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Ein Herbar anlegen

Ein Projekt für die Schulwiese und ein Fund aus dem Jahr 1926 — was ein Beleg alles verrät.

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Projekt: Herbar der Schulwiese

AFB I–II

Die Klasse 6a legt ein Herbar der Schulwiese an. Jede Gruppe bekommt eine Art. Gruppe 3 hat am 18. Mai 2026 am Rand der Schulwiese des Gymnasiums eine Wiesen-Margerite gefunden; gesammelt hat sie Jonas K.

Frau Petersen gibt den Gruppen eine Pflanzenpresse und einen Stapel Zeitungspapier mit.

  1. Nenne drei Regeln, die die Gruppen beim Sammeln beachten müssen.
  2. Beschreibe, wie die Gruppe die Margerite presst und trocknet.
  3. Erstelle das vollständige Etikett für den Beleg von Gruppe 3.
  4. Erkläre, warum das Papier in den ersten Tagen täglich gewechselt werden muss.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Denk an Häufigkeit, Schutz und Wetter.
Hinweis zu Aufgabe b)
Auslegen, beschweren, Papier wechseln, trocknen lassen.
Hinweis zu Aufgabe c)
Name, Familie, Fundort, Datum, Sammler — die Familie findest du in 2.1.2.
Hinweis zu Aufgabe d)
Wohin geht das Wasser aus der Pflanze?

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Zum Beispiel: nur häufige Arten sammeln, nur ein Exemplar pro Fundort; keine geschützten Arten und nichts aus Naturschutzgebieten; bei trockenem Wetter sammeln; die Pflanze vollständig mit Blüte und Blättern nehmen.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Die Margerite wird ausgebreitet zwischen Zeitungspapier gelegt, sodass sich Blätter und Blüte nicht überlappen; ein Blatt wird umgedreht. Dann kommt sie in die Presse (oder unter schwere Bücher). In den ersten Tagen wird täglich trockenes Papier eingelegt. Nach ein bis zwei Wochen ist sie trocken und wird mit schmalen Klebestreifen auf festes weißes Papier geklebt.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Etikett: Wiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare) · Familie: Korbblütler · Fundort: Rand der Schulwiese am Gymnasium, Wiese · Datum: 18.05.2026 · Sammler: Jonas K. (Die wissenschaftliche Angabe ist ein Plus, aber nicht Pflicht.)

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Das trockene Papier saugt Wasser aus der Pflanze. Dabei wird es selbst feucht. Bleibt feuchtes Papier an der Pflanze, kann es kein Wasser mehr aufnehmen — die Pflanze bleibt feucht, und Schimmelpilze wachsen. Frisches Papier nimmt wieder Wasser auf; so trocknet die Pflanze schnell und behält ihre Farbe.

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Ein Beleg von 1926

AFB II–III

Im Keller der Schule findet die Klasse ein altes Herbar. Auf einem Etikett steht:

Arnika (Arnica montana) · Korbblütler · Heidefläche bei Celle, trockener Sandboden · 12.07.1926 · leg. H. Meyer

Heute wächst auf dieser Heidefläche keine Arnika mehr. Die Art ist in Deutschland besonders geschützt. Ein Mitschüler meint: „Dann sollten wir schnell noch Arnika sammeln, damit auch spätere Klassen einen Beleg haben.“

  1. Werte das Etikett aus: Welche Informationen liefert es?
  2. Erläutere, warum dieser alte Beleg für die Forschung heute besonders wertvoll ist.
  3. Beurteile den Vorschlag des Mitschülers.
  4. Entwickle eine Möglichkeit, geschützte Pflanzen trotzdem zu dokumentieren.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Gehe die Angaben der Reihe nach durch. „leg.“ ist die Abkürzung für „gesammelt von“.
Hinweis zu Aufgabe b)
Vergleiche 1926 und heute.
Hinweis zu Aufgabe c)
Denk an die Regeln für geschützte Arten und an den Sinn eines Herbars.
Hinweis zu Aufgabe d)
Was kann man mitnehmen, ohne die Pflanze zu pflücken?

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Art: Arnika, wissenschaftlicher Name Arnica montana; Familie: Korbblütler; Fundort: Heidefläche bei Celle mit Lebensraum (trockener Sandboden); Funddatum: 12. Juli 1926; Sammler: H. Meyer.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Der Beleg beweist, dass Arnika 1926 an diesem Ort wuchs. Heute ist sie dort verschwunden. Nur dank Fundort und Datum kann man diese Veränderung nachweisen und nach Ursachen suchen (zum Beispiel Düngung, Bebauung, Aufforstung). Außerdem kann man neue Funde mit dem Beleg vergleichen.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Der Vorschlag ist abzulehnen. Arnika ist besonders geschützt — Pflücken ist verboten. Gerade weil die Art selten geworden ist, würde jede entnommene Pflanze den Bestand weiter schwächen. Ein Herbar soll Arten dokumentieren, nicht gefährden.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Zum Beispiel ein Foto-Herbar: die Pflanze vor Ort von allen Seiten fotografieren (Blüte, Blätter, Stängel, Wuchsort) und ein digitales Etikett mit Name, Familie, Fundort, Lebensraum, Datum und Fotograf anlegen. Den Fund kann man zusätzlich an eine Naturschutzstelle melden.