\,mol^{-1}}\)). Ein Reaktor mit der Grünalge Chlorella gibt bei Dauerbeleuchtung (Lichtsättigung, 30 °C) netto 1,0 mol O₂ pro Stunde ab; im Dunkeln verbraucht er 0,2 mol O₂ pro Stunde. Je abgegebenem O₂ nehmen die Algen ein CO₂ auf (Modellwerte).
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Erwartungshorizont: a) \(n=840\,\mathrm{g}:32\,\mathrm{g\,mol^{-1}}=26{,}25\,\mathrm{mol}\) pro Tag; der Reaktor liefert \(24\cdot1{,}0=24\,\mathrm{mol}\) → reicht nicht (3 P). b) \(12\cdot1{,}0-12\cdot0{,}2=9{,}6\,\mathrm{mol}\): Nachts atmen die Algen und fixieren kein CO₂, der Calvin-Zyklus steht ohne ATP/NADPH still → Vorschlag ablehnen (3 P). c) Richtig ist, dass die CO₂-Aufnahme der O₂-Abgabe entspricht und Biomasse entsteht. „Gesamtes CO₂“ stimmt aber nur, wenn der Reaktor mindestens so viel O₂ bildet, wie der Astronaut verbraucht; nachts wird kein CO₂ fixiert. Position: Die Aussage ist nur bei ausreichend großem, dauerhaft beleuchtetem Reaktor zutreffend (3 P). d) Bei Lichtsättigung hilft mehr Licht nicht; geeignet sind mehr Algen (Volumen) und mehr CO₂; 45 °C würde Enzyme denaturieren, grünes Licht wird kaum absorbiert (3 P).
In Brasilien wird Bioethanol vor allem aus Zuckerrohr (C4-Pflanze) gewonnen, in Niedersachsen aus Zuckerrüben (C3-Pflanze). Ein Unternehmen schlägt vor, in Niedersachsen Zuckerrohr in Gewächshäusern ohne Heizung anzubauen — „denn C4-Pflanzen haben die effizientere Fotosynthese“.
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Erwartungshorizont: a) Richtig: CO₂-Anreicherung in der Bündelscheide verhindert den O₂-Umsatz der Rubisco bei Hitze und Licht; die PEP-Carboxylase arbeitet auch bei engem Spalt, daher weniger Wasserverlust je CO₂. Falsch: Auch C4-Pflanzen nutzen Rubisco, und die Vorfixierung kostet zusätzliches ATP (2 P). b) Pro: hohe Raten bei Hitze. Contra: Der Vorteil hängt von hohen Temperaturen und starkem Licht ab; in einem ungeheizten Gewächshaus in Niedersachsen überwiegen die Kosten der Vorfixierung, C3-Pflanzen erreichen bei kühlen Temperaturen gleiche oder höhere Raten. Die C4-Eigenschaft ist erblich und ändert sich nicht. Ergebnis: Vorschlag fachlich nicht begründet (2 P).
Ergebnis
| Aufgabe | Thema | Punkte |
|---|
Bewertung in Notenpunkten
| Punkte | Notenpunkte | Beurteilung |
|---|---|---|
| 57 – 60 P | 15 | sehr gut |
| 54 – 56 P | 14 | sehr gut |
| 51 – 53 P | 13 | sehr gut |
| 48 – 50 P | 12 | gut |
| 45 – 47 P | 11 | gut |
| 42 – 44 P | 10 | gut |
| 39 – 41 P | 9 | befriedigend |
| 36 – 38 P | 8 | befriedigend |
| 33 – 35 P | 7 | befriedigend |
| 30 – 32 P | 6 | ausreichend |
| 27 – 29 P | 5 | ausreichend |
| 24 – 26 P | 4 | ausreichend |
| 20 – 23 P | 3 | mangelhaft |
| 16 – 19 P | 2 | mangelhaft |
| 12 – 15 P | 1 | mangelhaft |
| 0 – 11 P | 0 | ungenügend |
