Gleiche Erbanlagen, anderes Aussehen
Wie ein Lebewesen aussieht, hängt von seinen Erbanlagen und von seiner Umwelt ab.
- Genotyp:die Gesamtheit der Erbanlagen eines Lebewesens.
- Phänotyp:das Erscheinungsbild: alle Merkmale, die man beobachten oder messen kann.
- Modifikation:eine Veränderung des Phänotyps durch Umwelteinflüsse wie Licht, Temperatur, Wasser, Nahrung oder Training — der Genotyp bleibt gleich.
- Nicht erblich:Nachkommen erben nur die Erbanlagen, nicht die im Leben erworbene Veränderung.
- Beispiele:Sonnenbräune, trainierte Muskeln, Sonnen- und Schattenblätter derselben Buche, blaue oder rosa Blüten der Hortensie je nach Boden.
Phänotyp: Genotyp + Umwelt → Phänotyp
Die Reaktionsnorm setzt Grenzen
Der französische Botaniker Gaston Bonnier teilte Löwenzahnpflanzen und pflanzte die Hälften in verschiedenen Höhen ein.
- Versuch:Beide Hälften haben denselben Genotyp. Im Tal wächst die Pflanze hoch mit langen Blättern, im Gebirge bleibt sie klein und bildet eine lange Wurzel.
- Rückversuch:Samen der Gebirgspflanze wachsen im Tal wieder zu großen Pflanzen heran.
- Reaktionsnorm:der erblich festgelegte Spielraum, in dem die Umwelt ein Merkmal verändern kann. Kein Standort macht aus Löwenzahn einen Baum.
- Abgrenzung:Eine Mutation verändert die Erbanlagen selbst — sie ist erblich.
Verschiebe mit dem Regler die rechte Hälfte der geteilten Pflanze den Berg hinauf und vergleiche sie mit der Hälfte im Tal. Mit „Nachkommen im Tal“ säst du ihre Samen wieder unten aus.
Halte fest: Gleicher Genotyp, andere Umwelt — anderer Phänotyp. Die Veränderung bleibt innerhalb der Reaktionsnorm und wird nicht vererbt.
Allgemeine Hinweise
Keine Absicht
Die Pflanze „will“ sich nicht anpassen. Ihr Wachstum reagiert auf Kälte, Wind und Licht — das ist eine Modifikation.
Erblich oder nicht?
Frag: Tritt das Merkmal bei den Nachkommen auch unter anderen Bedingungen auf? Nur dann ist es erblich.
Genotyp ≠ Phänotyp
Zwei gleich aussehende Lebewesen können verschiedene Erbanlagen haben — und umgekehrt.
