Hier sind die 12 häufigsten Fehler zum Kapitel „Auch Pflanzen sind Lebewesen“ — von der Wurzel über die Blüte bis zur Keimung. Lies sie durch: Wer einen Fehler kennt, macht ihn seltener.
Die 12 häufigsten Fehler
1Bestäubung mit Befruchtung verwechseln
So wird es oft gemacht: „Die Biene befruchtet die Blüte.“
Richtig ist: Die Biene bestäubt die Blüte: Sie bringt Pollen auf die Narbe. Die Befruchtung — die Verschmelzung von Spermazelle und Eizelle — geschieht erst danach in der Samenanlage.
Bestäubung = Pollen auf die Narbe. Befruchtung = Spermazelle + Eizelle.
2Samen und Frucht vertauschen
So wird es oft gemacht: „Die Frucht entsteht aus der Samenanlage.“
Richtig ist: Aus der Samenanlage wird der Samen, aus dem Fruchtknoten die Frucht. Die Frucht ist die Hülle, der Samen liegt darin.
Samenanlage → Samen, Fruchtknoten → Frucht.
3Quellung für Keimung halten
So wird es oft gemacht: „Die Bohne ist im Wasser dick geworden, also keimt sie.“
Richtig ist: Dick werden ist Quellung — das schafft auch eine tote Bohne. Keimung heißt: Der Keimling beginnt zu wachsen, zuerst die Keimwurzel.
Quellen = Wasser aufnehmen. Keimen = Wachsen beginnt.
4Licht zu den Keimungsbedingungen zählen
So wird es oft gemacht: „Samen brauchen zum Keimen Wasser, Wärme und Licht.“
Richtig ist: Die Bedingungen sind Wasser, Wärme und Sauerstoff. Bohnen und Kresse keimen auch im Dunkeln; Licht brauchen erst die Laubblätter.
Keimen: Wasser, Wärme, Sauerstoff.
5Die Erde für die Nahrung der Pflanze halten
So wird es oft gemacht: „Die Pflanze ernährt sich mit der Wurzel von der Erde.“
Richtig ist: Die Wurzel nimmt Wasser und gelöste Mineralstoffe auf. Nährstoffe wie Zucker stellt die Pflanze selbst mit Licht in den Blättern her.
Nährstoffe macht das Blatt — aus dem Boden kommen Wasser und Mineralstoffe.
6Die Kartoffelknolle für eine Wurzel halten
So wird es oft gemacht: „Die Kartoffel ist eine Wurzel, weil sie unter der Erde wächst.“
Richtig ist: Die Knolle ist eine verdickte Sprossachse: Sie hat Augen (Knospen), aus denen Triebe wachsen. Die Möhre dagegen ist wirklich eine Wurzel.
Nicht der Ort entscheidet, sondern der Bau.
7Männliche und weibliche Teile verwechseln
So wird es oft gemacht: „Der Stempel ist männlich, weil er in der Mitte steht.“
Richtig ist: Die Staubblätter mit dem Pollen sind männlich. Der Stempel (Fruchtblatt) mit Narbe, Griffel und Fruchtknoten ist weiblich.
Pollen = männlich, Eizelle im Fruchtknoten = weiblich.
8Wurzelhaare mit Seitenwurzeln gleichsetzen
So wird es oft gemacht: „Die Seitenwurzeln sind die Wurzelhaare.“
Richtig ist: Seitenwurzeln sind dicker, verzweigen sich und leben lange. Wurzelhaare sind winzige Ausstülpungen hinter der Spitze, die nur wenige Tage leben.
Wurzelhaare: winzig, zahlreich, kurzlebig — große Oberfläche.
9Mehrere Faktoren auf einmal ändern
So wird es oft gemacht: „Topf A steht hell und wird gegossen, Topf B steht dunkel und bleibt trocken.“
Richtig ist: So weiß man nicht, ob Licht oder Wasser den Unterschied macht. Im fairen Versuch unterscheidet sich jeder Ansatz nur in einem Faktor vom Kontrollansatz.
Ein Versuch — ein Faktor.
10Die größte Pflanze für die gesündeste halten
So wird es oft gemacht: „Die Kresse im Dunkeln ist am höchsten, also wächst sie am besten.“
Richtig ist: Im Dunkeln wird Kresse lang, dünn und gelb — sie verbraucht ihre Vorräte und geht ein. Neben der Höhe zählen Farbe und Kraft.
Lang und gelb heißt: Licht fehlt.
11Ungeschlechtliche Vermehrung über Samen erklären
So wird es oft gemacht: „Bei der ungeschlechtlichen Vermehrung bildet die Pflanze Samen ohne Blüte.“
Richtig ist: Ungeschlechtlich entstehen keine Samen: Neue Pflanzen wachsen direkt aus Ausläufern, Knollen, Zwiebeln oder Stecklingen.
Samen = geschlechtlich. Teil der Mutterpflanze = ungeschlechtlich.
12Einjährig und mehrjährig am Aussehen im Winter festmachen
So wird es oft gemacht: „Die Tulpe ist einjährig, weil man sie im Winter nicht sieht.“
Richtig ist: Die Tulpe ist mehrjährig: Sie überwintert als Zwiebel unter der Erde und blüht jedes Jahr wieder. Einjährige Pflanzen sterben ganz ab und überwintern nur als Samen.
Einjährig = stirbt nach der Samenbildung; überwintert nur als Samen.
