Ein Brief an die Beratung
AFB I–IIIIn einer Jugendzeitschrift steht der Brief von Leo (13): „Neulich bin ich morgens aufgewacht, und meine Schlafanzughose war feucht und klebrig. Ich habe nicht ins Bett gemacht. Bin ich krank? Und stimmt es, dass man nicht so viele Spermien verbrauchen darf, weil sie sonst irgendwann alle sind?“
- Nenne den Fachbegriff für das, was Leo erlebt hat.
- Beschreibe, was dabei im Körper passiert ist.
- Erkläre, warum so etwas gerade in der Pubertät auftritt.
- Beurteile Leos Sorge, die Spermien könnten „alle“ werden.
Hinweise
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Hinweis zu Aufgabe c)
Hinweis zu Aufgabe d)
Erwartungshorizont
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Nächtlicher Samenerguss (Pollution, „feuchter Traum“).
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Im Schlaf kam es zu einer Erektion und einem Samenerguss: Spermien aus den Nebenhoden wurden durch die Samenleiter transportiert, Bläschendrüse und Prostata gaben Flüssigkeit dazu, und das Sperma trat durch die Harn-Samen-Röhre aus. Es ist kein Urin.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
In der Pubertät bilden die Hoden durch das Testosteron zum ersten Mal Spermien. Der Körper wird geschlechtsreif. Wenn die Nebenhoden gefüllt sind, kommt es manchmal im Schlaf zu einem Samenerguss. Das ist normal und kein Zeichen einer Krankheit.
Erwartungshorizont zu Aufgabe d)
Die Sorge ist unbegründet. Anders als die Eizellen werden Spermien nicht nur einmal angelegt: Die Hoden bilden ab der Pubertät jeden Tag viele Millionen neue Spermien, bis ins hohe Alter. Nicht verbrauchte Spermien werden vom Körper abgebaut.
Unterwegs zur Eizelle
AFB I–IIIEin Spermium schwimmt etwa 3 mm pro Minute. Nach einem Samenerguss in der Scheide muss es bis in den Eileiter etwa 18 cm zurücklegen.
- Berechne, wie lange ein Spermium für den Weg mindestens braucht.
- Gib an, welcher Teil des Spermiums die Bewegung antreibt und welcher die Erbanlagen enthält.
- Erläutere, warum Bläschendrüse und Prostata für die Spermien wichtig sind.
- Nimm Stellung zu Amirs Aussage: „Die Spermien schwimmen alle geradeaus zur Eizelle — wer am schnellsten ist, gewinnt.“
Hinweise
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Hinweis zu Aufgabe c)
Hinweis zu Aufgabe d)
Erwartungshorizont
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
18 cm = 180 mm; 180 mm : 3 mm pro Minute = 60 Minuten = 1 Stunde (ohne Umwege).
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Der Schwanz treibt das Spermium an (das Mittelstück liefert die Energie dafür). Der Kopf enthält die Erbanlagen.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Die Flüssigkeit aus Bläschendrüse und Prostata enthält Zucker als Energiequelle und Stoffe, die die Spermien beweglich machen und schützen. Ohne sie könnten die Spermien den langen Weg nicht schaffen.
Erwartungshorizont zu Aufgabe d)
Die Aussage stimmt nur zum Teil. Die Spermien schwimmen nicht geradeaus: Viele schwimmen in die falsche Richtung, in den falschen Eileiter oder bleiben unterwegs hängen. Von vielen Millionen erreichen nur einige hundert den Eileiter mit der Eizelle. Dort dringt nur ein einziges Spermium ein — es muss nicht unbedingt das schnellste sein.
