Tulpenzwiebeln im Schulgarten
AFB I–IIIm Oktober pflanzt die Klasse 6c Tulpenzwiebeln. Eine Zwiebel wird vorher längs durchgeschnitten: Innen liegen dicke, weiße Schichten um eine kleine, gelbgrüne Knospe. Unten sitzt eine flache Scheibe mit Wurzelansätzen.
Im April blühen die Tulpen. Der Hausmeister will die Blätter gleich nach der Blüte abmähen, „damit es ordentlich aussieht“.
- Beschreibe den Bau der Tulpenzwiebel mit Fachbegriffen.
- Erkläre, warum die Tulpe schon im März austreiben kann, obwohl es noch kalt ist.
- Begründe, dass der Hausmeister die Blätter stehen lassen sollte.
- Vergleiche Zwiebel und Knolle.
Hinweise
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Hinweis zu Aufgabe c)
Hinweis zu Aufgabe d)
Erwartungshorizont
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Die Zwiebel ist ein gestauchter Spross: Unten sitzt die flache Zwiebelscheibe (Sprossachse) mit den Wurzelansätzen. Darauf stehen dicke, fleischige Speicherblätter in Schichten, außen eine dünne, trockene Schale. In der Mitte liegt die Knospe mit der schon angelegten Blüte.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
In den fleischigen Zwiebelblättern ist Stärke gespeichert. Mit diesen Vorräten kann die Tulpe Blätter und Blüte bilden, bevor sie selbst Nährstoffe herstellen kann. So nutzt sie die Zeit, in der viel Licht den Boden erreicht.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Nach der Blüte bilden die grünen Blätter im Licht neue Nährstoffe. Diese werden in einer neuen Zwiebel gespeichert. Mäht der Hausmeister die Blätter ab, bleibt die neue Zwiebel klein — im nächsten Jahr blüht die Tulpe schwächer oder gar nicht. Erst wenn die Blätter gelb sind, können sie weg.
Erwartungshorizont zu Aufgabe d)
Gemeinsam: Beide sind Speicherorgane im Boden mit Stärke. Unterschiede: Die Zwiebel besteht aus Schichten fleischiger Blätter auf einer Zwiebelscheibe (Tulpe, Schneeglöckchen). Die Knolle ist ein verdickter Teil der Sprossachse oder Wurzel und innen gleichmäßig (Krokus, Kartoffel).
Stärke in der Krokusknolle
AFB II–IIIIodlösung färbt Stärke blauschwarz. Die Klasse schneidet zu drei Zeitpunkten je eine Krokusknolle auf und tropft Iodlösung auf die Schnittfläche.
| Zeitpunkt | Färbung der Schnittfläche |
|---|---|
| Oktober (Knolle ruht) | stark blauschwarz |
| Ende März (nach der Blüte) | nur schwach bläulich |
| Mitte Juni (Blätter welken) | stark blauschwarz |
- Beschreibe die Beobachtungen.
- Deute die Ergebnisse.
- Stelle eine Vermutung auf: Wie färbt sich im Juni eine Knolle, deren Blätter man direkt nach der Blüte abgeschnitten hat?
- Entwickle einen Versuch, mit dem man deine Vermutung überprüfen kann.
Hinweise
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Hinweis zu Aufgabe c)
Hinweis zu Aufgabe d)
Erwartungshorizont
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Im Oktober färbt sich die Schnittfläche stark blauschwarz, Ende März nur noch schwach bläulich, Mitte Juni wieder stark blauschwarz.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Im Herbst ist die Knolle voller Stärke. Beim Austreiben und Blühen im Frühjahr wird die Stärke verbraucht — deshalb Ende März kaum Färbung. Danach bilden die grünen Blätter im Licht neue Nährstoffe, die als Stärke in der Knolle eingelagert werden; im Juni ist sie wieder gefüllt.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Vermutung: Die Knolle färbt sich im Juni nur schwach, weil ohne Blätter keine neuen Nährstoffe gebildet und eingelagert werden konnten.
Erwartungshorizont zu Aufgabe d)
Zum Beispiel: Zwei Gruppen gleich großer Krokusse im Beet markieren. Bei Gruppe A die Blätter direkt nach der Blüte abschneiden, Gruppe B unverändert lassen (Kontrolle). Alles andere gleich lassen (Standort, Gießen). Mitte Juni aus beiden Gruppen mehrere Knollen ausgraben, aufschneiden, mit Iodlösung prüfen und die Färbung vergleichen. Zusätzlich im nächsten Frühjahr die Blüten zählen.
