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Ungeschlechtliche Vermehrung

Kindel an der Grünlilie und eine Hungersnot durch lauter gleiche Kartoffeln.

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Die Grünlilie auf der Fensterbank

AFB I–II

Die Grünlilie ist eine beliebte Zimmerpflanze. Sie bildet lange, herabhängende Triebe, an deren Enden kleine Pflänzchen mit Blättern und kurzen Wurzeln hängen („Kindel“).

Manchmal blüht die Grünlilie auch mit kleinen weißen Blüten.

  1. Gib an, wie man die Triebe mit den Kindeln nennt.
  2. Beschreibe , wie man aus einem Kindel eine neue Grünlilie ziehen kann.
  3. Vergleiche eine Grünlilie aus einem Kindel mit einer Grünlilie aus einem Samen.
  4. Erkläre , warum die Grünlilie trotz ihrer Kindel auch Blüten bildet.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Wie heißen solche Triebe bei der Erdbeere?
Hinweis zu Aufgabe b)
Was braucht das Kindel, um allein zu leben?
Hinweis zu Aufgabe c)
Ein Elternteil oder zwei?
Hinweis zu Aufgabe d)
Welchen Vorteil haben Samen?

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Es sind Ausläufer.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Das Kindel wird abgeschnitten und in einen Topf mit feuchter Erde gesetzt (oder zuerst in ein Wasserglas gestellt, bis die Wurzeln länger sind). Dort bildet es weitere Wurzeln und wächst zu einer eigenen Pflanze heran.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Die Pflanze aus dem Kindel gleicht der Mutterpflanze genau, weil sie ungeschlechtlich entstanden ist. Die Pflanze aus dem Samen ist nach Bestäubung und Befruchtung entstanden; sie kann andere Merkmale haben, z. B. andere Blattstreifen.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Über Blüten und Samen entstehen Nachkommen mit neuen Merkmalskombinationen. Außerdem können Samen weiter verbreitet werden als Kindel. Beide Wege zusammen sind für die Pflanze vorteilhaft.

2

Kartoffelfäule in Irland

AFB II–III

Um 1845 aßen die meisten Menschen in Irland fast nur Kartoffeln. Überall wurde dieselbe Sorte angebaut und über Knollen vermehrt.

Dann breitete sich ein Erreger aus, der die Kraut- und Knollenfäule verursacht. In wenigen Jahren verfaulten fast alle Kartoffeln. Es kam zu einer großen Hungersnot.

  1. Erläutere , warum alle Kartoffelpflanzen gleiche Merkmale hatten.
  2. Erkläre , warum die Krankheit fast alle Felder gleichzeitig zerstören konnte.
  3. Beurteile die Aussage: „Die ungeschlechtliche Vermehrung ist schuld an der Hungersnot.“
  4. Entwickle Vorschläge, wie Landwirte heute das Risiko verringern können.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Wie wurden sie vermehrt?
Hinweis zu Aufgabe b)
Wenn eine Pflanze anfällig ist …
Hinweis zu Aufgabe c)
Suche auch andere Gründe.
Hinweis zu Aufgabe d)
Vielfalt auf dem Feld.

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Die Kartoffeln wurden ungeschlechtlich über Knollen vermehrt. Alle Pflanzen stammten letztlich von denselben Mutterpflanzen ab und hatten dieselben Erbanlagen — also auch dieselben Merkmale.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Da alle Pflanzen gleich waren, waren sie alle gleich anfällig für den Erreger. Keine Pflanze hatte Merkmale, die sie schützten. So konnte sich die Krankheit ungebremst ausbreiten.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Die Aussage ist zu einfach. Die fehlende Vielfalt der Kartoffeln hat die Ausbreitung stark begünstigt. Dazu kamen aber auch andere Gründe: Die Menschen waren fast nur auf Kartoffeln angewiesen, und es gab zu wenig Hilfe. Die Vermehrungsart ist ein wichtiger Grund, aber nicht der einzige.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Zum Beispiel: verschiedene Kartoffelsorten anbauen, Sorten mit Widerstandskraft gegen Fäule züchten (über Samen, also geschlechtlich), Fruchtwechsel mit anderen Pflanzen, nicht nur eine Pflanzenart als Nahrung nutzen.