Zehn Übungen zum Reflex — vom Reflexbogen bis zur Reaktionszeit.
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Übungsaufgaben
Zehn interaktive Übungen zu Reflexen und bewussten Reaktionen — von AFB I bis AFB III. Jede Übung gibt dir sofort Rückmeldung; bei Schwierigkeiten helfen dir die gestuften Tipps.
A1
Tritt auf die Reißzwecke
AFB I
Barfuß trittst du auf eine Reißzwecke und ziehst das Bein blitzschnell zurück. Ordne die Stationen des Reflexbogens.
Ziehe die Karten in die richtige Reihenfolge — mit der Tastatur: ↑/↓ verschiebt, Shift+↑/↓ wechselt nur den Fokus.
1Die Spitze sticht in die Fußsohle (Reiz).
2Schmerz-Sinneszellen in der Haut werden erregt.
3Eine sensorische Nervenfaser leitet die Erregung zum Rückenmark.
4Im Rückenmark wird die Erregung umgeschaltet.
5Eine motorische Nervenfaser leitet den Befehl zum Beinmuskel.
6Der Beinmuskel zieht sich zusammen, der Fuß wird angehoben.
Der Reflexbogen führt vom Reiz über das Rückenmark direkt zurück zum Muskel. Das Gehirn ist nicht dazwischengeschaltet — es erfährt erst danach vom Schmerz.
Der Bogen beginnt beim Reiz und endet beim Muskel.
Sensorisch = zum Rückenmark hin, motorisch = vom Rückenmark weg.
A2
Reflex oder nicht?
AFB I
Ordne jede Reaktion zu: angeborener Reflex oder bewusste, erlernte Reaktion?
Ziehe jede Karte in den passenden Korb — oder wähle sie mit Enter aus und drücke dann die Ziffer des Korbs (0 legt sie zurück).
1Reflex
2bewusste Reaktion
Reflexe sind angeboren und laufen immer gleich ab. Bremsen an der Ampel oder Winken muss man lernen und entscheiden — dafür braucht es das Gehirn.
Musste man die Reaktion irgendwann lernen?
Reflexe schützen den Körper, zum Beispiel Auge, Atemwege oder Netzhaut.
A3
Der Kniesehnenreflex
AFB I
Setze die Fachbegriffe ein — ein Wort bleibt übrig.
Wort anklicken, dann Lücke anklicken (oder umgekehrt) — mit Tab und Enter geht es genauso. Ein Klick auf eine gefüllte Lücke legt das Wort zurück.
Die Ärztin schlägt mit einem Hämmerchen auf die unter der Kniescheibe. Dadurch wird der Oberschenkelmuskel gedehnt; im Muskel werden erregt. Die Erregung läuft über eine Nervenfaser zum . Dort wird sie umgeschaltet, und der Muskel zieht sich zusammen — der schnellt nach vorn.
„Großhirn“ bleibt übrig: Beim Kniesehnenreflex wird die Erregung schon im Rückenmark umgeschaltet. Das Gehirn ist daran nicht beteiligt.
Beim Reflex ist das Gehirn nicht die Umschaltstelle.
Das Hämmerchen trifft kein Knochenstück, sondern die Verbindung zwischen Muskel und Knochen.
A4
Wozu der Reflex?
AFB II
Verbinde jeden Reflex mit seinem Nutzen.
Klicke links einen Eintrag an und dann rechts den passenden — es entsteht eine Verbindungslinie. Mit der Tastatur: Enter zum Auswählen, ↑/↓ zum Wandern.
Reflexe schützen vor Verletzungen oder helfen, das Gleichgewicht zu halten. Weil es dabei auf jede Hundertstelsekunde ankommt, läuft der Weg nicht über das Großhirn.
Überlege bei jedem Reflex: Welcher Körperteil ist gerade in Gefahr?
Beim Stolpern droht kein Schmerz, sondern ein Sturz.
A5
Reflex und bewusste Reaktion
AFB II
Kreuze an, ob die Eigenschaft zum Reflex oder zur bewussten Reaktion gehört.
Setze in jeder Zeile genau ein Kreuz. Enter setzt und löscht.
Aussage
Reflex
bewusste Reaktion
wird im Rückenmark umgeschaltet
läuft über das Großhirn
ist angeboren
kann durch Üben schneller werden
läuft immer gleich ab
dauert etwa 0,2 s
Bei der bewussten Reaktion muss das Großhirn wahrnehmen und entscheiden — das kostet Zeit, lässt sich aber durch Übung verbessern. Der Reflex nimmt den kurzen Weg über das Rückenmark und läuft immer gleich ab.
Welche der beiden Reaktionen braucht einen Umweg?
Etwas Angeborenes, das immer gleich abläuft, kann man nicht trainieren.
A6
Mix: Wann spürst du den Schmerz?
AFB II
Hier geht es auch um 2.3.2 Gehirn und Rückenmark. Du fasst an eine heiße Herdplatte, die Hand zuckt zurück — und erst dann tut es weh. Welche Aussagen erklären das richtig?
Mehrere Antworten sind richtig. Markiere alle zutreffenden und klicke dann auf „Prüfen“.
Das Rückenmark hat hier zwei Aufgaben zugleich: Es schaltet den Reflex um und leitet die Meldung weiter nach oben. Bewusst wird der Schmerz erst im Großhirn — deshalb zuckt die Hand, bevor es wehtut.
Das Rückenmark hat zwei Aufgaben. Welche?
Bewusstes Wahrnehmen gehört immer zum Großhirn.
A7
Leitungszeit beim Achillessehnenreflex
AFB II
Beim Achillessehnenreflex schlägt die Ärztin auf die Sehne über der Ferse; der Fuß zuckt nach unten. Die Erregung läuft 1,05 m von der Wade zum Rückenmark und auf demselben Weg zurück zum Wadenmuskel. Die Nervenfasern leiten mit 60 m/s. Wie lange dauert allein die Leitung? Gib das Ergebnis in Millisekunden an.
Rechne oder überlege selbst und trage das Ergebnis ein — Enter prüft direkt.
ms
Gesamtstrecke hin und zurück: 2 · 1,05 m = 2,1 m. t = s : v = 2,1 m : 60 m/s = 0,035 s = 35 ms. Hinzu kommt noch die kurze Zeit für die Umschaltung im Rückenmark und für das Zusammenziehen des Muskels.
Die Erregung läuft den Weg zweimal: hin zum Rückenmark und zurück.
t = s : v mit s = 2,1 m. Multipliziere das Ergebnis in Sekunden mit 1000.
A8
Fängst du das Glas?
AFB III
Ein Glas kippt über die Tischkante und fällt 0,8 m tief. Du reagierst bewusst mit 0,2 s Reaktionszeit, danach braucht dein Arm noch 0,15 s, um unter das Glas zu kommen. Rechne mit g = 9,81 m/s² und runde auf zwei Nachkommastellen.
Rechne die Kette Schritt für Schritt: Erst wenn ein Schritt stimmt, wird der nächste freigeschaltet. Enter prüft.
Fallzeit des Glases bis zum Boden: t = √(2s : g)s
Zeit, bis deine Hand unter dem Glas ists
Zeitreserve: Fallzeit minus Zeit der Hands
t = √(2 · 0,8 m : 9,81 m/s²) ≈ 0,40 s. Die Hand braucht 0,2 s + 0,15 s = 0,35 s. Es bleiben nur etwa 0,05 s Reserve — wer abgelenkt ist und langsamer reagiert, fängt das Glas nicht mehr. Einen Reflex, der das Glas fängt, gibt es nicht: Fangen ist immer eine bewusste, erlernte Reaktion.
Setze in die Formel für die Fallzeit s = 0,8 m ein.
Die Zeit der Hand setzt sich aus Reaktionszeit und Bewegungszeit zusammen.
A9
Trickaufgabe: Reflexe wie ein Sprinter?
AFB III
Eine Sprinterin startet nach dem Startschuss in 0,13 s. Der Reporter ruft: „Was für Reflexe!“ Welche Aussagen sind richtig?
Mehrere Antworten sind richtig. Markiere alle zutreffenden und klicke dann auf „Prüfen“.
Die Falle: „schnell = Reflex“. Entscheidend ist nicht die Geschwindigkeit, sondern der Weg: Ein Reflex ist angeboren und wird im Rückenmark umgeschaltet. Der Start nach einem Knall muss gelernt werden und läuft über das Großhirn — auch wenn er durch Training sehr schnell wird.
Woran erkennt man einen Reflex — an der Geschwindigkeit oder an etwas anderem?
Reflexe sind angeboren und laufen immer gleich ab. Kann man einen Start nach einem Knall lernen?
A10
Reflexe weitergedacht
AFB III
Hier musst du dein Wissen auf neue Fälle übertragen. Stimmt die Aussage?
5 Aussagen nacheinander. Eine falsche Einschätzung reicht — dann startest du die Serie mit „Neue Runde“ neu.
Aussage 1 von 5
Der Reflexbogen ist ein kurzer Weg über das Rückenmark. Er funktioniert auch ohne Gehirn — deshalb kann man mit Reflextests prüfen, ob Nerven und Rückenmark in Ordnung sind.
Zeichne dir den Reflexbogen im Kopf auf: Welche Stationen braucht er, welche nicht?
Die Verletzung in Brusthöhe liegt oberhalb der Stelle, an der der Kniereflex umgeschaltet wird.