Zwei Wälder im Vergleich
AFB I–IIEine Klasse untersucht zwei gleich große Flächen von je 100 m².
| Merkmal | Fläche A | Fläche B |
|---|---|---|
| Baumarten | 1 (Fichte) | 5 |
| Pflanzenarten am Boden | 3 | 21 |
| Totholz | keines | 2 liegende Stämme |
| Vogelarten | 4 | 13 |
- Gib an, welche Fläche eine Monokultur ist.
- Beschreibe die Unterschiede zwischen den Flächen.
- Erkläre die höhere Zahl an Vogelarten auf Fläche B.
- Begründe, warum in Fläche A am Boden kaum Pflanzen wachsen.
Hinweise
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Hinweis zu Aufgabe c)
Hinweis zu Aufgabe d)
Erwartungshorizont
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Fläche A ist eine Monokultur: Es wächst nur eine Baumart, die Fichte.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Fläche B hat fünfmal so viele Baumarten, siebenmal so viele Pflanzenarten am Boden, Totholz und mehr als dreimal so viele Vogelarten wie Fläche A.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Auf Fläche B gibt es mehr Baumarten, mehr Stockwerke und Totholz. Das bietet mehr Nahrung (Insekten, Samen) und mehr Nistplätze — also mehr ökologische Nischen für unterschiedliche Vogelarten.
Erwartungshorizont zu Aufgabe d)
Die dicht stehenden, immergrünen Fichten lassen das ganze Jahr kaum Licht durch. Die saure Nadelstreu wird langsam zersetzt. Nur wenige Schattenpflanzen kommen damit zurecht.
Borkenkäfer im Fichtenforst
AFB II–IIINach mehreren trockenen Sommern sind in vielen Fichtenforsten Niedersachsens große Flächen abgestorben. Ein Weibchen des Buchdruckers kann in einem Jahr über mehrere Generationen viele tausend Nachkommen haben. Gesunde Fichten wehren die Käfer mit Harz ab — geschwächte Fichten können das kaum.
- Erkläre, warum sich der Borkenkäfer in Fichtenmonokulturen besonders stark ausbreitet.
- Vergleiche die Lage in einem Mischwald.
- Entwickle einen Vorschlag, wie ein Förster seinen Fichtenforst stabiler machen kann.
- Nimm Stellung zu der Forderung: „Alle befallenen Bäume müssen sofort aus dem Wald.“
Hinweise
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Hinweis zu Aufgabe c)
Hinweis zu Aufgabe d)
Erwartungshorizont
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
In der Monokultur stehen nur Fichten dicht beieinander — überall findet der Käfer seine Nahrung. Durch die Trockenheit sind die Bäume geschwächt und bilden kaum Harz. Die Käfer vermehren sich rasch und fliegen von Baum zu Baum.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Im Mischwald stehen Fichten vereinzelt zwischen Laubbäumen, die der Buchdrucker nicht befällt. Die Ausbreitung ist schwer, Gegenspieler wie Spechte und räuberische Käfer finden mehr Lebensraum. Der Schaden bleibt kleiner.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Unter die Fichten junge Laubbäume wie Buche, Eiche und Ahorn pflanzen (Waldumbau), abgestorbene Flächen mit gemischten, standortgerechten Arten verjüngen, Totholz und Höhlenbäume für Gegenspieler stehen lassen.
Erwartungshorizont zu Aufgabe d)
Im Wirtschaftswald kann das schnelle Entfernen befallener Bäume die Ausbreitung auf gesunde Nachbarbestände bremsen. In Schutzgebieten wie dem Nationalpark Harz bleibt das Totholz liegen, weil daraus ein artenreicher Wald entsteht. Eine Pauschalforderung passt daher nicht für jeden Wald.
