Krötenzaun an der Waldstraße
AFB I–IIJedes Frühjahr wandern Erdkröten aus dem Wald zu dem Teich, in dem sie selbst geschlüpft sind. Dabei müssen sie eine Straße überqueren. Die Klasse 5c hilft beim Krötenzaun: Die Kröten laufen am Zaun entlang, fallen in eingegrabene Eimer und werden morgens über die Straße getragen. Die Kinder zählen jeden Morgen die Tiere und notieren das Wetter der Nacht:
| Nacht | 3. März | 8. März | 12. März | 15. März | 18. März | 22. März |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Temperatur | 1 °C | 4 °C | 7 °C | 8 °C | 9 °C | 6 °C |
| Wetter | klar, Frost | trocken | Regen | trocken, windig | Nieselregen | Regen |
| Erdkröten | 0 | 3 | 146 | 21 | 203 | 118 |
- Lies aus der Tabelle ab, in welcher Nacht die meisten und in welcher die wenigsten Kröten gezählt wurden.
- Werte die Tabelle aus: Bei welchem Wetter wandern besonders viele Kröten?
- Erkläre mit dem Bau der Krötenhaut, warum die Tiere in trockenen, windigen Nächten kaum wandern.
- Begründe, warum die Erdkröten den gefährlichen Weg zum Teich überhaupt auf sich nehmen müssen.
Hinweise
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Hinweis zu Aufgabe c)
Hinweis zu Aufgabe d)
Erwartungshorizont
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Die meisten Kröten (203) wurden in der Nacht zum 18. März gezählt, die wenigsten (0) in der Nacht zum 3. März.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Viele Kröten wandern, wenn es regnet oder nieselt und die Nacht nicht zu kalt ist (etwa 6 bis 9 °C: 146, 203 und 118 Tiere). In trockenen Nächten sind es wenige (3 und 21), auch wenn es mild ist. Bei Frost wandert keine Kröte.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Die Haut der Kröte ist nackt: Sie hat keine Schuppen, keine Haare und keine Federn, die sie schützen. Sie wird nur von Drüsen feucht gehalten. In trockener, windiger Luft verdunstet schnell Wasser aus der Haut — die Kröte würde austrocknen. Außerdem atmet sie auch über die Haut, und das geht nur, wenn die Haut feucht ist. Deshalb bleibt sie bei Trockenheit im Versteck.
Erwartungshorizont zu Aufgabe d)
Erdkröten pflanzen sich im Wasser fort. Ihre Eier haben keine feste Schale, nur eine Gallerthülle — an Land würden sie vertrocknen. Die Befruchtung findet außerhalb des Körpers im Wasser statt. Die Larven (Kaulquappen) atmen mit Kiemen und können nur im Wasser leben. Ohne Laichgewässer gäbe es also keinen Nachwuchs.
Ein Teich für Molche
AFB II–IIIFamilie Yıldız legt im Garten einen kleinen Teich an. Tochter Elif möchte, dass sich dort Teichmolche ansiedeln. Im Frühjahr legt das Molchweibchen einzelne Eier ab und wickelt jedes in ein Blatt einer Wasserpflanze. Die Larven fressen kleine Wassertiere und gehen im Spätsommer an Land. Erwachsene Teichmolche leben den Rest des Jahres an Land und verstecken sich tagsüber unter Steinen, Holz und Laub.
Die Familie hat mehrere Ideen gesammelt:
- Onkel Mehmet: „Setzt ein paar Goldfische ein, dann ist mehr los im Teich.“
- Vater: „Wir mauern steile, glatte Wände, dann bleibt das Ufer sauber.“
- Mutter: „Den Teich legen wir mitten auf den Rasen in die volle Sonne, ohne Pflanzen.“
- Vergleiche die Molchlarve mit dem erwachsenen Teichmolch in Atmung und Lebensraum.
- Erläutere, warum der Molch in seinem Leben sowohl den Teich als auch einen feuchten Lebensraum an Land braucht.
- Beurteile die drei Ideen der Familie.
- Entwickle einen Plan für einen molchfreundlichen Gartenteich mit Umgebung. Nenne mindestens vier Bestandteile und begründe jeden.
Hinweise
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Hinweis zu Aufgabe c)
Hinweis zu Aufgabe d)
Erwartungshorizont
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Die Larve lebt nur im Wasser und atmet mit Kiemen (zuerst Außenkiemen). Der erwachsene Molch hat Lungen und atmet zusätzlich über die feuchte Haut. Er lebt den größten Teil des Jahres an Land, kommt aber zur Fortpflanzung ins Wasser. Gemeinsam: Beide haben nackte Haut und behalten ihren Schwanz.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Den Teich braucht er zur Fortpflanzung: Die Eier haben keine Schale und würden an Land vertrocknen, die Larven atmen mit Kiemen und können nur im Wasser leben. An Land lebt der erwachsene Molch den Rest des Jahres. Weil seine nackte Haut schnell austrocknet, braucht er dort feuchte, schattige Verstecke wie Steine, Holz und Laub.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Goldfische: schlecht — Fische fressen Molcheier und Larven, der Nachwuchs hätte kaum eine Chance. Steile, glatte Wände: schlecht — die jungen Molche könnten nach der Metamorphose nicht an Land klettern und würden ertrinken, erwachsene Tiere kämen schwer hinein und hinaus. Volle Sonne ohne Pflanzen: schlecht — es gäbe keine Blätter für die Eiablage, keine Verstecke und keinen Schatten; am Ufer würde die nackte Haut austrocknen. Keine der drei Ideen hilft den Molchen.
Erwartungshorizont zu Aufgabe d)
Zum Beispiel: (1) Wasserpflanzen mit weichen Blättern — für die Eiablage und als Versteck der Larven. (2) Flaches Ufer mit Steinen oder einem Brett als Ausstieg — damit die Jungmolche an Land kommen. (3) Keine Fische im Teich — damit Eier und Larven nicht gefressen werden. (4) Teich im Halbschatten — damit das Wasser nicht zu warm wird und das Ufer feucht bleibt. (5) Laub-, Holz- oder Steinhaufen in der Nähe — als feuchte Tagesverstecke für die erwachsenen Molche. Jeder sinnvolle, begründete Bestandteil ist richtig.
