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Übungen: Sozialverhalten der Primaten

Paarungssysteme an Körpergröße und Hoden erkennen, Ursachen des Sozialverhaltens einordnen und Hypothesen zum Infantizid prüfen.

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Übungsaufgaben

Zehn Übungen zum Klicken, Zuordnen, Rechnen und Knobeln — von AFB I bis AFB III, mit einer Mix-Aufgabe aus früheren Unterkapiteln und einer Trickaufgabe. Jede Übung gibt sofort Rückmeldung; bei Schwierigkeiten helfen die gestuften Tipps.

A1
Fachbegriffe zum Sozialverhalten
AFB I

Ordnen Sie jedem Fachbegriff die passende Beschreibung zu.

Beginnen Sie mit dem Begriffspaar exogen und endogen.
Grooming ist das englische Wort für Fellpflege.
A2
Merkmale der Paarungssysteme
AFB I

Geben Sie für jedes Merkmal an, zu welchem Paarungssystem es typischerweise gehört.

Setzen Sie in jeder Zeile das passende Kreuz — hier ist es genau eins pro Zeile. Enter setzt und löscht.
MerkmalMonogamieEinmann-HaremsgruppeVielmännergruppe
Männchen etwa doppelt so schwer wie Weibchen
Hoden im Verhältnis zur Körpermasse sehr groß
Männchen und Weibchen verteidigen gemeinsam ein Revier und singen im Duett
Männchen und Weibchen etwa gleich groß, Hoden relativ klein
Ein Weibchen paart sich in seiner fruchtbaren Phase mit mehreren Männchen
Ein Männchen kontrolliert den Zugang zu allen Weibchen der Gruppe
Starke Konkurrenz um ganze Gruppen führt zu großen Männchen (Harem); Konkurrenz im Weibchen führt zu großen Hoden (Vielmännergruppe). Bei Monogamie sind beide Geschlechter ähnlich gebaut, Gibbons singen Duette.
Fragen Sie: Wo konkurrieren die Männchen — vor der Paarung um Gruppen oder nach der Paarung im Weibchen?
Jedes Paarungssystem kommt zweimal vor.
A3
Ursachen von innen
AFB I

Nennen Sie alle endogenen Ursachen, die das Sozialverhalten von Primaten beeinflussen.

Mehrere Antworten sind richtig. Markieren Sie alle zutreffenden und klicken Sie dann auf „Prüfen“.
Hormone, Körperbau und Fortpflanzungsbiologie liegen im Organismus selbst — sie sind endogen. Fressfeinde, Nahrungsverteilung und Schlafplätze sind Umweltfaktoren und damit exogen.
Endogen bedeutet: Die Ursache liegt im Körper des Tieres.
Vier Faktoren sind endogen.
A4
Wie verschieden sind die Geschlechter?
AFB II

Der Dimorphismus-Index ist das Verhältnis der Körpermasse von Männchen zu Weibchen. Berechnen Sie ihn für vier Arten (Richtwerte, auf zwei Nachkommastellen).

Füllen Sie alle Felder aus und prüfen Sie dann. Enter in einem Feld prüft ebenfalls. Dezimalzahlen mit Komma oder Punkt.
Art (Körpermasse Männchen : Weibchen)Dimorphismus-Index
Weißhandgibbon (5,7 kg : 5,4 kg)
Westlicher Gorilla (170 kg : 85 kg)
Schimpanse (45 kg : 36 kg)
Mantelpavian (18 kg : 10 kg)
Gibbon 1,06; Gorilla 2,00; Schimpanse 1,25; Mantelpavian 1,80. Die beiden Arten mit Einmann-Gruppen haben den größten Index: Wer eine ganze Gruppe von Weibchen gegen Rivalen verteidigt, profitiert von einem großen Körper. Beim monogamen Gibbon sind die Geschlechter fast gleich schwer.
Teilen Sie die Masse des Männchens durch die des Weibchens.
Beim Gorilla ergibt sich genau 2.
A5
Wenn ein neues Männchen kommt
AFB II

Stellen Sie die Abfolge bei Hanuman-Languren nach einer Gruppenübernahme in der richtigen Reihenfolge dar.

Ziehen Sie die Karten in die richtige Reihenfolge — mit der Tastatur: ↑/↓ verschiebt, Shift+↑/↓ wechselt nur den Fokus.
1Ein fremdes Männchen vertreibt den Haremshalter und übernimmt die Gruppe.
2Es tötet Jungtiere, die noch gesäugt werden.
3Die Mütter stillen nicht mehr; das Hormon Prolaktin, das während der Stillzeit den Zyklus unterdrückt, sinkt.
4Nach wenigen Wochen werden die Weibchen wieder empfängnisbereit.
5Die Weibchen paaren sich mit dem neuen Männchen.
6Das neue Männchen hat eigene Nachkommen, bevor es selbst verdrängt wird.
Proximat verbindet das Ende des Säugens mit dem Wiedereinsetzen des Zyklus. Ultimat verkürzt der Infantizid die Wartezeit bis zu eigenen Nachkommen — bei einer Amtszeit von oft nur wenigen Jahren ein großer Fitnessvorteil.
Am Anfang steht die Übernahme, am Ende die eigenen Nachkommen.
Erst endet das Säugen, dann setzt der Zyklus wieder ein.
A6
Von der Nahrung zum Paarungssystem
AFB II

Erläutern Sie das sozioökologische Modell, indem Sie den Lückentext vervollständigen — zwei Wörter bleiben übrig.

Wort anklicken, dann Lücke anklicken (oder umgekehrt) — mit Tab und Enter geht es genauso. Ein Klick auf eine gefüllte Lücke legt das Wort zurück.

Nach dem sozioökologischen Modell verteilen sich die Weibchen vor allem nach den wie Nahrung und sicheren Plätzen, denn davon hängt ihr Fortpflanzungserfolg ab. Die Männchen verteilen sich nach den . Leben die Weibchen in kleinen Gruppen, kann ein einzelnes Männchen sie , und es entsteht eine Einmann-Gruppe. Sind die Gruppen groß, gelingt das keinem Männchen allein; es entsteht eine . Hoher im offenen Gelände begünstigt große Gruppen.

Das Modell verknüpft exogene Faktoren mit der unterschiedlichen Fortpflanzungsbiologie der Geschlechter: Nahrung und Feinde bestimmen, wie Weibchen leben; die Verteilung der Weibchen bestimmt, wie Männchen konkurrieren.
Was begrenzt die Zahl der Nachkommen eines Weibchens, was die eines Männchens?
Monopolisieren heißt: den Zugang für andere versperren.
A7
Querverbindungen
MixAFB II

Untersuchen Sie, welche Aussagen zutreffen. Sie brauchen dazu auch Wissen aus 4.2.2, 4.3.2 und der Genetik.

5 Aussagen nacheinander. Eine falsche Einschätzung reicht — dann starten Sie die Serie mit „Neue Runde“ neu.
Aussage 1 von 5

Sozialverhalten von Primaten verbindet sexuelle Selektion (4.2.2), Kosten-Nutzen-Analyse und proximat-ultimat (4.3.2) sowie die Genregulation durch Hormone.
Unterscheiden Sie, ob nach einem Mechanismus oder nach einem Fitnessvorteil gefragt ist.
Nicht jedes geschlechtstypische Merkmal ist geschlechtschromosomal vererbt.
A8
Ein Referat über Primaten
AFB III

Ein Schüler hat Notizen für ein Referat angefertigt. Überprüfen Sie seine Aussagen.

In diesem Text stecken Fehler. Klicken Sie genau die falschen Zeilen an — die richtigen müssen stehen bleiben.
Drei Aussagen sind falsch: absolute und relative Hodengröße verwechselt, exogen und endogen vertauscht, finale Erklärung mit Populationsbezug.
Prüfen Sie jede Aussage an einer Definition aus dem Unterkapitel.
Drei Aussagen sind falsch.
A9
Infantizid: Anpassung oder Störung?
AFB III

Zwei Hypothesen stehen sich gegenüber: Infantizid als Fortpflanzungsstrategie der Männchen (sexuelle Selektion) oder als krankhafte Folge von Stress bei zu hoher Populationsdichte. Beurteilen Sie, wie stark jede Beobachtung die Hypothese der sexuellen Selektion stützt.

Wählen Sie für jede Zeile eine Stufe von 1 (stützt nicht) bis 5 (stützt stark). Mit der Tastatur: Tab zur Zeile, ←/→ zwischen den Stufen, Enter setzt.
1 = stützt nicht5 = stützt stark
Männchen töten fast nur Jungtiere, die vor ihrer Übernahme gezeugt wurden.
Infantizid tritt vor allem in den ersten Wochen nach einer Gruppenübernahme auf.
Mütter getöteter Jungtiere werden Monate früher wieder empfängnisbereit als Mütter, die weiter säugen.
Männchen töten auch ihre eigenen Jungtiere.
Männchen töten auch ältere, bereits entwöhnte Jungtiere, deren Tod die Empfängnisbereitschaft der Mutter nicht beeinflusst.
Die Hypothese sagt vorher: Getötet werden fremde, noch gesäugte Jungtiere, und zwar kurz nach der Übernahme, weil nur dann der Zyklus der Mutter früher einsetzt. Das Töten eigener oder entwöhnter Jungtiere brächte dem Männchen keinen Vorteil und spräche gegen die Hypothese.
Welche Jungtiere müsste ein Männchen töten, damit es selbst früher Nachkommen bekommt?
Eigene Jungtiere zu töten senkt die eigene Fitness.
A10
Trickaufgabe: Große Hoden, großer Körper
TrickAFB III

Ein Forschungsteam untersucht vier Primatenarten, deren Paarungssystem unbekannt ist (fiktive Arten, Richtwerte; Hodenmasse = beide Hoden zusammen). Legen Sie für jede Art das wahrscheinlichste Paarungssystem fest.

Wählen Sie in jedem Menü den passenden Eintrag. Alle Felder müssen stimmen.
ArtPaarungssystem
Art A: Männchen 150 kg, Weibchen 75 kg, Hoden 40 g
Art B: Männchen 12 kg, Weibchen 10 kg, Hoden 30 g
Art C: Männchen 6 kg, Weibchen 6 kg, Hoden 4 g
Art D: Männchen 30 kg, Weibchen 15 kg, Hoden 25 g
Die Falle: Art A hat die schwersten Hoden — aber bezogen auf 150 kg Körpermasse sind es nur etwa 0,03 %. Entscheidend ist die relative Hodenmasse: B etwa 0,25 % (Spermienkonkurrenz, Vielmännergruppe), C etwa 0,07 % bei gleich großen Geschlechtern (Monogamie), A und D etwa 0,03 % bzw. 0,08 % bei doppelt so schweren Männchen (Einmann-Haremsgruppe).
Rechnen Sie die Hodenmasse in Prozent der Körpermasse des Männchens um.
Prüfen Sie zusätzlich den Größenunterschied der Geschlechter.