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Fische – Leben im Wasser

Ein reißender Gebirgsbach und ein ruhiger Baggersee — zwei Orte, an denen du Fische beim Atmen, Steuern und Laichen beobachtest.

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Forellen im Gebirgsbach

AFB I–II

Jonas steht auf einer kleinen Brücke über einem Gebirgsbach. Das Wasser fließt schnell. Unter ihm stehen drei Bachforellen fast still an einer Stelle — mit dem Kopf gegen die Strömung. Nur ihr Schwanz bewegt sich leicht hin und her, und die Flossen an den Seiten zittern ein wenig.

Jonas sieht, dass die Fische immer wieder das Maul öffnen und schließen. Gleichzeitig heben und senken sich seitlich am Kopf zwei Deckel. Als Jonas unten am Ufer kräftig auf einen Stein springt, flitzen alle drei Forellen sofort davon — obwohl sie ihn unter der Brücke gar nicht sehen konnten.

  1. Nenne vier Merkmale im Körperbau der Forelle, die sie an das Leben im Wasser anpassen.
  2. Beschreibe, wie die Forelle atmet. Gehe dabei auf die Bewegungen ein, die Jonas beobachtet.
  3. Erkläre, warum die Forellen davonschwimmen, obwohl sie Jonas nicht sehen konnten.
  4. Begründe, warum die Forellen in der Strömung ruhig an einer Stelle bleiben können, ohne weggetrieben zu werden oder umzukippen.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Denk an Körperform, Körperbedeckung, Flossen, Atmung und Sinnesorgane.
Hinweis zu Aufgabe b)
Die zwei Deckel am Kopf sind die Kiemendeckel. Verfolge den Weg des Wassers vom Maul bis nach draußen.
Hinweis zu Aufgabe c)
Ein Sprung auf einen Stein bringt das Wasser zum Zittern. Welches Sinnesorgan spürt das?
Hinweis zu Aufgabe d)
Überlege, was jede Flossengruppe tut und was die Körperform mit dem Wasserwiderstand zu tun hat.

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Vier der folgenden: Stromlinienform (vorne spitz, hinten schmal); Schuppen als Schutz; Schleimschicht (glatt, schützt vor Krankheitserregern); Flossen zum Antreiben, Steuern und Stabilisieren; Kiemen zur Atmung im Wasser; Seitenlinienorgan zum Spüren von Wasserbewegungen; Schwimmblase zum Schweben.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Die Forelle öffnet das Maul, Wasser strömt hinein. Sie schließt das Maul und drückt das Wasser nach hinten zu den Kiemen. Dort fließt es an den dünnen, gut durchbluteten Kiemenblättchen vorbei. Der im Wasser gelöste Sauerstoff geht ins Blut über. Dann heben sich die Kiemendeckel, und das Wasser fließt seitlich hinaus. Das Öffnen und Schließen von Maul und Kiemendeckeln ist die Atembewegung, die Jonas sieht.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Der Sprung erschüttert den Boden, und das Wasser gerät in Bewegung. Das Seitenlinienorgan an beiden Körperseiten der Forelle spürt diese Wasserbewegungen. So bemerken die Fische eine mögliche Gefahr, auch wenn sie sie nicht sehen, und fliehen.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Durch die Stromlinienform strömt das Wasser leicht um den Körper herum, die Strömung schiebt wenig. Die Schwanzflosse bewegt sich leicht hin und her und treibt die Forelle genau so stark nach vorn, wie die Strömung sie zurückdrückt. Brust- und Bauchflossen (das Zittern an den Seiten) steuern fein nach und bremsen. Rücken- und Afterflosse halten die Forelle aufrecht, sodass sie nicht umkippt.

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Laichzeit am Baggersee

AFB II–III

Im Frühling laichen im Baggersee die Hechte. Ein Hechtweibchen legt seine Eier zwischen Wasserpflanzen ab, die Männchen geben die Samenzellen dazu. Danach schwimmen alle davon. Im selben See baut ein Stichlingsmännchen am Grund ein Nest aus Pflanzenteilen. Ein Weibchen legt seine Eier hinein, das Männchen befruchtet sie und bewacht das Nest, bis die Jungfische groß genug sind.

Die Klasse 5c vergleicht die beiden Fische mit einem Säugetier aus Kapitel 1:

TierNachkommen je Wurf oder LaichBefruchtungPflege der Jungen
Hecht (Weibchen, 4 kg)etwa 100 000 Eieraußerhalb des Körperskeine
Dreistachliger Stichlingetwa 300 Eieraußerhalb des KörpersMännchen bewacht Nest und Jungfische
Hündinetwa 6 Welpenim Körpersäugt und pflegt viele Wochen
  1. Vergleiche die Fortpflanzung von Hecht und Hündin mithilfe der Tabelle. Nenne zwei Unterschiede.
  2. Deute die sehr große Zahl der Hechteier: Was hat sie mit der Art der Befruchtung und der fehlenden Pflege zu tun?
  3. Stelle eine Vermutung auf, warum der Stichling mit viel weniger Eiern auskommt als der Hecht.
  4. Beurteile die Aussage von Mats: „Wenn jedes Hechtweibchen 100 000 Eier legt, ist der See in zwei Jahren voller Hechte.“

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Vergleiche Zeile für Zeile: Anzahl, Ort der Befruchtung, Pflege.
Hinweis zu Aufgabe b)
Stell dir die Eier zwischen den Pflanzen vor: Wer passt auf sie auf? Wer frisst sie vielleicht?
Hinweis zu Aufgabe c)
Was macht das Stichlingsmännchen anders als die Hechte?
Hinweis zu Aufgabe d)
Überlebt jedes Ei? Denk an Fressfeinde — und daran, dass auch der Hecht selbst Fische frisst.

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Zwei der folgenden Unterschiede: Das Hechtweibchen legt etwa 100 000 Eier, die Hündin bekommt nur etwa 6 Welpen. Beim Hecht werden die Eier außerhalb des Körpers im Wasser befruchtet, bei der Hündin im Körper. Die Hündin bringt lebende Junge zur Welt und säugt sie, der Hecht legt Eier und kümmert sich gar nicht um den Nachwuchs.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Die Eier liegen ungeschützt zwischen den Pflanzen. Bei der Befruchtung im Wasser treffen nicht alle Samenzellen auf ein Ei, manche Eier bleiben unbefruchtet. Viele Eier und Jungfische werden von anderen Tieren gefressen, und niemand beschützt sie. Nur weil so viele Eier gelegt werden, überleben am Ende trotzdem einige Hechte.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Vermutung: Beim Stichling überleben mehr Eier und Jungfische, weil das Männchen das Nest baut und bewacht und Fressfeinde vertreibt. Deshalb reichen weniger Eier aus, damit genug Nachkommen groß werden. Jede begründete Vermutung, die die Brutpflege nennt, ist richtig.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Die Aussage ist falsch. Von den 100 000 Eiern werden viele nicht befruchtet, und die meisten Eier und Jungfische werden gefressen — auch von anderen Fischen und sogar von größeren Hechten. Nur sehr wenige werden erwachsen. Außerdem gibt es im See nur begrenzt Nahrung für Hechte. Die Zahl der Hechte bleibt deshalb über die Jahre ungefähr gleich. Mats übersieht, dass die vielen Eier gerade deshalb nötig sind, weil so viele sterben.