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Impfen: aktiv und passiv

Zwei Aufgaben zum Impfen — mit einem rostigen Nagel und einer Impfquote.

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Der rostige Nagel

AFB I–II

Leonie (14) tritt beim Aufräumen der Scheune in einen rostigen Nagel. In ihrem Impfpass steht die letzte Tetanus-Impfung vor 12 Jahren. Tetanus-Erreger sind Bakterien aus dem Erdreich, die ein starkes Gift bilden. Die Ärztin gibt eine Tetanus-Impfung und zusätzlich eine Spritze mit Tetanus-Antikörpern.

  1. Gib an, welche der beiden Spritzen eine aktive und welche eine passive Immunisierung ist.
  2. Begründe, warum die Ärztin beide Spritzen gibt.
  3. Erläutere, warum die passive Immunisierung Leonie nicht dauerhaft schützt.
  4. Beurteile die Aussage: „Weil ich als Kind gegen Tetanus geimpft wurde, bin ich für immer geschützt.“

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Was wird jeweils gespritzt?
Hinweis zu Aufgabe b)
Wie schnell wirkt welche Spritze?
Hinweis zu Aufgabe c)
Gedächtniszellen?
Hinweis zu Aufgabe d)
Auffrischung.

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Die Impfung (Antigene bzw. unschädlich gemachtes Gift) ist aktiv, die Spritze mit fertigen Antikörpern ist passiv.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Die Antikörper-Spritze wirkt sofort gegen die Erreger aus der Wunde. Die aktive Impfung braucht 1–2 Wochen, sorgt dann aber für eigenen, langen Schutz mit Gedächtniszellen. Da der letzte Schutz über 10 Jahre alt ist, reicht er nicht sicher.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Die gespritzten Antikörper sind körperfremd und werden in einigen Wochen abgebaut. Es entstehen keine Gedächtniszellen.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Die Aussage ist falsch. Der Tetanus-Schutz lässt nach und muss etwa alle 10 Jahre aufgefrischt werden, damit genug Gedächtniszellen und Antikörper vorhanden sind.

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Masern und Herdenschutz

AFB II–III

2019 wurde in Deutschland das Masernschutzgesetz beschlossen: Kinder in Kita und Schule müssen gegen Masern geimpft sein. Masern sind so ansteckend, dass für einen Herdenschutz etwa 95 % der Bevölkerung immun sein müssen. In einer Schule mit 800 Schülerinnen und Schülern sind 720 geimpft.

  1. Berechne die Impfquote der Schule.
  2. Interpretiere das Ergebnis im Hinblick auf den Herdenschutz.
  3. Erläutere am Beispiel dieser Schule, wie der Herdenschutz Menschen schützt, die nicht geimpft werden können.
  4. Nimm Stellung zur Impfpflicht gegen Masern in Schulen.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Anteil = geimpfte : alle.
Hinweis zu Aufgabe b)
Vergleiche mit 95 %.
Hinweis zu Aufgabe c)
Wie viele Kontakte hat ein Erkrankter zu Empfänglichen?
Hinweis zu Aufgabe d)
Einzelne Entscheidung — Schutz aller.

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

720 : 800 = 0,9 = 90 %.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Mit 90 % liegt die Quote unter den nötigen 95 %. Der Herdenschutz ist nicht erreicht; ein eingeschleppter Masernfall könnte sich unter den 80 Ungeimpften ausbreiten.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Je mehr Menschen immun sind, desto seltener trifft ein Erkrankter auf jemanden, den er anstecken kann. Die Infektionskette reißt ab — so bleiben auch Babys oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem geschützt, die selbst nicht geimpft werden können.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Mögliche Pro-Argumente: Masern sind gefährlich (z. B. Hirnentzündung), sehr ansteckend, Herdenschutz schützt Schwache, die Impfung ist gut verträglich. Mögliche Contra-Argumente: Eingriff in die Entscheidungsfreiheit der Eltern, seltene Nebenwirkungen. Ein begründetes eigenes Urteil wird erwartet.