Chlamydien — die stille Infektion
AFB I–IIChlamydien gehören in Deutschland zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen, besonders bei Menschen unter 25 Jahren. Bei vielen Infizierten treten keine Beschwerden auf. Unbehandelt können die Bakterien bei Frauen die Eileiter entzünden und verkleben. Deshalb können sich junge Frauen bis 25 Jahre einmal im Jahr kostenlos testen lassen.
- Nenne drei sexuell übertragbare Infektionen und gib jeweils an, ob sie durch Bakterien oder Viren ausgelöst werden.
- Beschreibe , wie STI übertragen werden und wie nicht.
- Erkläre , warum sich Chlamydien so gut verbreiten.
- Begründe , warum bei einer Chlamydien-Infektion auch der Partner behandelt werden muss.
Hinweise
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Hinweis zu Aufgabe c)
Hinweis zu Aufgabe d)
Erwartungshorizont
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Zum Beispiel: Chlamydien (Bakterien), Gonorrhö (Bakterien), Syphilis (Bakterien), HIV (Viren), HPV (Viren), Herpes (Viren).
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Übertragen werden STI beim Sex über Schleimhäute und Körperflüssigkeiten wie Sperma, Scheidenflüssigkeit oder Blut. Nicht übertragen werden sie durch Händeschütteln, Umarmen, gemeinsames Geschirr, Toiletten oder Schwimmbäder.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Viele Infizierte haben keine Beschwerden und wissen nichts von ihrer Infektion. Sie verzichten deshalb nicht auf ungeschützten Sex und lassen sich nicht behandeln — so geben sie die Bakterien unbemerkt weiter.
Erwartungshorizont zu Aufgabe d)
Ist der Partner ebenfalls infiziert, aber unbehandelt, steckt er die geheilte Person beim nächsten Sex wieder an („Ping-Pong-Effekt“). Nur eine gleichzeitige Behandlung beider unterbricht die Infektionskette.
Die HPV-Impfung
AFB II–IIIHumane Papillomviren (HPV) sind weit verbreitet: Fast alle sexuell aktiven Menschen stecken sich im Laufe ihres Lebens einmal an. Meist heilt die Infektion unbemerkt aus. Einige Typen können aber Genitalwarzen verursachen, andere nach Jahren Krebs, zum Beispiel Gebärmutterhalskrebs. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Impfung für Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren; versäumte Impfungen sollen bis zum Alter von 17 Jahren nachgeholt werden.
- Erläutere , wie die Impfung vor HPV schützt.
- Begründe , warum die Impfung vor dem ersten sexuellen Kontakt empfohlen wird.
- Erkläre , warum die Impfung auch für Jungen empfohlen wird.
- Nimm Stellung zu der Aussage: „Wer gegen HPV geimpft ist, braucht kein Kondom mehr.“
Hinweise
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Hinweis zu Aufgabe c)
Hinweis zu Aufgabe d)
Erwartungshorizont
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Die Impfung ist eine aktive Immunisierung: Der Impfstoff enthält ungefährliche Bestandteile der Virushülle (Antigene). Das Immunsystem bildet Antikörper und Gedächtniszellen. Bei einer späteren Ansteckung werden die Viren schnell erkannt und abgewehrt.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Die Impfung schützt vor einer Ansteckung, heilt aber keine bestehende Infektion. Weil HPV sehr verbreitet ist, sollte der Schutz aufgebaut sein, bevor ein Kontakt mit dem Virus möglich ist. Außerdem bilden Jüngere besonders viele Antikörper.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Jungen und Männer übertragen HPV und können selbst an Genitalwarzen und an Krebs (z. B. im Rachen, am Penis oder After) erkranken. Die Impfung schützt sie selbst und verringert die Weitergabe an Partnerinnen und Partner.
Erwartungshorizont zu Aufgabe d)
Die Aussage ist falsch. Die Impfung schützt nur vor den wichtigsten HPV-Typen, nicht vor HIV, Chlamydien, Gonorrhö, Syphilis oder Herpes — und auch nicht vor einer Schwangerschaft. Das Kondom bleibt deshalb wichtig; Impfung und Kondom ergänzen sich.
