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Hormonelle Verhütung

Zwei Aufgaben zur hormonellen Verhütung — mit einem Beipackzettel und zwei Studien.

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Wie die Pille den Zyklus bremst

AFB I–II

Aus einem Beipackzettel: „Dieses Präparat enthält die Wirkstoffe Ethinylestradiol (ein künstliches Östrogen) und Levonorgestrel (ein Gestagen). Nehmen Sie 21 Tage lang täglich zur gleichen Zeit eine Tablette ein. Danach folgt eine Pause von 7 Tagen, in der eine Blutung auftritt. Die empfängnisverhütende Wirkung kann durch Erbrechen, Durchfall oder die Einnahme bestimmter Arzneimittel vermindert sein.“

  1. Nenne die beiden Wirkstoffgruppen und zwei Situationen, in denen der Schutz vermindert sein kann.
  2. Beschreibe , wie die Pille eine Schwangerschaft verhindert.
  3. Erkläre , warum unter der Pille kein Eisprung stattfindet.
  4. Erläutere , wie die Blutung in der Pillenpause zustande kommt.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Lies den Beipackzettel genau.
Hinweis zu Aufgabe b)
Zwei Wirkungen.
Hinweis zu Aufgabe c)
Denk an die Hypophyse.
Hinweis zu Aufgabe d)
Was passiert, wenn die Hormone wegfallen?

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Wirkstoffe: ein künstliches Östrogen und ein Gestagen. Situationen: Erbrechen oder Durchfall, bestimmte Arzneimittel (auch: vergessene Einnahme).

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Die Hormone verhindern die Reifung eines Follikels und damit den Eisprung. Zusätzlich wird der Schleim am Gebärmutterhals zäh, sodass Spermien schlecht hindurchkommen.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Die künstlichen Hormone halten den Hormonspiegel hoch wie in der Gelbkörperphase. Das hemmt über negative Rückkopplung die Ausschüttung von FSH und LH aus der Hypophyse. Ohne FSH reift kein Follikel, ohne LH-Spitze gibt es keinen Eisprung.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

In der Pause fallen die künstlichen Hormone weg. Die unter ihrem Einfluss aufgebaute Schleimhaut kann nicht gehalten werden und wird abgestoßen — eine Abbruchblutung. Sie ist keine Menstruation nach einem Eisprung.

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Zwei Studien im Vergleich

AFB II–III

Studie A: 800 Frauen verhüten ein Jahr lang mit dem Vaginalring; 4 werden ungewollt schwanger. Studie B: 250 Paare verhüten zwei Jahre lang nur mit Kondomen; 20 Frauen werden ungewollt schwanger. In anderen Kondom-Studien liegt der Pearl-Index zwischen 2 und 12.

  1. Berechne den Pearl-Index für beide Studien.
  2. Deute die große Spannweite der Pearl-Indizes beim Kondom.
  3. Begründe , warum Fachleute Jugendlichen trotz des höheren Pearl-Index das Kondom empfehlen.
  4. Beurteile die Aussage: „Mit dem Vaginalring braucht man sich um nichts mehr zu kümmern.“

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
PI = Schwangerschaften · 1200 : Anwendungsmonate
Hinweis zu Aufgabe b)
Wer macht den Unterschied — das Kondom oder die Anwendung?
Hinweis zu Aufgabe c)
Wogegen schützt der Ring nicht?
Hinweis zu Aufgabe d)
Denk an Anwendung, Nebenwirkungen und Infektionsschutz.

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

A: 800 · 12 = 9600 Monate; PI = 4 · 1200 : 9600 = 0,5. B: 250 · 24 = 6000 Monate; PI = 20 · 1200 : 6000 = 4.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Kondome sind bei richtiger Anwendung recht sicher. Fehler (falsche Größe, zu spät übergezogen, gerissen, abgerutscht, abgelaufen) erhöhen die Zahl der Schwangerschaften. Je nachdem, wie geübt die Paare einer Studie sind, fällt der Pearl-Index sehr unterschiedlich aus.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Nur das Kondom schützt zusätzlich vor sexuell übertragbaren Infektionen wie Chlamydien, HPV oder HIV. Außerdem ist es ohne Rezept erhältlich und hat keine hormonellen Nebenwirkungen. Am sichersten ist die Kombination mit einer hormonellen Methode.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Die Aussage ist falsch. Der Ring muss richtig eingesetzt und rechtzeitig gewechselt werden; Nebenwirkungen und ärztliche Kontrolle sind zu beachten. Vor STI schützt er nicht — dafür ist weiterhin ein Kondom nötig.