Blaumeisen im Nistkasten
AFB I–IIFamilie Özdemir hat im Garten einen Nistkasten mit einer kleinen Kamera. Im April legt ein Blaumeisen-Weibchen neun Eier hinein. Etwa zwei Wochen lang sitzt es fast ununterbrochen darauf. Dann schlüpfen die Küken: nackt und mit geschlossenen Augen.
Ab jetzt fliegen beide Eltern jeden Tag mehrere hundert Mal mit Raupen zum Kasten. Nach etwa drei Wochen verlassen die Jungvögel mit Federkleid den Kasten. Zur selben Zeit sieht die Familie am Teich eine Stockente mit zehn Küken. Die flauschigen Küken schwimmen schon am ersten Tag hinter der Mutter her und picken selbst nach Futter.
- Nenne zwei Beobachtungen, an denen man erkennt, dass Blaumeisen Nesthocker sind.
- Beschreibe die Brutpflege der Blaumeisen vom Legen der Eier bis zum Ausfliegen.
- Vergleiche die frisch geschlüpften Küken der Blaumeise mit denen der Stockente. Nenne eine Gemeinsamkeit und zwei Unterschiede.
- Erläutere, warum das Weibchen die Eier fast ununterbrochen bebrüten muss.
Hinweise
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Hinweis zu Aufgabe c)
Hinweis zu Aufgabe d)
Erwartungshorizont
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Zwei davon: Die Küken schlüpfen nackt (ohne Federn). Ihre Augen sind geschlossen. Sie bleiben etwa drei Wochen im Nistkasten. Sie werden von den Eltern gefüttert.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Das Weibchen legt die Eier mit Kalkschale in den Nistkasten und bebrütet sie etwa zwei Wochen lang mit seiner Körperwärme. Nach dem Schlüpfen wärmen und schützen die Eltern die nackten Küken. Beide Eltern füttern sie täglich mehrere hundert Mal mit Raupen. Nach etwa drei Wochen ist den Jungen ein Federkleid gewachsen und sie verlassen den Kasten.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Gemeinsamkeit: Beide schlüpfen aus Eiern mit Kalkschale, die von der Mutter bebrütet wurden; beide werden von den Eltern beschützt. Unterschiede: Die Blaumeisen-Küken sind nackt, die Entenküken haben ein Daunenkleid. Die Blaumeisen-Küken haben geschlossene Augen und bleiben im Nest, die Entenküken sehen und schwimmen gleich hinter der Mutter her. Blaumeisen werden gefüttert, Entenküken picken ihr Futter selbst. Die Blaumeise ist ein Nesthocker, die Stockente ein Nestflüchter.
Erwartungshorizont zu Aufgabe d)
Damit sich das Küken im Ei entwickeln kann, braucht es gleichmäßige Wärme, etwa so warm wie der Körper des gleichwarmen Vogels. Ohne Brüten kühlen die Eier an der Luft schnell ab und die Entwicklung stockt oder die Küken sterben. Deshalb verlässt das Weibchen die Eier nur kurz, zum Beispiel zum Fressen.
Daunen im Test
AFB II–IIIDie Klasse 5b untersucht, wie gut Daunen warm halten. Sie füllt zwei gleiche Gläser mit je 200 mL Wasser von 50 °C. Glas A bleibt, wie es ist. Glas B steckt in einem Beutel, der dick mit Daunen gefüllt ist. Alle zehn Minuten wird die Wassertemperatur gemessen:
| Zeit in min | 0 | 10 | 20 | 30 |
|---|---|---|---|---|
| Glas A (ohne) in °C | 50 | 42 | 36 | 32 |
| Glas B (Daunen) in °C | 50 | 47 | 44 | 42 |
Lina sagt danach: „Eine Ente braucht im Winter nicht mehr zu fressen als im Sommer. Ihre Daunen halten sie ja warm.“
- Werte die Messreihe aus.
- Erkläre mit dem Aufbau der Daunen, warum Glas B langsamer abkühlt.
- Beurteile Linas Aussage.
- Entwickle einen Versuch, mit dem du prüfen kannst, ob nasse Daunen genauso gut warm halten wie trockene.
Hinweise
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Hinweis zu Aufgabe c)
Hinweis zu Aufgabe d)
Erwartungshorizont
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Beide Gläser kühlen ab. Glas A verliert in 30 Minuten 18 °C (von 50 auf 32 °C), Glas B nur 8 °C (von 50 auf 42 °C). Glas B kühlt also deutlich langsamer ab, weniger als halb so stark. Die Daunen halten die Wärme besser im Glas.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Daunen haben einen kurzen Schaft und viele weiche, lockere Äste ohne Häkchen. Zwischen den Ästen steckt viel Luft. Die ruhende Luft leitet Wärme schlecht, sie bildet ein Luftpolster um das Glas. So gelangt weniger Wärme nach außen.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Die Aussage stimmt nicht. Daunen verringern den Wärmeverlust, verhindern ihn aber nicht: Auch Glas B wurde kälter. Die Ente ist gleichwarm und muss ihre Körpertemperatur immer bei etwa 40 °C halten. Im Winter ist es draußen kälter, sie verliert mehr Wärme. Diese Wärme muss sie aus der Nahrung ersetzen. Deshalb braucht sie im Winter eher mehr Nahrung, nicht weniger.
Erwartungshorizont zu Aufgabe d)
Zum Beispiel: Zwei gleiche Gläser mit gleich viel Wasser von 50 °C füllen. Beide in gleich große Beutel mit gleich viel Daunen stecken, die Daunen des einen Beutels vorher nass machen. Alle zehn Minuten die Temperatur messen und in eine Tabelle eintragen. Erwartung: Nasse Daunen verkleben, die Luft zwischen den Ästen wird verdrängt — das Glas kühlt schneller ab. Jeder faire Versuch, bei dem nur „nass oder trocken“ verändert wird und die Temperatur gemessen wird, ist richtig. (Enten fetten ihr Gefieder mit dem Öl ihrer Bürzeldrüse ein, damit die Daunen trocken bleiben.)
