Aussehen allein reicht nicht
Früher ordnete man Lebewesen nur nach ihrem Körperbau einer Art zu.
- Morphologischer Artbegriff:Eine Art umfasst alle Lebewesen, die in wesentlichen Körpermerkmalen übereinstimmen.
- Problem 1:Rassen, Männchen und Weibchen oder Jungtiere sehen oft sehr verschieden aus — der Stockenten-Erpel hat einen grünen Kopf, das Weibchen ist braun. Trotzdem ist es eine Art.
- Problem 2:Zwillingsarten sehen fast gleich aus: Fitis und Zilpzalp unterscheidet man sicher nur am Gesang. Trotzdem sind es zwei Arten.
- Folge:Ähnlichkeit ist ein Hinweis, aber kein sicheres Kriterium.
Die Art als Fortpflanzungsgemeinschaft
Der Biologe Ernst Mayr stellte deshalb die Fortpflanzung in den Mittelpunkt.
- Biologischer Artbegriff:Eine Art umfasst alle Individuen, die sich unter natürlichen Bedingungen miteinander fortpflanzen und dabei fruchtbare Nachkommen erzeugen können.
- Fortpflanzungsschranke:Unterschiede in Gesang, Balz, Paarungszeit oder Lebensraum verhindern, dass sich verschiedene Arten paaren.
- Hybriden:Kreuzt man Pferdestute und Eselhengst, entsteht ein Maultier. Es ist unfruchtbar — Pferd und Esel sind zwei Arten.
- Grenzen:Bei Fossilien und bei Lebewesen, die sich nur ungeschlechtlich vermehren, lässt sich der biologische Artbegriff nicht prüfen.
Biologische Art: Fortpflanzungsgemeinschaft mit fruchtbaren Nachkommen
Sieh dir jedes Paar an und tippe zuerst: gleiche Art oder verschiedene Arten? Erst dann zeigt „Kreuzen“, was bei einer Paarung herauskommt.
Halte fest: Über die Artzugehörigkeit entscheidet nicht das Aussehen, sondern ob fruchtbare Nachkommen entstehen.
Allgemeine Hinweise
Nachkommen ≠ fruchtbar
Dass zwei Tiere überhaupt Junge bekommen, reicht nicht. Die Jungen müssen selbst wieder Nachkommen haben können.
Unter natürlichen Bedingungen
Was im Zoo gelingt, zählt nur bedingt. Entscheidend ist, ob sich die Tiere in freier Natur paaren.
Rasse ist keine Art
Hunderassen oder Farbformen sind Varianten innerhalb einer Art — sie bleiben untereinander fruchtbar.
