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ATP-Synthese im Chloroplasten

Wie können Thylakoide im Dunkeln ATP bilden — nur weil man sie vorher kurz in Säure getaucht hat?

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Protonen stauen sich im Lumen

Der Chloroplast ist in Räume gegliedert. Bei den Primärreaktionen (2.2.3) sammeln sich Protonen in einem davon an.

  • Kompartimente:Die doppelte Hüllmembran umschließt das Stroma. Darin liegen die Thylakoide, deren Membran das Thylakoidlumen vom Stroma trennt.
  • Fotolyse:Am Fotosystem II wird Wasser auf der Lumenseite gespalten: \(\ce{2 H2O -> O2 + 4 H+ + 4 e-}\). Die H⁺ bleiben im Lumen.
  • Plastochinon:nimmt Elektronen und H⁺ aus dem Stroma auf und gibt die H⁺ am Cytochrom-b6f-Komplex ins Lumen ab.
  • NADPH-Bildung:verbraucht im Stroma Protonen: \(\ce{NADP+ + 2 e- + H+ -> NADPH}\).
  • Folge im Licht:Lumen pH ≈ 5, Stroma pH ≈ 8 — über der Thylakoidmembran liegt ein Protonengradient.
Herleitung:
\(\Delta\mathrm{pH} = \mathrm{pH}_{\text{Stroma}} - \mathrm{pH}_{\text{Lumen}} = 8 - 5 = 3\)
| einsetzen

Der pH-Unterschied zwischen den beiden Räumen im Licht.

\(c(\ce{H+}) = 10^{-\mathrm{pH}}\,\mathrm{mol\,L^{-1}}\)
| Definition

Eine pH-Stufe entspricht dem Faktor 10 in der H⁺-Konzentration.

\(\dfrac{c_{\text{Lumen}}(\ce{H+})}{c_{\text{Stroma}}(\ce{H+})} = \dfrac{10^{-5}}{10^{-8}}\)
| Quotient

Konzentrationen im Lumen und im Stroma ins Verhältnis setzen.

\(= 10^{3} = 1000\)
Ergebnis

Im Lumen ist die H⁺-Konzentration rund 1000-mal höher als im Stroma.

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Die ATP-Synthase nutzt das Gefälle

Die Thylakoidmembran ist für H⁺ kaum durchlässig. Der Weg zurück ins Stroma führt durch die ATP-Synthase.

  • ATP-Synthase:Enzymkomplex der Thylakoidmembran. Der Membranteil (CF0) bildet einen Protonenkanal, der Kopf (CF1) ragt ins Stroma und bildet ATP.
  • Protonenstrom:H⁺ fließen mit dem Gefälle vom Lumen ins Stroma. Dabei dreht sich ein Teil des Enzyms und verknüpft ADP mit Phosphat.
  • Fotophosphorylierung:die lichtgetriebene ATP-Bildung — die Energie stammt aus dem Licht und ist im H⁺-Gradienten zwischengespeichert.
  • Ort:ATP entsteht im Stroma, wo der Calvin-Zyklus es verbraucht.
  • Mitochondrium:H⁺ werden in den Intermembranraum gepumpt und strömen in die Matrix zurück. Das Lumen entspricht dem Intermembranraum, das Stroma der Matrix.
Merke

Fotophosphorylierung: \(\ce{ADP + P_i -> ATP + H2O}\) · angetrieben vom \(\ce{H+}\)-Strom Lumen → Stroma

Wiederhole den Versuch von Jagendorf (1966): Isolierte Thylakoide liegen im Dunkeln in einem Säurebad und kommen dann in einen Puffer mit pH 8. Wähle einen Versuch, tippe, wie viel ATP entsteht, und starte mit ▶ — auf der Zeichnung geht das auch mit ←/→ und Enter.

Das Säurebad

Halte fest: ATP entsteht nur, wenn innen mehr H⁺ sind als außen, ADP und Phosphat bereitstehen und die H⁺ allein durch die ATP-Synthase zurückströmen können. Licht ist dafür nicht nötig — in der Zelle baut es nur den Gradienten auf.

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Allgemeine Hinweise

Sauer ist das Lumen

Im Licht sinkt der pH-Wert im Lumen und steigt im Stroma. Viele H⁺ bedeuten einen kleinen pH-Wert — nicht umgekehrt.

Je pH-Stufe Faktor 10

Ein pH-Unterschied von 3 heißt 10 · 10 · 10 = 1000-mal mehr H⁺, nicht dreimal so viele.

Die ATP-Synthase pumpt nicht

Sie lässt H⁺ mit dem Gefälle hindurch und bildet dabei ATP. Den Gradienten bauen Fotolyse und Plastochinon auf.

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