MINT lernen

Bäume und Sträucher bestimmen

Eine Hecke voller Namen und vier Blätter für einen eigenen Schlüssel — jetzt bestimmst du selbst.

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Die Hecke am Schulhof

AFB I–II

Die Klasse 6b untersucht die Hecke am Schulhof. Dort wachsen mehrere Sträucher und am Ende ein großer Baum. Die Klasse nutzt diesen Schlüssel:

Nr.Merkmalweiter bei
1aBlatt gelappt, Zweige mit DornenWeißdorn
1bBlatt nicht gelappt2
2aBlatt gefiedertSchwarzer Holunder
2bBlatt einfach3
3aBlatt schmal-länglich, Rand glatt, Blätter gegenständigLiguster
3bBlatt rundlich bis herzförmig, Rand gesägt4
4aBlattgrund herzförmig, Pflanze ist ein BaumWinter-Linde
4bBlatt rundlich mit kurzer Spitze, doppelt gesägt, Pflanze ist ein StrauchHaselnuss

Pflanze X: Das Blatt besteht aus einer Fläche. Es ist rundlich mit einer kurzen Spitze und doppelt gesägtem Rand. Aus dem Boden wachsen viele gleich dicke Triebe.
Pflanze Y: Das Blatt besteht aus fünf Blättchen an einer Mittelachse. Die Blüten stehen in großen weißen Schirmen.

  1. Nenne zwei Merkmale, an denen man einen Baum von einem Strauch unterscheidet.
  2. Bestimme die Pflanzen X und Y mit dem Schlüssel. Gib jeweils den Weg an (z. B. 1b → 2b …).
  3. Erläutere, warum im Schlüssel immer zwei Aussagen gegenübergestellt werden.
  4. Tim sagt: „Das Blatt ist grün und acht Zentimeter lang — damit kann ich die Art bestimmen.“ Beurteile seine Aussage.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Denk an den Stamm und daran, wo die Äste beginnen.
Hinweis zu Aufgabe b)
Beginne bei 1. Ist das Blatt gelappt? Ist es gefiedert?
Hinweis zu Aufgabe c)
Was würde passieren, wenn mehrere Aussagen gleichzeitig zutreffen könnten?
Hinweis zu Aufgabe d)
Unterscheiden sich viele Bäume in Farbe und Größe ihrer Blätter?

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Baum: ein kräftiger Stamm, die Krone beginnt erst in der Höhe. Strauch: mehrere etwa gleich dicke Triebe wachsen direkt aus dem Boden; meist niedriger als Bäume.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Pflanze X: 1b → 2b → 3b → 4b: Haselnuss (Strauch, rundliches doppelt gesägtes Blatt). Pflanze Y: 1b → 2a: Schwarzer Holunder (gefiedertes Blatt).

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Die beiden Aussagen schließen sich gegenseitig aus: Genau eine trifft zu. So muss man sich an jeder Stufe eindeutig entscheiden, und jede Pflanze landet auf genau einem Weg bei genau einem Namen. Man arbeitet nur mit einem Merkmal auf einmal.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Die Aussage ist falsch. Fast alle Laubblätter sind grün, und ihre Länge schwankt schon an einer Pflanze stark (Schatten- und Sonnenblätter). Diese Merkmale unterscheiden die Arten nicht. Man braucht arttypische Merkmale wie Blattform, Blattrand, Blattstellung oder Früchte.

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Einen eigenen Schlüssel bauen

AFB II–III

Lara hat im Stadtpark vier Blätter gesammelt: Walnuss (A), Silber-Weide (B), Winter-Linde (C) und Wald-Kiefer (D). Sie möchte einen Bestimmungsschlüssel für ihre kleine Schwester basteln.

ABCD

Ihre Schwester nutzt statt eines Schlüssels lieber eine Bestimmungs-App auf dem Handy: Foto machen, Name erscheint.

  1. Beschreibe jedes der vier Blätter mit zwei Merkmalen.
  2. Entwickle einen Bestimmungsschlüssel mit drei Stufen (je a und b), der zu allen vier Namen führt.
  3. Überprüfe deinen Schlüssel: Führt Blatt C wirklich zur Linde? Schreibe den Weg auf.
  4. Vergleiche Bestimmungs-App und Bestimmungsschlüssel. Nenne je einen Vorteil und einen Nachteil.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Achte auf: einfach oder zusammengesetzt, Nadel oder Blatt, Form, Rand.
Hinweis zu Aufgabe b)
Beginne mit dem Merkmal, das eine Pflanze von allen anderen trennt — zum Beispiel Nadeln.
Hinweis zu Aufgabe c)
Geh deinen Schlüssel mit dem Blatt C Schritt für Schritt durch, ohne Stufen zu überspringen.
Hinweis zu Aufgabe d)
Denk an Genauigkeit, Akku, Netz — und daran, was man beim Bestimmen selbst lernt.

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

A Walnuss: zusammengesetzt (gefiedert), große Blättchen mit glattem Rand. B Weide: einfach, sehr schmal und lang (lanzettlich), fein gesägt. C Linde: einfach, herzförmig, Rand gesägt. D Kiefer: Nadeln, lang und schmal, zu zweit.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Beispiel: 1a Nadeln → Wald-Kiefer; 1b Laubblatt → 2. 2a Blatt gefiedert → Walnuss; 2b Blatt einfach → 3. 3a Blatt schmal, mindestens viermal so lang wie breit → Silber-Weide; 3b Blatt herzförmig, fast so breit wie lang → Winter-Linde. Andere Reihenfolgen sind richtig, wenn die Aussagen sich ausschließen und jede Art genau einmal erreicht wird.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Mit dem Beispielschlüssel: 1b (keine Nadeln) → 2b (einfach) → 3b (herzförmig) → Winter-Linde. Der Schlüssel funktioniert, wenn Blatt C auf keiner Stufe beide Aussagen erfüllt.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

App: schnell und bequem, kennt sehr viele Arten; aber sie kann sich irren (schlechtes Foto, ähnliche Arten), braucht Akku und oft Netz, und man lernt die Merkmale nicht. Schlüssel: man schaut genau hin und versteht, warum eine Art so heißt; dafür ist er langsamer und man braucht Fachbegriffe. Sinnvoll: App-Ergebnis mit Merkmalen im Schlüssel oder Buch überprüfen.