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Nachhaltige Waldnutzung

Zwei Aufgaben zur nachhaltigen Waldnutzung — ein Stadtwald und die Frage nach dem Brennholz.

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Der Stadtwald

AFB I–II

Der Stadtwald von Burgdorf ist 150 ha groß. Der Holzvorrat beträgt 320 m³ je Hektar, der jährliche Zuwachs 10 m³ je Hektar. Die Stadt möchte in diesem Jahr 1 200 m³ Holz verkaufen.

  1. Berechne den Holzvorrat und den jährlichen Zuwachs des ganzen Waldes.
  2. Überprüfe, ob der geplante Verkauf nachhaltig ist.
  3. Erläutere die Bedingung für nachhaltige Holznutzung mit einer Formel.
  4. Nenne zwei weitere Regeln für eine naturnahe Nutzung des Stadtwalds.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Je-Hektar-Werte mal Fläche.
Hinweis zu Aufgabe b)
Vergleiche Einschlag und Zuwachs.
Hinweis zu Aufgabe c)
V neu = V + Z − E.
Hinweis zu Aufgabe d)
Nicht nur die Menge zählt.

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Vorrat: 320 m³/ha · 150 ha = 48 000 m³. Zuwachs: 10 m³/ha · 150 ha = 1 500 m³ pro Jahr.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Einschlag 1 200 m³ < Zuwachs 1 500 m³ — die Nutzung ist mengenmäßig nachhaltig; der Vorrat steigt um 300 m³.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Der neue Vorrat ist V + Z − E. Er ist mindestens so groß wie V, wenn Z − E ≥ 0, also E ≤ Z: Es darf höchstens so viel gefällt werden, wie nachwächst.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

z. B. Einzelstammentnahme statt Kahlschlag; Totholz und Höhlenbäume stehen lassen; Mischwald aus heimischen Arten; Naturverjüngung nutzen.

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Brennholz für alle?

AFB II–III

Seit die Energiepreise gestiegen sind, heizen viele Haushalte mit Holz. Ein Waldbesitzer überlegt, in seinem Wald doppelt so viel zu fällen wie bisher und auch das liegende Totholz als Brennholz zu verkaufen.

  1. Beschreibe die Folgen für den Holzvorrat, wenn der Einschlag größer wird als der Zuwachs.
  2. Erkläre die Folgen für Artenvielfalt und Stoffkreislauf, wenn das Totholz verkauft wird.
  3. Diskutiere den Plan des Waldbesitzers aus ökologischer, ökonomischer und sozialer Sicht.
  4. Nimm Stellung und schlage eine nachhaltige Lösung vor.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
V neu = V + Z − E.
Hinweis zu Aufgabe b)
Denk an 3.2.3 und 3.3.1.
Hinweis zu Aufgabe c)
Drei Säulen.
Hinweis zu Aufgabe d)
Wie viel darf er fällen?

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Ist E größer als Z, wird der Vorrat jedes Jahr kleiner. Auf Dauer wird der Wald immer lichter, im Extremfall ist er abgeholzt.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Mit dem Totholz verschwinden Lebensraum und Nahrung für Käfer, Pilze und Spechte. Außerdem werden die darin enthaltenen Mineralstoffe dem Wald entzogen, statt über die Destruenten in den Boden zurückzukehren.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Ökonomisch bringt der Plan kurzfristig mehr Geld. Ökologisch schadet er: Vorrat, Artenvielfalt und Stoffkreislauf leiden. Sozial hilft er Haushalten beim Heizen, der Wald verliert aber an Erholungswert. Langfristig gefährdet Übernutzung auch das Einkommen.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Der Plan ist nicht nachhaltig. Besser: nur so viel fällen, wie nachwächst, dabei Kronenholz und schwache Bäume aus der Durchforstung als Brennholz nutzen, Totholz im Wald lassen.