Expedition an den Dorfteich
AFB I–IIDie Klasse 5c erkundet mit Frau Yilmaz den Dorfteich. Alle Tiere, die sie entdecken, schwimmen oder leben am Wasser. Die Kinder notieren:
| Tier | Beobachtung |
|---|---|
| Stockente | schwimmt und gründelt; Körper mit Federn bedeckt; Nest mit zehn Eiern im Schilf |
| Teichfrosch | sitzt am Ufer und springt ins Wasser; Haut glatt und nass; im Frühjahr Laichballen im Wasser |
| Ringelnatter | schwimmt mit erhobenem Kopf; Haut mit trockenen Schuppen; legt Eier mit lederartiger Schale in einen warmen Komposthaufen |
| Bisamratte | schwimmt und baut eine Burg aus Pflanzen; dichtes Fell; säugt ihre Jungen |
| Rotfeder | schwimmt im Schwarm; Körper mit Schuppen bedeckt; bewegt die Kiemendeckel |
Jonas meint: „Die leben alle im Teich — dann gehören sie bestimmt auch alle in dieselbe Gruppe.“
- Nenne drei Merkmale im Körperbau, die alle fünf Tiere gemeinsam haben und sie zu Wirbeltieren machen.
- Gib für jedes der fünf Tiere seine Wirbeltierklasse an.
- Vergleiche Teichfrosch und Ringelnatter in ihrer Körperbedeckung und ihrer Fortpflanzung.
- Begründe, warum Jonas mit seiner Vermutung falschliegt.
Hinweise
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Hinweis zu Aufgabe c)
Hinweis zu Aufgabe d)
Erwartungshorizont
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Alle fünf haben eine Wirbelsäule aus vielen einzelnen Wirbeln, ein Innenskelett aus Knochen und einen Schädel, der das Gehirn schützt.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Stockente: Vogel (Federn, Eier). Teichfrosch: Amphibie (nackte, nasse Haut, Laich im Wasser). Ringelnatter: Reptil (trockene Schuppen, Eier mit Schale an Land). Bisamratte: Säugetier (Fell, säugt ihre Jungen). Rotfeder: Fisch (Schuppen, Kiemen).
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Gemeinsam: Beide sind Wirbeltiere und wechselwarm, beide atmen mit einer Lunge. Unterschiede in der Körperbedeckung: Der Frosch hat eine nackte, feuchte Haut ohne Schuppen, die Ringelnatter eine trockene Haut mit Hornschuppen. Unterschiede in der Fortpflanzung: Der Frosch legt Laich ohne Schale ins Wasser, daraus schlüpfen Kaulquappen mit Kiemen. Die Ringelnatter legt Eier mit einer lederartigen Schale an Land; die Wärme im Komposthaufen brütet sie aus, und die Jungen sehen gleich aus wie kleine Schlangen.
Erwartungshorizont zu Aufgabe d)
Wirbeltiere werden nicht nach dem Lebensraum geordnet, sondern nach ihren Merkmalen: Körperbedeckung, Atmung, Fortpflanzung und Körpertemperatur. Darin unterscheiden sich die fünf Tiere deutlich (Federn, nackte Haut, Hornschuppen, Fell, Schuppen; Kiemen oder Lunge; Laich, Eier mit Schale oder lebende Junge; gleichwarm oder wechselwarm). Dass alle schwimmen können, zeigt nur, dass sie an das Leben am Wasser angepasst sind. Sie gehören deshalb zu fünf verschiedenen Klassen.
Rätsel im Zoo-Aquarium
AFB II–IIIIm Aquarium des Zoos sitzt ein seltsames Tier. Es ist etwa 25 cm lang, hat vier Beine mit Zehen und einen langen, flachen Ruderschwanz. Seine Haut ist nackt, glatt und schleimig — Schuppen hat es keine. Am Kopf trägt es auf jeder Seite drei rote, fedrige Büschel: seine Außenkiemen.
Das Tier bleibt sein ganzes Leben im Wasser und atmet mit den Kiemen. Ab und zu schwimmt es nach oben und schnappt Luft. Das Weibchen heftet Eier mit einer Gallerthülle an Wasserpflanzen. Das Wasser im Becken ist 16 °C kalt — das Tier ist genauso kalt.
Tim sagt: „Kiemen und immer im Wasser — das ist ein Fisch!“ Mia widerspricht: „Es hat vier Beine und einen Schwanz. Das ist eine Eidechse!“
- Erstelle einen Steckbrief des Tieres nach den vier Ordnungsmerkmalen der Wirbeltiere.
- Überprüfe die Aussagen von Tim und Mia.
- Ordne das Tier begründet in eine Wirbeltierklasse ein.
- Beurteile die Regel „Wer Kiemen hat, ist ein Fisch.“
Hinweise
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Hinweis zu Aufgabe c)
Hinweis zu Aufgabe d)
Erwartungshorizont
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Körperbedeckung: nackte, glatte, schleimige Haut ohne Schuppen. Atmung: Außenkiemen, ein Leben lang; zusätzlich schnappt es Luft (Lunge). Fortpflanzung: Eier mit Gallerthülle (Laich) im Wasser. Körpertemperatur: wechselwarm — es ist so kalt wie das Wasser.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Tim stützt sich auf die Kiemen und den Lebensraum. Der Lebensraum zählt beim Ordnen nicht. Gegen einen Fisch sprechen: keine Schuppen, vier Beine mit Zehen statt Flossen, Kiemen als äußere Büschel ohne Kiemendeckel, das Luftschnappen. Mia stützt sich auf Beine und Schwanz, also auf das Aussehen. Eidechsen sind Reptilien: Sie haben eine trockene Haut mit Hornschuppen und legen Eier mit Schale an Land. Das Tier hat dagegen nackte Haut und legt Laich ins Wasser. Beide Aussagen sind also falsch.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Das Tier ist eine Amphibie: nackte, feuchte Haut ohne Schuppen, Laich mit Gallerthülle im Wasser, wechselwarm. Die Außenkiemen kennt man von Amphibienlarven, etwa von jungen Kaulquappen und Molchlarven. Es handelt sich um den Axolotl, einen Schwanzlurch aus Mexiko. Er behält sein Leben lang die Gestalt einer Larve mit Kiemen und wird trotzdem erwachsen und bekommt Nachwuchs.
Erwartungshorizont zu Aufgabe d)
Die Regel stimmt nicht immer. Zwar atmen alle Fische mit Kiemen, aber auch Kaulquappen und Molchlarven haben Kiemen — und der Axolotl sogar sein ganzes Leben lang. Ein einzelnes Merkmal reicht zum Ordnen nicht aus. Man muss immer mehrere Merkmale zusammen betrachten: Bei Fischen gehören zu den Kiemen auch Schuppen und Flossen. Eine bessere Regel wäre: „Wer Schuppen, Flossen und ein Leben lang Kiemen hat, ist ein Fisch.“
