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Züchtung durch Auswahl

Ein Zuchtbuch für Blindenführhunde und eine Anzeige für „extra niedliche“ Welpen — was Züchtung leisten kann und wo sie Tieren schadet.

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Das Zuchtbuch der Blindenführhunde

AFB I–II

Ein Blindenführhund führt einen blinden Menschen sicher durch die Stadt. Er muss ruhig bleiben, auch wenn es laut ist, darf sich nicht ablenken lassen und muss gern lernen. Ein Verein züchtet dafür Labradore. Mit etwa einem Jahr machen die jungen Hunde eine Prüfung.

Im Zuchtbuch steht, wie viele Hunde jeder Generation die Prüfung bestanden haben (Beispielzahlen):

Generationgeprüfte Hundebestanden
1 (Start)204
2207
32010
42012
52013

Eltern der nächsten Generation werden immer nur Hunde, die die Prüfung bestanden haben.

  1. Nenne das Zuchtziel des Vereins mit drei Merkmalen aus dem Text.
  2. Beschreibe, wie sich die Zahl der bestandenen Hunde von Generation 1 bis Generation 5 entwickelt.
  3. Erkläre mit dem Begriff „künstliche Auslese“, warum immer mehr Hunde die Prüfung bestehen.
  4. Stelle eine Vermutung auf, ob in Generation 6 alle 20 Hunde bestehen werden.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Such im ersten Absatz nach Eigenschaften, die ein Blindenführhund haben muss.
Hinweis zu Aufgabe b)
Vergleiche die Spalte „bestanden“ von oben nach unten. Wird der Anstieg größer oder kleiner?
Hinweis zu Aufgabe c)
Wer darf Welpen bekommen? Und wem ähneln die Welpen?
Hinweis zu Aufgabe d)
Schau, um wie viel die Zahl zuletzt noch gestiegen ist. Denk auch daran, dass Welpen ihren Eltern nie ganz genau gleichen.

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Zuchtziel: ein Hund, der als Blindenführhund geeignet ist — er bleibt auch bei Lärm ruhig, lässt sich nicht ablenken und lernt gern.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Die Zahl der bestandenen Hunde steigt von Generation zu Generation: von 4 über 7, 10 und 12 auf 13 von 20 Hunden. Am Anfang steigt sie stark (um 3), später nur noch wenig (um 2, dann um 1).

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Der Verein wählt nur Hunde mit bestandener Prüfung als Eltern aus. Weil der Mensch auswählt, ist das künstliche Auslese. Die Welpen ähneln ihren Eltern, sie sind also oft auch ruhig und lernen gern. Deshalb bestehen in jeder Generation mehr Hunde.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Vermutlich nicht. Die Zahl steigt zuletzt nur noch um 1 pro Generation, in Generation 6 sind also eher etwa 13 bis 15 Hunde zu erwarten. Welpen gleichen ihren Eltern nie ganz, deshalb wird es immer einzelne Hunde geben, die die Prüfung nicht schaffen.

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Die Anzeige im Internet

AFB II–III

Lina sucht mit ihren Eltern einen Hund. Im Internet finden sie diese Anzeige:

„Süße Mops-Welpen abzugeben! Extra kurze Nase und extra große Kulleraugen — so niedlich wie nie! Die Eltern schnarchen zwar etwas, aber das ist bei Möpsen normal.“

Linas Vater zeigt ihr zum Vergleich die Umrisse zweier Hundeköpfe:

Schäferhund Mops langer, weiter Nasengang kurzer, enger Nasengang
  1. Gib die beiden Merkmale an, auf die der Züchter laut Anzeige gezüchtet hat.
  2. Vergleiche die Köpfe von Schäferhund und Mops in der Abbildung.
  3. Begründe mit der Abbildung, warum die Eltern-Möpse schnarchen.
  4. Nimm Stellung: Sollten Lina und ihre Eltern einen Welpen von diesem Züchter kaufen?

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Achte auf die Wörter mit „extra“.
Hinweis zu Aufgabe b)
Schau auf die Länge der Schnauze, die Augen und den blauen bzw. roten Strich.
Hinweis zu Aufgabe c)
Durch die Nase strömt beim Atmen Luft. Was passiert, wenn der Weg sehr eng ist?
Hinweis zu Aufgabe d)
Denk an den Begriff „Qualzucht“ — und daran, was ein Kauf für den Züchter bedeutet.

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Der Züchter hat auf eine besonders kurze Nase und besonders große, runde Augen gezüchtet.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Der Schäferhund hat eine lange Schnauze mit einem langen, weiten Nasengang. Beim Mops ist die Schnauze sehr kurz, das Gesicht ist flach und faltig. Sein Nasengang ist kurz und eng. Die Augen des Mopses sind größer und stehen weiter hervor.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Beim Mops ist der Weg für die Luft durch die Nase sehr eng. Die Luft kommt nur schwer hindurch, dabei entstehen Geräusche — der Hund schnarcht und röchelt. Das Schnarchen ist also nicht „normal“, sondern ein Zeichen, dass der Hund schlecht Luft bekommt.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Zum Beispiel: Nein. Die Nase wurde so stark verkürzt, dass die Hunde schlecht atmen können. Das ist Qualzucht, die Tiere leiden darunter. Wer einen solchen Welpen kauft, unterstützt den Züchter, sodass er weiter so züchtet. Besser ist ein Hund, der gesund atmen kann — zum Beispiel aus dem Tierheim oder von einem Züchter, der auf Gesundheit achtet. (Andere Meinungen sind möglich, wenn sie gut begründet sind.)