Das Rudel ist eine Familie
Der Hund stammt vom Wolf ab. Wölfe leben nicht allein, sondern in einer festen Gruppe — dem Rudel.
- Rudel:meist eine Wolfsfamilie: ein Elternpaar und seine Jungen aus diesem und dem letzten Jahr, oft 5 bis 10 Tiere.
- Elterntiere:führen das Rudel. Sie bestimmen, wohin es geht und wann gejagt wird. Meist bekommen nur sie Junge.
- Rangordnung:Jedes Tier kennt seinen Platz. Die Jungen ordnen sich den Eltern unter. So gibt es selten ernsten Streit — und kaum Verletzungen.
- Zusammenhalt:Gemeinsam jagen Wölfe große Beute wie Hirsche. Alle helfen mit, die Welpen zu füttern und zu beschützen.
- Revier:das Gebiet, in dem das Rudel lebt und jagt. Fremde Wölfe werden daraus vertrieben.
- Mensch und Hund:Der Hund schließt sich seiner Menschenfamilie an wie einem Rudel. Er sucht ihre Nähe und braucht klare Regeln, die alle gleich einhalten.
Sprechen ohne Worte
Damit das Zusammenleben klappt, müssen sich die Tiere verständigen. Dafür haben sie drei „Sprachen“.
- Körpersprache:Ohren, Rute (so heißt der Schwanz), Maul und Körperhaltung zeigen, wie es dem Tier geht. Fachwort: Ausdrucksverhalten.
- Sich groß machen:aufrecht und steif stehen, Nackenhaare sträuben, Rute hoch. So imponiert oder droht ein Tier.
- Sich klein machen:ducken, Ohren anlegen, Rute tief, dem anderen die Schnauze lecken. So unterwirft sich ein Tier und beschwichtigt den anderen.
- Laute:Heulen ruft das Rudel zusammen und ist weit zu hören. Knurren warnt. Winseln bittet oder beschwichtigt. Hunde bellen viel öfter als Wölfe.
- Duftmarken:Wölfe und Hunde setzen Urin an Bäume, Steine oder Pfosten. Die Marke ist wie eine Nachricht: „Ich war hier — das ist mein Revier.“
- Missverständnis:Menschen zeigen beim Lächeln die Zähne und schauen sich in die Augen. Für einen Hund kann beides wie eine Drohung wirken.
Verständigung: Wölfe und Hunde verständigen sich mit Körpersprache, Lauten und Duftmarken. Wer sich groß macht, droht — wer sich klein macht, unterwirft sich oder hat Angst.
Stelle mit den vier Reglern Ohren, Rute, Maul und Körperhaltung des Hundes ein (auch mit Tab und den Pfeiltasten). Die Sprechblase und die Zeile unter dem Bild verraten dir, was der Hund damit sagt. Probiere auch, Signale zu mischen.
Halte fest: Ein einzelnes Signal kann täuschen — erst Ohren, Rute, Maul und Körperhaltung zusammen verraten sicher, was ein Hund dir sagen will.
Allgemeine Hinweise
Erst fragen, dann streicheln
Fass nie einfach einen fremden Hund an. Frag zuerst die Besitzerin oder den Besitzer. Lass den Hund an deiner locker gehaltenen Hand schnuppern und greif ihm nicht von oben über den Kopf.
Droht ein Hund: ruhig bleiben
Renn nicht weg und schrei nicht — das kann ihn zum Hinterherlaufen bringen. Bleib stehen, schau ihm nicht in die Augen, dreh dich etwas zur Seite und geh langsam rückwärts weg.
Immer den ganzen Hund lesen
Schau nicht nur auf die Rute. Ein wedelnder Hund ist aufgeregt, aber nicht unbedingt freundlich. Erst Ohren, Maul, Rute und Körper zusammen ergeben ein sicheres Bild.
