Jedes Pigment wählt sein Licht
Die Fotosynthese beginnt damit, dass Farbstoffe in den Thylakoidmembranen der Chloroplasten Licht absorbieren — aber nicht jede Farbe gleich gut.
- Sichtbares Licht:elektromagnetische Strahlung von etwa 380 nm (violett) bis 750 nm (rot); je kürzer die Wellenlänge, desto energiereicher das Licht.
- Blattpigmente:Chlorophyll a, Chlorophyll b und Carotinoide (orange Carotine, gelbe Xanthophylle).
- Absorptionsspektrum:zeigt, wie stark ein Pigment Licht jeder Wellenlänge absorbiert — gemessen mit dem Fotometer an einem Pigmentextrakt.
- Maxima (in Aceton):Chlorophyll a ≈ 430 und 662 nm, Chlorophyll b ≈ 453 und 642 nm, Carotinoide nur im Blaubereich zwischen etwa 420 und 500 nm.
- Grünlücke:Zwischen etwa 500 und 600 nm absorbieren die Pigmente kaum. Dieses Licht wird reflektiert oder durchgelassen — deshalb sieht das Blatt grün aus.
- Wirkungsspektrum:Fotosyntheserate (z. B. Sauerstoffbildung) in Abhängigkeit von der Wellenlänge. Es folgt der Summe der Absorptionsspektren: Genutzt wird nur Licht, das absorbiert wird.
- ENGELMANN (1882):Er beleuchtete eine Fadenalge mit dem Spektrum eines Prismas. Sauerstoffliebende Bakterien sammelten sich im roten und im blauen Licht — dort bildete die Alge am meisten Sauerstoff.
- Lichtsammeln:Die Pigmente sitzen nicht einzeln in der Membran, sondern in Lichtsammelkomplexen, die die absorbierte Energie zum Reaktionszentrum leiten — mehr dazu in 2.2.2.
Stelle die Wellenlänge mit dem Regler ein oder ziehe den Punkt am Farbband — mit der Tastatur auch mit ←/→. Vergleiche die Absorption der drei Pigmente, senke dann den Chlorophyllgehalt und blende das Wirkungsspektrum ein.
Halte fest: Chlorophylle absorbieren Blau und Rot, Carotinoide nur Blau — grünes Licht bleibt weitgehend ungenutzt. Das Wirkungsspektrum folgt der Summe der Absorptionsspektren.
Pigmente sichtbar trennen
Ein grüner Blattextrakt ist ein Gemisch. Mit der Dünnschichtchromatografie (DC) lassen sich seine Pigmente auftrennen und erkennen.
- Extrakt:Blätter mit Sand und Aceton zerreiben und filtrieren — die Pigmente lösen sich im Aceton.
- Auftragen:Extrakt punktförmig auf die Startlinie einer Kieselgelplatte geben; die Platte in ein Fließmittel (z. B. Petrolether/Aceton) stellen.
- Trennprinzip:Das Fließmittel steigt auf und nimmt die Pigmente mit. Wer schwach am polaren Kieselgel haftet und sich gut im Fließmittel löst, wandert weit.
- Banden (von oben):Carotine (orange) kurz unter der Front, darunter Chlorophyll a (blaugrün), Chlorophyll b (gelbgrün) und gelbe Xanthophylle — die genaue Lage hängt von Platte und Fließmittel ab.
- Rf-Wert:Verhältnis der Laufstrecken von Pigment und Fließmittel, beide ab der Startlinie gemessen; unter gleichen Bedingungen typisch für einen Stoff.
Beide Strecken werden von der Startlinie aus gemessen.
Die Bande von Chlorophyll a liegt 3,9 cm, die Fließmittelfront 7,8 cm über der Startlinie.
Rf-Werte liegen immer zwischen 0 und 1 und haben keine Einheit.
Rf-Wert: \(R_f = \dfrac{s_\text{Pigment}}{s_\text{Fließmittel}}\) · beide Strecken ab der Startlinie
Allgemeine Hinweise
Grün heißt: nicht genutzt
Die Blattfarbe zeigt das Licht, das die Pigmente nicht absorbieren. Grünes Licht wird vor allem reflektiert und durchgelassen.
Front sofort markieren
Die Fließmittelfront verdunstet schnell. Markiere sie gleich nach dem Herausnehmen und miss alle Strecken ab der Startlinie, nicht ab dem Plattenrand.
Wirkung ist nicht nur Chlorophyll a
Das Wirkungsspektrum ist breiter als das Absorptionsspektrum von Chlorophyll a: Chlorophyll b und Carotinoide geben ihre Energie an Chlorophyll a weiter.
