Leos Leopardgecko
AFB I–IILeo hält zwei Leopardgeckos, ein Männchen und ein Weibchen. Die kleinen Echsen leben in einem Terrarium mit Sand, Steinen und einer Wärmelampe. Ein flaches Wasserschälchen zum Trinken steht in der Ecke. Die Haut der Geckos ist trocken und mit winzigen Hornschuppen bedeckt.
Alle paar Wochen wird ein Gecko ganz blass. Kurz darauf reibt er sich an den Steinen und zieht sich eine dünne, weiße Haut vom Körper. Im Frühjahr legt das Weibchen zwei Eier mit weicher, lederartiger Schale in eine Ecke mit leicht feuchtem Sand. Das Weibchen kümmert sich danach nicht mehr um die Eier. Leo legt sie in einen Brutkasten, in dem es gleichmäßig warm ist. Nach etwa acht Wochen schlüpfen zwei kleine Geckos.
- Nenne drei Merkmale aus dem Text, an denen du erkennst, dass der Leopardgecko ein Reptil ist.
- Beschreibe, was bei der Häutung des Geckos geschieht, und gib den Grund dafür an.
- Erkläre, warum Leo die Eier in einen warmen Brutkasten legt, obwohl die Mutter nicht brütet.
- Leos Schwester meint: „Für die Babys brauchst du ein Wasserbecken, darin wachsen sie doch auf.“ Begründe, dass Leo kein Wasserbecken für die Jungtiere braucht.
Hinweise
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Hinweis zu Aufgabe c)
Hinweis zu Aufgabe d)
Erwartungshorizont
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Zum Beispiel: trockene Haut mit Hornschuppen; Eier mit (weicher, lederartiger) Schale; die Eier werden an Land abgelegt (im Sand). Außerdem möglich: Die Jungtiere schlüpfen als fertige kleine Geckos. Drei richtige Merkmale genügen.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Vor der Häutung wird der Gecko blass, weil sich die alte Hornhaut von der neuen darunter löst. Er reibt sich an Steinen und zieht die alte Haut in Stücken ab. Darunter ist schon eine neue, größere Haut. Grund: Die Hornschicht wächst nicht mit. Wenn der Gecko wächst, wird sie zu eng und muss ersetzt werden.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Reptilien brüten ihre Eier meist nicht selbst aus. In der Natur übernimmt das die Wärme von Sonne und Boden. Im Zimmer fehlt diese Wärme. Der Brutkasten hält die Eier gleichmäßig warm, damit sich die Jungtiere im Ei entwickeln können.
Erwartungshorizont zu Aufgabe d)
Reptilien machen keine Metamorphose. Aus dem Ei schlüpft ein fertiger kleiner Gecko, der schon aussieht wie seine Eltern und von Anfang an mit Lungen atmet. Er hat keine Kiemen und lebt an Land. Ein Wasserbecken wie für Kaulquappen braucht er nicht — ein Trinkschälchen genügt.
Frosch und Kreuzotter im Moor
AFB II–IIIIm Naturschutzgebiet „Großes Moor“ leben Grasfrösche und Kreuzottern. Die Kreuzotter ist eine Giftschlange, die vor allem Mäuse und junge Frösche frisst. Eine Rangerin hat für die Klasse 5b einen Steckbrief der beiden Tiere vorbereitet:
| Merkmal | Grasfrosch | Kreuzotter |
|---|---|---|
| Haut | nackt, feucht, mit Schleimdrüsen | trocken, mit Hornschuppen |
| Atmung (erwachsen) | Lungen und Haut | nur Lungen |
| Befruchtung | außerhalb des Körpers, im Wasser | im Körper des Weibchens |
| Nachwuchs | 1000–4000 Eier als Laichballen im Tümpel | 5–15 Junge; sie schlüpfen bei der Geburt aus dünnen Eihüllen |
| Jungtiere | Kaulquappen mit Kiemen | etwa 18 cm lange Schlangen |
Im März wandern die Grasfrösche zu den Tümpeln im Moor. Die Kreuzottern bleiben an ihren sonnigen Plätzen zwischen Heidekraut und Baumstümpfen.
- Werte den Steckbrief aus: Stelle zusammen, welche Angaben den Grasfrosch als Amphibie und die Kreuzotter als Reptil ausweisen.
- Erläutere, warum die Grasfrösche im März zu den Tümpeln wandern müssen, die Kreuzottern aber nicht.
- Mia sagt: „Die Kreuzotter bringt lebende Junge zur Welt. Also ist sie ein Säugetier.“ Widerlege Mias Aussage.
- Das Moor soll trockengelegt werden, damit dort Äcker entstehen. Die Tümpel verschwinden, das Heidekraut bleibt vorerst. Beurteile, welches der beiden Tiere davon zuerst und am stärksten betroffen wäre.
Hinweise
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Hinweis zu Aufgabe c)
Hinweis zu Aufgabe d)
Erwartungshorizont
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Grasfrosch als Amphibie: nackte, feuchte Haut mit Schleimdrüsen; atmet auch über die Haut; Befruchtung außerhalb des Körpers im Wasser; Laich ohne Schale im Tümpel; Kaulquappen mit Kiemen (Metamorphose). Kreuzotter als Reptil: trockene Haut mit Hornschuppen; atmet nur mit Lungen; innere Befruchtung; Jungtiere sehen schon aus wie kleine Schlangen, keine Metamorphose.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Der Grasfrosch ist zur Fortpflanzung an Wasser gebunden: Die Befruchtung findet außerhalb des Körpers im Wasser statt, der Laich hat keine Schale und würde an Land austrocknen, und die Kaulquappen atmen mit Kiemen im Wasser. Deshalb wandern die Frösche im Frühjahr zu den Tümpeln. Die Kreuzotter befruchtet innerlich und ihre Jungen entwickeln sich im Körper der Mutter. Ihre Haut mit Hornschuppen schützt sie an Land vor dem Austrocknen. Sie braucht kein Gewässer.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Lebende Junge allein machen kein Säugetier. Säugetiere haben Haare bzw. Fell und säugen ihre Jungen mit Milch. Die Kreuzotter hat keine Haare, sondern Hornschuppen, und sie säugt ihre Jungen nicht. Ihre Jungen entwickeln sich in Eihüllen im Körper der Mutter und schlüpfen bei der Geburt. Sie atmet nur mit Lungen und hat eine innere Befruchtung — sie ist ein Reptil, das seine Eier bis zur Geburt im Körper behält.
Erwartungshorizont zu Aufgabe d)
Am stärksten und zuerst betroffen wäre der Grasfrosch: Ohne Tümpel kann er sich nicht mehr fortpflanzen, weil Laich und Kaulquappen Wasser brauchen. Auch seine feuchte Haut braucht eine feuchte Umgebung. Die Kreuzotter ist vom Wasser unabhängig und käme zunächst zurecht. Später wäre aber auch sie betroffen: Junge Frösche sind ein Teil ihrer Nahrung, und ohne Moor verschwinden auch Heide und Mäuse nach und nach. Ein begründetes Urteil mit beiden Gesichtspunkten ist richtig.
