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Verantwortung in Beziehungen

Zwei Aufgaben zu Verantwortung in Beziehungen — auf einer Party und beim Thema Verhütung.

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1

Auf der Party

AFB I–II

Sara und Paul sind seit zwei Monaten zusammen. Auf einer Party drängt Paul Sara, mit ihm in ein leeres Zimmer zu gehen. Sara hat etwas Alkohol getrunken und sagt, sie wolle lieber tanzen. Paul antwortet: „Stell dich nicht so an, du bist doch meine Freundin.“

  1. Nenne drei Merkmale von einvernehmlicher Sexualität.
  2. Beschreibe , wie Paul Druck auf Sara ausübt.
  3. Erkläre , warum Alkohol die Lage zusätzlich schwierig macht.
  4. Erläutere , wie Sara und ihre Freundinnen reagieren können.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Denk an: freiwillig, klar, …
Hinweis zu Aufgabe b)
Welches Argument benutzt er?
Hinweis zu Aufgabe c)
Kann man betrunken frei entscheiden?
Hinweis zu Aufgabe d)
Wer kann auf der Party und danach helfen?

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Freiwillige Zustimmung aller; klares Ja (Schweigen ist kein Ja); jederzeit widerrufbar; ohne Druck, Drohung oder Ausnutzen einer Situation.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Paul übergeht Saras Wunsch zu tanzen und drängt weiter. Er benutzt die Beziehung als Argument („du bist doch meine Freundin“) und wertet Saras Grenze ab („stell dich nicht so an“).

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Alkohol schränkt die Fähigkeit ein, Situationen einzuschätzen und klar Nein zu sagen. Wer stark betrunken ist, kann nicht frei zustimmen. Eine Zustimmung, die unter Alkohol durch Drängen entsteht, ist keine freiwillige Zustimmung.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Sara kann klar Nein sagen und bei ihren Freundinnen bleiben; die Freundinnen können sie unterstützen und aus der Situation holen. Danach kann Sara mit Vertrauenspersonen sprechen oder sich bei einer Beratungsstelle bzw. der „Nummer gegen Kummer“ (116 111) Rat holen.

2

Wer kümmert sich um Verhütung?

AFB II–III

Lina und Tom sind seit einem halben Jahr zusammen und möchten miteinander schlafen. Lina nimmt seit einigen Monaten die Pille. Tom meint: „Dann brauchen wir kein Kondom. Und um Verhütung musst du dich ja sowieso kümmern.“

  1. Vergleiche Pille und Kondom hinsichtlich ihres Schutzes.
  2. Erläutere , was mit „doppeltem Schutz“ gemeint ist.
  3. Beurteile Toms Aussage.
  4. Entwickle drei Tipps, wie Lina und Tom gut über Verhütung sprechen können.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Schwangerschaft und Infektionen.
Hinweis zu Aufgabe b)
Zwei Methoden, zwei Ziele.
Hinweis zu Aufgabe c)
Zwei Teile: Kondom und Zuständigkeit.
Hinweis zu Aufgabe d)
Wann, wie, mit welcher Hilfe?

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Pille: sehr sicher gegen Schwangerschaft (Pearl-Index 0,1–0,9), kein Schutz vor STI. Kondom: etwas weniger sicher gegen Schwangerschaft (2–12, vor allem durch Anwendungsfehler), aber Schutz vor HIV und verringertes Risiko anderer STI.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Doppelter Schutz bedeutet, eine hormonelle Methode (z. B. Pille) mit einem Kondom zu kombinieren. Die Pille schützt sicher vor einer Schwangerschaft, das Kondom zusätzlich vor sexuell übertragbaren Infektionen und als Reserve, falls die Pille einmal nicht wirkt.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Toms Aussage ist in beiden Teilen fragwürdig: Ob auf das Kondom verzichtet werden kann, hängt davon ab, ob beide sicher keine STI haben (z. B. nach einem Test) — die Pille schützt davor nicht. Verhütung ist außerdem Sache beider: Tom trägt Mitverantwortung, auch für Kosten, Erinnern und Absprachen.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Zum Beispiel: einen ruhigen Moment ohne Zeitdruck wählen; ehrlich über Wünsche und Sorgen sprechen und zuhören; sich gemeinsam informieren bzw. zusammen zu einer Beratung oder in die Praxis gehen; Entscheidungen gemeinsam treffen.