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Viren – Erreger ohne Zellen

Zwei Aufgaben zu Viren — mit einem Grippevirus und einem Masernausbruch.

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1

Ein Grippevirus unter der Lupe

AFB I–II

Grippeviren (Influenzaviren) sind kugelförmig, etwa 100 nm groß und besitzen RNA als Erbgut. Ihre Hüllmembran trägt zwei Sorten von Oberflächenproteinen. In einer befallenen Zelle der Atemwege entstehen innerhalb von etwa 8 Stunden mehrere Tausend neue Viren.

  1. Gib drei Bauteile des Grippevirus an.
  2. Stelle die Vermehrung des Grippevirus in fünf Schritten dar.
  3. Erkläre, warum Grippeviren vor allem die Atemwege befallen.
  4. Begründe, warum Viren oft nicht zu den Lebewesen gezählt werden.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Innen, Mitte, außen.
Hinweis zu Aufgabe b)
Beginne mit dem Kontakt zur Zelle.
Hinweis zu Aufgabe c)
Was muss beim ersten Schritt zusammenpassen?
Hinweis zu Aufgabe d)
Kennzeichen des Lebendigen.

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

RNA als Erbgut, Proteinhülle, Hüllmembran mit Oberflächenproteinen.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

1. Andocken mit den Oberflächenproteinen an Rezeptoren der Atemwegszelle; 2. Eindringen; 3. Umprogrammieren: Die Zelle stellt Virus-RNA und Hüllproteine her; 4. Zusammenbau neuer Viren; 5. Freisetzung, die Zelle stirbt ab.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Die Oberflächenproteine passen nur zu Rezeptoren auf Zellen der Atemwege (Schlüssel-Schloss). An anderen Zellen können sie nicht andocken.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Viren haben keinen eigenen Stoffwechsel, wachsen nicht und können sich nicht selbstständig vermehren. Sie sind keine Zellen und zeigen Lebensmerkmale nur mithilfe einer Wirtszelle.

2

Masern in der Schule

AFB II–III

Masern sind hoch ansteckend. Das Virus wird über Tröpfchen übertragen. Etwa 10 bis 14 Tage nach der Ansteckung treten Fieber und Hautausschlag auf. Ein erkrankter Schüler steckt ohne Schutzmaßnahmen im Mittel 15 weitere Menschen an.

  1. Ermittle, wie viele Menschen nach drei Ansteckungsrunden erkrankt sein könnten, wenn jeder Erkrankte 15 andere ansteckt (ohne den ersten Schüler).
  2. Deute die Zeit von 10 bis 14 Tagen bis zu den ersten Anzeichen.
  3. Erläutere, warum sich Masern gerade in der Inkubationszeit leicht verbreiten.
  4. Beurteile die Aussage: „Gegen Masern hilft ein Antibiotikum vom Hausarzt.“

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Runde 1: 15, Runde 2: 15 · 15 …
Hinweis zu Aufgabe b)
Was passiert in dieser Zeit im Körper?
Hinweis zu Aufgabe c)
Weiß man schon, dass man krank ist?
Hinweis zu Aufgabe d)
Wogegen wirken Antibiotika?

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

15 + 225 + 3 375 = 3 615 Menschen (bzw. in der 3. Runde allein 153 = 3 375).

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

In dieser Inkubationszeit vermehren sich die Viren in immer mehr Zellen, ohne dass man es merkt. Erst wenn sehr viele Zellen befallen sind und die Abwehr reagiert, treten Fieber und Ausschlag auf.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Man ist schon ansteckend, fühlt sich aber noch gesund. Deshalb geht man zur Schule und trifft viele Menschen.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Die Aussage ist falsch. Masern werden von Viren ausgelöst. Antibiotika greifen Bauteile von Bakterien an (z. B. Zellwand, Ribosomen), die Viren nicht besitzen. Schutz bietet die Impfung.